Gesamtfüllstand liegt noch 25 % niedriger als üblich - doch:
Talsperren füllen sich langsam

Da ähnelte die Möhnetalsperre noch eher einer Wüste als einem See. Das Bild entstand im November 2018. Foto: Köhler
  • Da ähnelte die Möhnetalsperre noch eher einer Wüste als einem See. Das Bild entstand im November 2018. Foto: Köhler
  • hochgeladen von Hans-Jürgen Köhler

Kreis. Das trockene Kalenderjahr 2018 ist mit einem überdurchschnittlich nassen Dezember zu Ende gegangen. Das haben die Auswertungen des Ruhrverbands ergeben.

Die Niederschlagsmenge lag in diesem Monat mit 163 Litern pro Quadratmeter um 57 Prozent über dem üblichen Wert und brachte damit dem Talsperrensystem des Ruhrverbands den Beginn der lange erwarteten Aufstauphase.
Die Auswirkungen der langen Trockenheit sind allerdings nach wie vor zu spüren: Trotz der Niederschläge rund um Weihnachten sind die Ruhrverbandstalsperren mit einem Füllstand ins neue Jahr gestartet, der deutlich unter dem langjährigen Mittel liegt. Seit 1968, also seit das Talsperrensystem des Ruhrverbands mit der Fertigstellung der Biggetalsperre seinen heutigen Gesamtstauraum erreicht hat, hatte es überhaupt nur zweimal zu Jahresbeginn noch niedrigere Werte gegeben als Anfang Januar 2019. Allerdings geht der Füllstand dank der aktuellen Wetterlage in die aus wasserwirtschaftlicher Sicht „richtige“ Richtung, nämlich nach oben. Am 10. Januar betrug er 61,5 % vom Vollstau und damit immerhin rund drei Viertel dessen, was für diese Jahreszeit üblich wäre.
Zum Vergleich: Anfang Dezember 2018 hatte der Gesamtfüllstand der Talsperren noch bei gerade einmal knapp 43 Prozent vom Vollstau und damit bei weniger als 60 Prozent des für die Jahreszeit üblichen Wertes gelegen.
Anders als im Dezember 2018 mit seinen überdurchschnittlichen Niederschlägen hatte es nämlich in jedem der vorangegangenen zehn Monate weniger geregnet als im entsprechenden langjährigen Monatsmittel. Von Februar bis November waren lediglich 54 % der für diesen Zeitraum üblichen Regenmenge gefallen. Noch geringere Niederschläge waren im Ruhreinzugsgebiet bisher nur im Vergleichszeitraum des Trockenjahres 1959 registriert worden.
Wegen dieser anhaltenden Trockenheit mussten die Talsperren des Ruhrverbands Schwerarbeit leisten, um die gesetzlichen vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr einzuhalten. Ohne das zusätzliche Wasser aus den Talsperren wäre die Ruhr im Sommer und Herbst 2018 immer wieder streckenweise trockengefallen.
Das Jahr 2019 hat übrigens so begonnen, wie 2018 zu Ende gegangen ist – nämlich nass. Bereits im ersten Monatsdrittel ist mehr als die Hälfte der für Januar üblichen Regenmenge gefallen.
"Zu hoffen ist", so der Ruhrverband, "dass die aktuelle Wetterlage im Ruhreinzugsgebiet mit Abflüssen deutlich oberhalb der langjährigen Mittelwerte noch eine Weile anhalten und den stark geforderten Ruhrverbandstalsperren weitere Entlastung bringen wird."

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