Rapper Dendemann über Pfingstkirmes, Teendisco und St. Vincenztreppe
"Ich Dende also bin ich"

Heimaterinnerungen mal anders: Rapper Dendemann hat auf seiner dritten Solo-CD auch Erinnerungen an seine Jugend in Menden verarbeitet. Und das nicht nur textlich: Auf dem Video zur CD tauchen auch Motive der Hönnestadt auf. Ein Song heißt "Wo ich wech bin". Foto: Nils Müller
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  • Heimaterinnerungen mal anders: Rapper Dendemann hat auf seiner dritten Solo-CD auch Erinnerungen an seine Jugend in Menden verarbeitet. Und das nicht nur textlich: Auf dem Video zur CD tauchen auch Motive der Hönnestadt auf. Ein Song heißt "Wo ich wech bin". Foto: Nils Müller
  • hochgeladen von Hans-Jürgen Köhler

Von Oliver Ferriere

Menden/Hamburg/Wickede.  Der in Wickede geborene und in Menden aufgewachsene Wahl-Hamburger Rapper Dendemann hat sich am heutigen Freitag nach neun Jahren mit seinem 3. Soloalbum zurückgemeldet.
Einen Song hat der Wortspieler "Ich Dende also bin ich" genannt - das macht neugierig. Der Stadtspiegel hatte die Gelegenheit zu einem Interview.
"Menden war ja eine wohlhabende Stadt, als ich dort aufwuchs", so Daniel Ebel, als ich mit ihm sprach, "aber ich musste da weg, um meinen Weg zu finden. Meine Kindheit war toll, wo gibt es denn sonst noch einen freien Pfingstdienstag, weil Kirmes ist?"

Erinnerungen
an Menden

Er habe sich damals stundenlang dort aufgehalten, um Freunde zu finden. "Heute undenkbar mit Handys", meint der Wahl-Hamburger.
Generell scheint er sich gerne an seine Zeit in der Hönnestadt zu erinnern. Teendisco auf dem Gelände der britischen Armee, wo man nach zuvor gründlicher Kontrolle Skittles kaufen konnte und die eine oder andere Britin küssen durfte, "was nicht zu verachten gewesen war!"
Am Ende war es aber die Treppe vor St. Vincenz, auf der sich eine multikulturelle Jugend traf, welche ihn inspirierte, seinen Weg zu gehen. Seine Heimat hat er aber nicht ganz vergessen, so sah man im ersten Video aus dem neuen Album, das bereits Anfang November letzten Jahres erschien, Bilder der Hönnestadt im Hintergrund. "Die habe ich selber herausgesucht", so Dendemann, "und den Schal vom BSV, den hat mein Vater besorgt."
Wann er zuletzt in Menden gewesen sei, möchte ich wissen: "Zum Klassentreffen vorletzte Woche", so die schnelle Antwort. Und wie kommt es, dass wir erst jetzt wieder von ihm hören, warum hat es jetzt so lange gedauert, ein neues Album fertigzustellen? "Angefangen", so Daniel, "habe ich mit dem Album bereits nach der letzten Tour", aber er habe sich nicht wirklich wohl gefühlt mit der Musik. Es gäbe zwar ein riesen Sammelsurium an amerikanischen Sachen, welche man nutzen könne, aber, so Dendemann, er wolle sie deutsch haben und da sei es schwer gewesen, etwas zu finden und dann die Erlaubnisse zur Nutzung zu bekommen.
Und er trat von Anfang 2015 bis Ende 2016 auch noch mit seiner Band "Die Freie Radikale" wöchentlich in Jan Böhmermanns Show Neo Magazin Royale auf.

Mit Soloalbum
zurück

Nun aber ist es endlich so weit, sein drittes Soloalbum ist in diesen Tagen erschienen. Es heißt "da nich für!" und präsentiert zwölf Songs, die wie zu erwarten gestochen scharf, aber nie böse das Umfeld des Künstlers beschreiben. Mal das nähere, mal das weitere Umfeld.
So ist es dann auch nicht sonderlich verwunderlich, wenn Dendemann sich in Zeiten wie diesen ungewohnt politisch präsentiert.
"Diese Songs kamen einfach so", so Daniel Ebel. "Hatte ich das eine, wollte ich auch noch das andere." Von dem Song "Zeitumstellung" gab es am Ende alleine drei Versionen. "Das hat alles gedauert, aber nun bin ich sehr zufrieden damit."

"Das Größte, was ich
erreicht habe"

Auf die schon weitestgehend ausverkaufte oder in größere Hallen verlegte Tour, welche Anfang Februar startet, freut Dendemann sich sehr. "Das ist wohl das Größte, was ich in meiner Karriere jemals erreicht habe." Auftreten wird er mit seiner Band - und wenn sie eines aus der Zeit bei Jan Böhmermann gelernt hätten, dann ist es die Spontanität. "Schließlich musste da auch alles innerhalb einer halben Stunde sitzen."
Darauf angesprochen, ob es ihn, wie andere Künstler, nicht reizen würde, ein Konzert in seiner Heimat zu geben, weicht der Künstler aus. Die Wilhelmshöhe sei seit seinem Abiball 'verbrannte' Erde für ihn.
Vielleicht muss man ihn mal zum Karneval einladen, dann kann Dendemann die Mendener ganz lässig vom Wagen herab mit seinen Songs beglücken. Wünschenswert wäre dies.

Infos

- Das Album "da nich für!" ist am 25. Januar erschienen und präsentiert zwölf Songs.
 - Live ist Dendemann auf Tour ab Februar zu sehen, unter anderem am 7. Februar in Dortmund in der Warsteiner Music Hall.

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