Ehrenamt: Hospizarbeit in Menden
Beim Sterben nicht allein sein

Ilona Düppe (li.) und Marion Kleine informieren auf dem Wochenmarkt in Menden über die Arbeit im Hospizkreis. Foto: peb
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Ilona Düppe vom Hospizkreis Menden sitzt am Bett eines Sterbenden. Gestern fühlte er sich zu schwach für eine Unterhaltung, doch heute freut er sich über Gesellschaft.
Sie plaudern über Gott und die Welt und der Mann erzählt ein bisschen aus seinem Leben. „Das tut gut“, erklärt Ilona Düppe. „Niemand sollte sich in der letzten Phase des Lebens allein gelassen fühlen.“
Die Ehrenamtlichen vom Mendener Hospizkreis sind zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Dabei unterstützen sie mit ihrer Anwesenheit nicht nur die Sterbenden selbst, sondern wollen auch deren Familienangehörige entlasten. „Damit vielleicht ein Besuch beim Friseur ganz entspannt werden kann“, so Ilona Düppe. Während dieser Zeit wacht sie am Bett des Sterbenden.
Manche möchten etwas vorgelesen bekommen, andere wollen sich unterhalten und wieder andere brauchen einfach nur Nähe. „Das ist ganz unterschiedlich“, erklärt Ilona Düppe.
Auch leichter Körperkontakt darf eine Rolle spielen. Dabei hält die Hospizmitarbeiterin die Hand des Kranken. „Allerdings so, dass er sich dieser Berührung jederzeit entziehen kann.“

Ilona Düppe arbeitet seit sechs Jahren ehrnamtlich für den Hospizkreis Menden. Foto: privat
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Hospizarbeit ist kein leichtes Ehrenamt, aber ein Besonderes. Wie kommt man dazu?

„Nachdem ich in Pension ging, wollte ich mich ehrenamtlich im sozialen Bereich engagieren“, verrät die mittlerweile 69-Jährige.
Dass der Tod dabei die Hauptrolle spielen sollte, stellte für sie keine Barriere dar. „Natürlich beschäftige ich mich seitdem öfter mit diesem Thema. Das bleibt nicht aus“, so Ilona Düppe, die der Ansicht ist, dass Sterben nicht tabuisiert werden sollte.
Daher ist sie auch 14tägig, immer am 1. und 3. Freitag von 10 bis 12 Uhr, mit KollegInnen des Hospizkreises an einem Informationsstand auf dem Mendener Wochenmarkt vertreten.
Zudem findet jeden letzten Samstag im Monat, von 14:30 bis 17 Uhr, im Altbau des Vincenz-Altenheims, Hauptstr. 13, ein Trauertreff statt. „Sich mit anderen Trauernden zu treffen und gehört und verstanden zu werden, kann Erleichterung verschaffen. Es ist jedem freigestellt, zu reden oder zu schweigen, je nachdem, wie es persönlich gut tut“, meint Ilona Düppe.
Um eine telefonische Anmeldung unter Tel. 02373/919332 wird gebeten. Einzeltermine können über das Hospiz-Telefon: 02373/1754953 angefragt werden.“

Autor:

Anja Jungvogel aus Hagen

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