„Ökoschuldentag“: Wir verbrauchen immer schneller immer mehr

Am 13. August ist der „Ökoschuldentag“ (Earth Overshoot Day), der Tag, an dem die Menschheit mehr an natürlichen Ressourcen verbraucht haben wird, als unser Planet innerhalb eines Jahres erzeugen kann.

Ab heute verbrauchen wir weltweit mehr Ressourcen, als uns eigentlich für dieses Jahr zur Verfügung stehen. Bereits nach knapp acht Monaten haben wir mehr Kohlendioxid ausgestoßen und Nahrungsmittel, Mineralien, Bauholz, Energie und Fläche verbraucht, als die Erde für ein Jahr hergibt. Auf Kosten der nächsten Generationen leben wir über unsere Verhältnisse.

Dieser Trend ist der Preis unseres Energiehungers und unseres Lebensstils. Wir müssen deswegen nach Lösungen suchen, wie der Raubbau von Ressourcen gestoppt werden kann ohne Lebensqualität zu verlieren. Energiewende, ökologische Landwirtschaft und das zunehmende Bewusstsein für nachhaltige Produktion sind dafür richtungsweisend..

Weil Umweltschäden bislang nicht zu Buche schlagen, spiegelt sich Ressourcenverschwendung nicht in den Preisen wider. Dies muss sich ändern, besonders bei „Konfliktrohstoffen“, die in Krisenregionen abgebaut oder gefördert werden. Der Abbau dieser Stoffe findet oft illegal und außerhalb staatlicher Kontrolle statt. Als Konsumenten sind wir dafür mitverantwortlich.

Die Folgen des Raubbaus sind deutlich zu spüren: In vielen Ländern reichen die Ressourcen nicht mehr, um die Bevölkerung zu ernähren. Nicht zuletzt sind das auch Gründe, warum Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor unmöglichen Lebensbedingungen sind. Wir stehen in der Verantwortung, da vor allem die Industrieländer zu viele Ressourcen verbrauchen.

Hintergrund:

Der Earth Overshoot Day ist ein Projekt des Global Footprint Network. Es berechnet Angebot und Nachfrage an natürlichen Ressourcen für ein komplettes Jahr. Aktuell benötigen wir weltweit 1,5 Erden, um unseren Ressourcenbedarf decken zu können. Bis Mitte des Jahrhunderts geht man sogar von der doppelten Nachfrage aus.
Earth Overshoot Day als Marke des Raubbaus

Der sogenannte Earth Overshoot Day (siehe solarify.eu/earth-overshoot-day) bezeichnet den Tag des Jahres, an dem die Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht sind; man kann ihn auch den ökologischen Fußabdruck des Menschen pro Jahr nennen. Er zeigt die Aufzehrung der globalen Gemeinschaftsgüter in Jahreszyklen an und ist damit eine Art Maß für die Überschreitung der Biokapazität der Erde. Anschauliches Beispiel ist der Earth Overshoot Day deshalb, weil er im Kalender immer weiter nach vorne rückt. Fiel er 1993 noch auf den 21. Oktober, war er 2003 schon einen ganzen Monat nach vorne gerückt, 2012 fiel er auf den 22. August: 2013 kam er zwei Tage früher – am 20. August – 2014 am 19.08..

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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