Döring Quarter Horses: Ein Western-Paradies in Marl

So sieht das "Cutting" während eines Turniers mit echten Rindern aus (Döring Quarter Horses 2013) Fotos: Stadt Marl/Pressestelle
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  • So sieht das "Cutting" während eines Turniers mit echten Rindern aus (Döring Quarter Horses 2013) Fotos: Stadt Marl/Pressestelle
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Wenn man schaut, wer in der Westernreitszene Rang und Namen hat, landet man schnell bei Familie Döring und ihrem Hof „Döring Quarter Horses“ - ein Gestüt im Norden Marls, das weit über die Landesgrenzen hinaus ein Begriff ist. Im Rahmen der traditionellen Sommerbesuche konnten sich jetzt die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung ein Bild von den erfolgreichen Profireitern machen, die als „Cowboys“ überzeugen.

Jürgen Döring ist mehrfacher Worldchampion

Jürgen Döring und sein Sohn Malte zählen heute zu den erfolgreichsten Cuttingreitern - nicht nur innerhalb Deutschlands. Jürgen Döring hat im deutschen und europäischen Cutting-Sport so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit seinem Hengst „Kiss my Cat“, dem Sohn des legendären „High Brow Cat“, hat er jahrelang die vorderen Plätze belegt. 2003 wurde er unter anderem dreifacher Worldchampion auf der Americana in Augsburg - mit einem Preisgeld von rund 40.000 Euro. Während Jürgen Döring im Alter von 70 Jahren immer noch mit seinem Hengst „One Time Commander“ auf Turnieren regelmäßig vordere Plätze belegt, tritt Sohn Malte in die Fußstapfen seines Vaters, und auch Enkelin Ida (7) trainiert mit Lieblingspferd „Garry“ eifrig für das nächste Turnier.

Sohn Malte war erfolgreichster Youth Cuttingreiter Europas

Sohn Malte konnte sich schon in jungen Jahren während eines langen Aufenthalts in den USA erfolgreich auf Turnieren behaupten - selbst unter den strengen Blicken von alteingesessenen echten Cowboys. „Ich war oft der einzige Teilnehmner aus Europa“, berichtet er. Malte Döring war seinerzeit der erfolgreichste Youth Cuttingreiter Europas und knüpft auch als Erwachsener nahtlos an diese Erfolge an. 2017 holte er unter anderem bei der Equitana, der größten Pferdemesse weltweit, den Sieg.

Neben all den Erfolgen bewahren Vater und Sohn den Blick für das Wesentliche, wie die Gäste an den Ausführungen von Jürgen Döring merken. „Die Pferde sind nicht irgendwelche Sportgeräte für uns, wie für andere zum Beispiel die Tennisschläger. Unsere Pferde sind Familienmitglieder“, erklärt er inbrünstig. „Deswegen züchten wir auch vor allem für den Eigenbedarf. Wir können uns nämlich immer so schlecht von unseren Pferden trennen.“

Politik und Verwaltung schauen internationalen Top-Champions über die Schulter

Die Gäste staunen nicht schlecht, als Sohn Malte mit dem aus eigener Zucht stammenden Quarter „Smooth Cats Style“ (14) sein Können bei einer kleinen Demonstration an der Cuttingmaschine unter Beweis stellt. Das erfolgreiche Turnierpferd, deutscher Meister und Europameister, zeigt den Besuchern eindrucksvoll, wie wendig und reaktionsschnell ein Pferd für diese Western-Disziplin sein muss. Beim Cutting-Sport wird mit dem Pferd direkt am Rind gearbeitet. Lediglich im Training ersetzt eine Maschine das Tier. Der Reiter muss ein Rind aus der Herde „herausschneiden“ (daher cutting = to cut) und dafür sorgen, dass es nicht in die Herde zurückkehren kann. Sobald das Rind von der Herde getrennt ist, darf der Reiter keine Hilfen mehr geben, und das Pferd muss seinen „Cow Sense“ beweisen - es muss komplett selbstständig arbeiten und auf das Rind reagieren. Die Cutting-Disziplin ist ein echter Zuschauermagnet und – gemessen an den Preisgeldern - der am dritthöchsten dotierte Sport weltweit nach Tennis und Golf.

Die Profireiter geben ihr Wissen auch an Schüler weiter

Auf ihrer Ranch in der Dorfbauernschaft Klein-Herne, an der Grenze zwischen Marl und Haltern, geben die beiden Profireiter ihr Wissen in unterschiedlichen Disziplinen an ihre Reitschüler weiter. 60 Pferde beherbergt die Anlage aktuell, darunter die eigenen Quarter Horses sowie die unterschiedlichsten Rassen der Einstaller. Zur Ausstattung gehören helle, luftige Boxen mit Paddock, die im eigenen „Metallwerk Döring“ hergestellt werden und zugleich als Referenz dienen. „Unsere Kunden kommen inzwischen aus ganz Europa, viele aus Österreich“, verrät Jürgen Döring. Selbst die Familie von Michael Schuhmacher gehöre zum Kundenkreis. Ebenso gehören zur Anlage eine große Reithalle (23m x 50m) mit anliegendem Reiterstübchen, eine moderne Freiführanlage, Solarien, Warmwasserwaschplätze sowie ein großer Außenreitplatz und Roundpen. Die insgesamt 20 Hektar Land bieten zudem genügend Platz für große Weiden.

Vor 25 Jahren entstand ein Mekka für Westernreiter

Vor rund 25 Jahren suchte Jürgen Döring nach einem Reiterhof, nachdem er von der Springreiterei auf den Westernsport umsattelte und seine Passion in Sport und Zucht mit American Quarter Horses fand. Ausschlaggebend war ein Besuch in den USA, bei dem er den Reining- und Cutting-Sport kennenlernte. Er wurde in Marl fündig und erwarb das weitläufige Gelände, auf dem er Wohnhaus, Reithalle und Stallungen errichtete – so entstand Döring Quarter Horses.

Der Besuch bei Döring stellt für alle einmal mehr unter Beweis, welches Potenzial die Stadt Marl als „Pferdestadt“ hat. Eine vergleichbare Ranch findet man in NRW selten, in ganz Deutschland gibt es insgesamt höchstens 20 vergleichbare Anlagen.

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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