Roller gegen Rollator und Dromedare am Kapellenberg
Trio Honselmann begeistert im MAT

Helmut Rauer.
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  • Foto: Frauke Brenne/Brennweite
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Menden. Vor nahezu ausverkauftem Haus hat das Trio Honselmann einmal mehr die Kabarettfreunde im Mendener Amateurtheater begeistert. Einen ganzen Abend lang gab es reichlich zu lachen und zu schmunzeln.
Mit „Her mit dem Schotter!“ war die bunte Folge von Sketchen, Liedern und Texten zweideutig überschrieben. Einerseits fehlt Schotter, um endlich mal die Wohnstraßen zu reparieren, andererseits wird Schotter verprasst, laufen große und oft wenig sinnvolle Projekte finanziell aus dem Ruder.
Mit ihrem Spott machten Helmut Rauer, Sabine Collatz und Andreas Paroth vor nichts halt. So zogen sie über die Nicht-mehr-so-gut-zu-Fußgängerzone her: „Das ist das neue gemeinsame Außengelände der innerstädtischen Altenheime, wo sogar Straßenrennen stattfinden dürfen: Roller gegen Rollator“) Und sie machten deutlich, wie schwer es ist, dem millionenschweren neue Industriemuseum Gut Rödinghausen etwas Epochales abzugewinnen: „Wir Mendener sind der Nabel der Welt! … Wir konnten uns immer schon unsere Bierflasche alleine aufmachen.“
Was die im Rathaus ausliegenden Menden-Prospekte paradiesisch verheißen, entspricht nicht unbedingt der alltagserprobten Sicht der Bürger. Ob „Die nette Toilette“, „Menden entdecken“ oder „Frische in Menden“ - die Honselmänner versuchten sich ironisch der Realität zu nähern. Und die beliebte Mendener Palmenhymne, bei der das Publikum jedes Jahr im M.A.T. zum Schluss mitsingt, erklang in neuer Form. Im Zeichen des rasanten Klimawandels, der den Kapellenberg in einen Palmenhain verwandelt, hieß es: „Wo früher nur Straßen mit Autos war’n, sieht man jetzt Karawanen mit Dromedar’n.“
Als Sängerin beeindruckte Sabine Collatz mit einer großen Spannweite - von der anspruchsvollen Operettenarie „das Wolgalied“ (umgemünzt auf das Thema Straßenausbau-Anliegerbeiträge) bis zum schockierenden Lied über das grausame neue Recht im Sultanat Brunei zur Melodie von „Making your Mind up“. Helmut Rauer zeigte einmal mehr diebischen Spaß am Reimen. Mit Pointen, wie sie von Heinz Erhardt oder Wilhelm Busch sein könnten, hatte er immer wieder die Lacher auf seiner Seite. Und eine solche Programmvielfalt mit vielen spontanen Einschüben musikalisch nicht nur zu begleiten, sondern Akzente zu setzen, das war die richtige Herausforderung für Andreas Paroth. Glänzend meisterte er diese Aufgabe am Piano.
Wer das Trio bald wieder erleben möchte, kann schon mal den 3. November dieses Jahres vormerken: Dann sind die Honselmänner im Kulturbahnhof Binolen. Info: www.kleinkunst-rauer-de

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