Mein Freund der Scheich

Golfstunde
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Da meine Frau Urlaub und meine jüngere Tochter Schulferien hatte, entschlossen sie sich zu einer spontanen Urlaubsreise. Nicht zu teuer, nicht zu weit, vielleicht Griechenland oder Spanien. So fuhren wir gemeinsam zum Flughafen, um vor Ort ein paar last minute- Angebote zu prüfen.

Wieder zu Hause erzählten die beiden meiner älteren Tochter von der Buchung und freuten sich 'Wir fliegen nach... DUBAI!'

Meine ältere Tochter und ich blieben zu Hause, da wir arbeiten mussten. Aber die beiden riefen uns oft an, um uns die neuesten Neuigkeiten zu berichten. Und so begann eine unglaubliche Geschichte: 'Wir haben einen Scheich kennengelernt.', hieß es eines Tages. 'Na klar!', dachten wir. Schließlich ist nicht jeder, der eine weiße Kutte und Kopfbedeckung trägt, ein Scheich! Doch in den nächsten Tagen folgten immer mehr Anrufe: 'Papa, du glaubst gar nicht, was der Scheich uns heute gezeigt hat! Und wo wir überall waren!' Für uns Daheimgebliebenen hörte sich das alles sehr spannend an...

Nach zwei Wochen holten wir die beiden vom Flughafen ab. 'Der Scheich möchte euch auch kennenlernen.', sagte meine Frau.

Dann klingelte das Telefon - in der folgenden Zeit fast täglich - ein Scheich am Apparat, der uns in die Vereinigten Arabischen Emirate einlud und uns schon mal um die Kopien unserer Reisepässe bat. Wer's glaubt!

Doch bald bekam ich eine E- Mail. Im Anhang: zwei Tickets nach Dubai für meine ältere Tochter und für mich. Glauben konnten wir es erst, nachdem wir uns bei der Fluggesellschaft persönlich versichert hatten, dass dies kein Scherz sei und ein paar Wochen später am Flughafen auf rotem Teppich eingecheckt hatten.

In Dubai angekommen, brauchten wir uns um nichts zu kümmern und wurden direkt in die VIP- Lounge gebracht, aus der uns der Scheich persönlich abholte. Zunächst gab es Geschenke: Parfums und Uhren. Uns wurde ein Apartment zur Verfügung gestellt und Autos. Überwältigt von der ersten Eindrücken, ruhten meine Tochter und ich uns erst einmal auf dem riesigen Bett mit einer Decke mit Tigerfelloptik aus. Es folgte ein unglaublicher Urlaub: wir durften verschiedene Autos fahren, einkaufen, aßen in den teuersten Restaurants und hielten uns in den besten Hotels auf, hatten bald zwei Dutzend Parfums und ein Dutzend Uhren geschenkt bekommen, bekamen Golfstunden spendiert. Nun riefen wir zwei täglich zu Hause an. Einmal traf meine Frau in der Schlange an der Supermarktkasse einen Bekannten: 'Du, ich hab gehört, deine Tochter ist bei 'nem Scheich??' Überhaupt schien sich das Interesse an unserer Geschichte stetig zu vergrößern und die Gerüchteküche brodelte.

Nachdem nun unsere vierköpfige Familie in Dubai gewesen war, folgten noch weitere spektakuläre Reisen in die UAE. Noch heute haben wir Kontakt zu unserem arabischen Freund und seiner Familie.

Autor:

Fred Montabon aus Marl

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