Tierschutzpartei demonstriert gegen Zechenflutung
Friedliche Demonstration in Marl gegen umweltschädigendes Vorgehen der RAG

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Aufruf der Marler BI und BergAUF
Rund 100 DemonstrantInnen folgten am Montagnachmittag dem Aufruf des Marler Initiators Wolfgang Göller, Sprecher einer Marler Bürgerinitiative und deren Unterstützer, das Personenwahlbündnis „BergAUF“, gegen die Schließung der Zeche und deren Flutung zu demonstrieren. Mit Transparenten und Bekundungen zogen die DemonstrantInnen friedlich zur rund ca. 2,5 km entfernten Zeche durch die Gemeinde Marl-Hüls.

Ortspolitik glänzt durch Abwesenheit - Ausnahmen: Tierschutzpartei und MLPD
Enttäuscht zeigten die versammelten BürgerInnen sich von den amtierenden Politikern, die durch Abwesenheit glänzten. Mit löblicher Ausnahme von VertreterInnen der Tierschutzpartei - Partei Mensch-Umwelt-Tierschutz - sowie der MLPD, die sich solidarisch zeigten mit den Betroffenen und in Redebeiträgen zum Thema der Demonstration Stellung bezogen.
"Es ging uns dabei vor allem auch darum, als mitfühlender, mitdenkender Mensch und Mitbürger da zu sein, und den Betroffenen zu signalisieren, dass sie nicht alleine sind," betont Angelika Remizeswski, Regionalgruppenleiterin der Tierschutzpartei Dortmund.

Umweltschädigende Grubenflutung
PCB-haltiges Grubenwasser wurde durch die RAG jahrelang in Lippe, Ruhr und Emscher geleitet, obwohl PCB als krebsauslösend gilt und seit 2004 verboten ist. Bergleute, die mit dem PCB-haltigen Hydrauliköl umgehen mussten, wiesen höhere PCB-Werte in ihrem Blut auf. Die RAG wies eine akute Gefährdung für deren Gesundheit zurück, ignorierte dabei die mittel- und langfristigen Folgen wie eine Krebserkrankung . Eine Filteranlage, eher ein größere Sandfilteranlage, die bisher lediglich rund 1% des Grubenwassers filterte, sollte die besorgten Bürger beruhigen.
"Die Investition in ein Aktivkohle-Filterbecken, in dem 95% des PCB aus dem Grubenwasser herausgefiltert werden könnten, scheint der RAG zu kostenintensiv. Daher nun die Entscheidung für die Flutung der Zeche“ Auguste Viktoria“," erläutert Angelika Remiszewski, Mitglied des Landesvorstandes der Tierschutzpartei NRW.
Die BI Marl weist darauf hin, dass das Abpumpen des Grubenwassers nicht mehr durch erfahrene Bergleute, sondern möglicherweise durch Fremdfirmen mittels Brunnenförderung durchgeführt und von einer Tiefe von 980 m auf 600 m angehoben werden soll.

Nach Grubenflutung: 150 m zwischen giftigem Grubenwasser und Trinkwasserreservoir der Haltener Sande
Nur noch 150 m trennen den Grubenwasserspiegel von der Trinkwassergewinnung der Haltener Sande. Die Entscheidungen der RAG über die Zechenschließung sowie die Grubenflutung bedeuten: Nicht nur die Bergleute verlieren ihre Arbeit, sondern es entsteht eine Reihe von Gefahren für die Bevölkerung. Es droht nicht nur die mögliche Verseuchung von umliegenden Flüssen und letztlich den Meeren, sondern es besteht die Gefahr von Bergschäden, die durch den Druck des ansteigenden Grubenwassers entstehen. "Wir sprechen hier über die Möglichkeit einer Anhebung des Bodens um 2m im Bereich des Marler Chemieparks, worauf die Umweltgewerkschaft mit ihrem Sprecher Hermann Hilpert hingewiesen hat," gibt Angelika Remiszewski von der Tierschutzpartei zu bedenken.

Die Landesregierung hat die RAG-Pläne genehmigt.

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