Grünes Licht für Rödinghausen

Alter Glanz - bald aufpoliert!
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Menden. Über "Pro und Contra" des Umbaus von Gut Rödinghausen scheiden sich nicht nur bei Diskussionen in den Sozialen Netzwerken die Geister. Der Stadtspiegel hat deshalb die Stadt Menden gebeten, einmal die Argumente für das Projekt, von dem sich die Verantwortlichen eine Magnetwirkung in die weitesten Umkreise versprechen, aufzulisten. Ganz aktuell wird das Thema durch den Umstand, dass am gestrigen Dienstag der Landschaftsausschuss des LWL Fördergelder in Höhe von genau 464.000 Euro beschlossen hat!

"Gut Rödinghausen ist", so schreibt die Stadt Menden dem Stadtspiegel, "eines von nur noch wenigen bedeutsamen Stätten und Bauwerken, die man als 'Kulturerbe unserer Heimat' betrachten muss."
Über kulturelle Veranstaltungen und Events soll sich das Gut künftig als kulturgeschichtliches Highlight etablieren, das Menden und Rödinghausen weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt macht, so die Stadt. Und weiter: Aufgrund der unvergleichlichen Örtlichkeit und der vorhandenen Exponate wird es möglich sein, die Industriegeschichte der Region mit gleichzeitiger Präsentation der Pionierleistung von Unternehmerpersönlichkeiten aus einer Perspektive zu beleuchten, die für die Museumslandschaft Südwestfalens völlig neu ist.
Die Gesamtförderung setzt sich aus insgesamt drei Förderbereichen zusammen.
1. Für die Sanierung des Gebäudes wird mit Kosten von ca. rund 2 Millionen Euro gerechnet. Diese Kosten müssten auch bei einem anschließenden Leerstand aufgebracht werden und entstehen unabhängig vom Umbau zum Industriemuseum. Die Stadt Menden ist hierzu verpflichtet.
Über verschiedene Förderanträge wurden bereits 580.000 Euro für die Sanierung bewilligt. Der Eigenanteil des ISM liegt bei rund 1,42 Millionen Euro. Die Fördermittel wären ohne die Folgenutzung als Museum nicht geflossen. Außerdem sind noch weitere Förderanträge gestellt, so dass mit weiteren Zuschüssen gerechnet werden kann.
2. Der Umbau des Gebäudes für die Schaffung eines Industriemuseums und die Inklusionsmaßnahmen Bau werden den Immobilienservice Menden (ISM) voraussichtlich ca. 1,5 Millionen Euro kosten. Ausgehend von dieser Kostengröße werden ca. 800.000 Euro für Umbaumaßnahmen und ca. 130.000 Euro für Inklusionsmaßnahmen Bau als förderfähig anerkannt und mit 30 % für Umbaumaßnahmen (ca. 240.000 Euro) sowie 50 % für "Inklusionsmaßnahmen Bau" (ca. 65.000 Euro) durch den LWL bezuschusst. Der städtische Eigenanteil für beide Maßnahmen beträgt demnach rund 1,2 Millionen Euro.
3. Für die Einrichtung des Museums ist mit Gesamtkosten von ca. 220.000 Euro zu rechnen. Dieser Betrag ist förderfähig und wird mit 30 % bezuschusst (ca. 66.000 Euro). Die "Inklusionsmaßnahmen Einrichtung" werden Kosten in Höhe von ca. 180.000 Euro verursachen. Da dieser Betrag ebenfalls förderfähig ist, gewährt der LWL hierfür eine Zuwendung in Höhe von 50 % (ca. 90.000 Euro). Insgesamt beträgt der städtische Eigenanteil für beide Maßnahmen demnach ca. rund 244.000 Euro.
Zurzeit wird das Gebäude saniert und umgebaut. Unterhaltungskosten entstehen im Augenblick daher nicht. Nach der Einweihung des Industriemuseums kann man davon ausgehen, dass die Kosten für die Bauunterhaltung aufgrund des durchsanierten Bauzustands äußerst gering sein werden.
"Die Betriebskosten für das Museum könnten, wenn überhaupt, nur grob geschätzt werden", erläutert die Stadt. "Bereits jetzt schon Angaben dazu zu machen, wäre nicht seriös. Jetzt lässt sich aber bereits sagen, dass sich die Betriebskosten senken werden - allein durch die energetische Sanierung des Gebäudes."
Die Frage nach dem realistischen Wiederverkaufswert kann die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Vor der Sanierung sei der Marktwert sogar negativ gewesen.
Die jährlichen Einnahmen werden auf ca. 17.000,00 Euro geschätzt. Hinzu kommen noch Einsparungen durch die Aufgabe des Sonderaustellungsraumes im „Stammhaus“ in Höhe von ca. 20.000 Euro.
Alternativ zur Nutzung als Museum wäre auch ein dauerhafter Leerstand oder die Nutzung zu Wohnzwecken denkbar gewesen. Der Leerstand des Gebäudes hätte aber ebenfalls regelmäßige Kosten für die Stadt Menden verursacht. Bei einer Wohnbaunutzung wären erhebliche höhere Baukosten entstanden. "Hinzu kommt, dass ein Leerstand oder eine Wohnnutzung keine Aussicht auf nennenswerte Fördermittel gehabt hätte und der Eigenanteil somit bei mindestens 2 Millionen Euro (nur Sanierung, dann Leerstand) bzw. 3,5 Millionen + X bei einer reinen Wohnnutzung gelegen hätte", rechnet die Stadt abschließend hoch. Ein gutes Beispiel für die Barrierefreiheit im geplanten Museum Rödinghausen zeigt diese Skizze von Prof. Jürg Steiner der Fachwerkvitrinen.

Autor:

Hans-Jürgen Köhler aus Menden (Sauerland)

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