Autobahn 46
Komplettes Mendener Stadtgebiet jetzt im Untersuchungsraum

Im Juni 2019 hatte die GigA46 unter dem Motto "STOPP A46 – Das Klima geht baden!" zu einer Demonstration gegen den Klimawandel eingeladen.
  • Im Juni 2019 hatte die GigA46 unter dem Motto "STOPP A46 – Das Klima geht baden!" zu einer Demonstration gegen den Klimawandel eingeladen.
  • Foto: Rath-Afting
  • hochgeladen von Vera Demuth

Das komplette Mendener Stadtgebiet liegt inzwischen im Untersuchungsraum der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) für die geplante A46. Erstmals sind damit auch Ostsümmern, Platte-Heide, Halingen, Bösperde und Schwitten von den Autobahnplanungen betroffen.

Gleichzeitig wird eine Trasse im südlichen Bereich zwischen Lendringsen und Neheim so gut wie ausgeschlossen. Einzig eine Anbindung an die B229 in Hüsten ist hier noch denkbar. Davon wären auch die Mendener Ortsteile Hüingsen, Oberrödinghausen, Bösperde und Asbeck betroffen. Das geht aus aktuellen Unterlagen hervor, die der Gruppeninitiative gegen den Bau der A46 – Für eine Region ohne Autobahn (GigA46) vorliegen.
„Der komplette Mendener Norden wird neu in den Untersuchungsraum aufgenommen. Damit wäre nun auch eine Autobahntrasse möglich, die von Iserlohn aus Richtung Norden an Ostsümmern vorbei zwischen Halingen und Holzen in Richtung Schwitten und Wickede führt. Das ist eine vollkommen neue Entwicklung und zeigt: Wer heute noch Befürworter der neuen Autobahn ist, kann sie morgen schon vor der eigenen Haustür haben", kommentieren die Sprecher der GigA46, Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell, die neuen Planungen.

Südvariante geprüft

Im Rahmen der von der GigA kritisierten sogenannten frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung war angeregt worden, auch die Machbarkeit einer Südvariante der A46 zu prüfen. Die GigA hatte dies mit dem Hinweis kritisiert, dass bereits vor 20 Jahren eine solche Variante überprüft und aus ökologischen Gründen verworfen worden war. Dies wird nun von Straßen.NRW bestätigt.
Eine vorgenommene Grobuntersuchung kommt zum Ergebnis, dass ein Ausbau der bestehenden L 537 zwischen Lendringsen und Neheim mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erheblichen Beeinträchtigungen des Europäischen Schutzgebietes „Luerwald und Bieberbach" und damit zur Unzulässigkeit des Vorhabens führen wird. Eine Trasse der A46/B7n könnte es demnach nur im äußersten Süden des Untersuchungsraums geben und an die vorhandene B229 in Hüsten anschließen. Davon wären auch Bereiche um Hüingsen, Oberrödinghausen, Asbeck und Eisborn betroffen. Auch das soll im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie vertiefend untersucht werden.
Zusätzlich wird auf Anregung des Hochsauerlandkreises nun auch eine nordwestliche Umgehung von Menden geprüft. Dafür wird der Untersuchungsraum für die UVS um den kompletten Mendener Norden erweitert. Als Begründung wird angeführt, dass in diesem Bereich geringere Raumwiderstände für den Bau der Autobahn vermutet werden. Das hat Straßen.NRW in einer ersten Grobeinschätzung bereits geprüft und kommt zum Ergebnis, dass eine Nordwestumgehung von Menden „als zumutbare und den Zielsetzungen des Bundesverkehrswegeplans entsprechende Alternative anzusehen ist".
So steht es in einem Papier für den Arbeitskreis zur Umweltverträglichkeitsstudie. Im Ergebnis bedeutet das, dass damit nun das gesamte Mendener Stadtgebiet auf eine mögliche Autobahntrasse untersucht wird.

"Verkehrspolitischer Dinosaurier"

„Die Planung wird immer abstruser und verzweifelter und zeigt, dass sich insbesondere in Menden niemand vor einer möglichen Autobahn sicher fühlen kann. Für den Bau der A46 konnte 50 Jahre keine menschen- und umweltverträgliche Trasse gefunden werden. Jetzt nimmt man einen zusätzlichen Bereich in die Planungen auf, der bisher offiziell gar keine Rolle spielte. Es wird immer deutlicher: Die A46 ist ein verkehrspolitischer Dinosaurier des letzten Jahrhunderts und wäre ein 19 Kilometer langer Borkenkäfer aus Beton. Sie muss endlich aus dem Bundesverkehrswegeplans gestrichen werden und Platz machen für eine zukunftsgerichtete und klimagerechte Mobilitätsplanung für unsere Region ohne Autobahn“, so Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell.

Autor:

Lokalkompass Menden aus Menden (Sauerland)

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