"Verinnerungen" - einfühlsam und authentisch gespieltes Figurentheater

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Der Hospizkreis Menden konnte am letzten Freitag bereits zum zweiten Mal die Puppenspielerin Sonja Lenneke, diesmal mit ihrem Stück „Verinnerungen“, im gut besuchten TAZ begrüßen.

Mit ihrer selbst gestalteten Puppe, die die 80-jährige Mutter -mit altem Gesicht und in Kittelschürze- verkörpert, zeigt sie einerseits die quälende Unsicherheit und die Ängste der an Demenz erkrankten Person auf: zitternde Hände, die Atemlosigkeit, die tiefe Verzweiflung in Momenten der Selbsterkenntnis über den Fortschritt der Demenz. Und andererseits wird die innere Zerrissenheit der Tochter deutlich: Als Kind selber nicht genug bekommen zu haben von der Mutter („Mutter war für alle da, nur nicht für mich.“) und jetzt fordert diese auch noch ihr Verständnis und ihre Hilfe.
Die Entfremdung der Tochter zur Mutter wird deutlich durch die äußere Entfernung (Tochter Regine lebt in Japan) und die innere, die sie empfindet, wenn sie in ihrer Nähe ist.
Diese belastende Situation des Abstands wird unterstrichen durch die Tatsache, dass Mutter und Tochter sich erst zum Schluss des Stücks begegnen.
Am Ende jedoch steht Frieden, der durch Zärtlichkeit der Tochter und die Andeutung einer Versöhnung erzielt wird, als Regine die Puppe ins Bett legt und ihre Hand hält.

„Verinnerungen“ ist eine rundum gelungene Kombination aus Schauspiel und Puppenspiel, in der Sprache, Gestik und Musik aufeinander abgestimmt sind.

Im Anschluss an das bewegende Theaterstück nutzten die Zuschauer noch die Möglichkeit des Gesprächs mit Sonja Lenneke.

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