Besetzung von Datteln 4 erfolgreich beendet + „Und das war erst der Anfang!“

Rund 150 Aktivist*innen von Ende Gelände und DeCOALonize Europe besetzen seit halb acht Uhr das Kohlekraftwerk Datteln 4. Denn wir werden es nicht zulassen, dass im Jahr 2020 noch ein weiteres Kohlekraftwerk ans Netz geht. Wir werden um gegen Datteln 4 kämpfen, wie wir um den Hambacher Forst gekämpft haben.
  • Rund 150 Aktivist*innen von Ende Gelände und DeCOALonize Europe besetzen seit halb acht Uhr das Kohlekraftwerk Datteln 4. Denn wir werden es nicht zulassen, dass im Jahr 2020 noch ein weiteres Kohlekraftwerk ans Netz geht. Wir werden um gegen Datteln 4 kämpfen, wie wir um den Hambacher Forst gekämpft haben.
  • hochgeladen von Siegfried Schönfeld

Rund 150 Menschen von Ende Gelände und DeCOALonize Europe haben heute neun Stunden lang das Gelände des Kraftwerks Datteln besetzt und dabei Verladeanlagen und Förderbänder blockiert. Ihre Aktion richtete sich gegen das Kohle-Gesetz der Bundesregierung und die verheerenden Abbaubedingungen der Import-Kohle in Russland und Kolumbien. Zur Stunde werden sie von der Polizei geräumt. Die Aktivist*innen erklärten die Aktion des heutigen Tages für erfolgreich beendet.

Daniel Hofinger, Pressesprecher des Bündnis Ende Gelände, kommentiert: „Wir feiern die die heutige Aktion als riesigen Erfolg. Und das war erst der Anfang. Wir werden gegen Datteln 4 kämpfen, wie wir für den Hambacher Forst gekämpft haben.“

klimaschädlicher fossiler Energieträger

Der Konzern Uniper gibt an, im Gegenzug für die Inbetriebnahme von Datteln 4 ältere Steinkohlekraftwerke vom Netz zu nehmen. Kritiker*innen weisen darauf hin, dass diese Steinkohlekraftwerke jedoch erst in zwei bis fünf Jahren heruntergefahren werden sollen. Außerdem sollen diese Kraftwerke nicht komplett abgeschaltet, sondern möglicherweise auf Gas umgestellt werden – ein weiterer klimaschädlicher fossiler Energieträger. Nach Berechnungen des Bundesumweltministeriums wird Datteln 4 über seine Laufzeit rund zehn Millionen Tonnen CO2 mehr ausstoßen als ältere Kraftwerke, die Uniper als Ausgleich vom Netz nehmen will.

Fridays for Future

Tara Cicchetti, Aktivistin von Fridays for Future, war Teil der Aktion und sagt: „Wir glauben den Lügen von Uniper keinen Meter. Kohleausstieg bedeutet: Kohlekraftwerke abschalten. Das haben wir heute selbst in die Hand genommen.“

Daniel Hofinger kommentiert weiter: „Kurzfristige Profitinteressen großer Konzerne dürfen nicht länger wichtiger sein als das Leben und die Landrechte der indigenen Bevölkerungen in Sibirien oder Kolumbien, die vom Kohleabbau betroffen sind. Als Menschen des globalen Nordens müssen wir endlich begreifen, dass unser Wirtschaftssystem unvereinbar mit Klimagerechtigkeit ist und uns aufmachen, Kapitalismus zu überwinden.“

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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