Einweihung vor 20 Jahren
Blumengesteck am Widerstandsmahnmal in Moers niedergelegt

Lutz Hartmann, Bildhauer Hans-Jürgen Vorsatz, Maren und Bernhard Schmidt  sowie Thomas Ohl (von links) bei der Niederlegung des Blumengestecks.
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  • Lutz Hartmann, Bildhauer Hans-Jürgen Vorsatz, Maren und Bernhard Schmidt sowie Thomas Ohl (von links) bei der Niederlegung des Blumengestecks.
  • Foto: NS-Dokumentationsstelle der Stadt Moers
  • hochgeladen von Claudia Grosseloser

Vor 20 Jahren, am 21. Oktober, wurde das Moerser Widerstandsmahnmals vor dem Alten Landratsamteingeweiht. Mit der Niederlegung eines Blumengestecks erinnerten Vorstand und Aktive des Vereins „Erinnern für die Zukunft“ an die Einweihung. Spontan aus Duisburg dazugekommen war auch der Schöpfer des Mahnmals, der Bildhauer Hans-Jürgen Vorsatz.

Dr. Bernhard Schmidt, Vorsitzender von „Erinnern für die Zukunft“, blickte auf das breite bürgerschaftliche Engagement zurück, das zur Errichtung des Mahnmals geführt hatte: „Schon damals, zu 700 Jahren Stadt Moers, gelang es, eine breite Basis für ein solches Vorhaben in unserer Stadt zu mobilisieren. Es waren die Bürgerinnen und Bürger selbst, die dieses Mahnmal zu Ehren des Widerstandes im Altkreis Moers errichtet haben – und heute freuen sich an dieser Stelle alle über ein von neun aktiven Vereinen mitgetragenes 'Haus der Demokratie'“.

Bernhard Schmidt, Fritz Burger und ihre Teams hatten nach der Erforschung des Widerstands im Altkreis Moers ihre Ergebnisse in den Dokumentationen „Tatort Moers“ und „Widerstand und demokratischer Neubeginn“ veröffentlicht. Nun sollten diese Erkenntnisse und die Lehren daraus sichtbar mitten in der Stadtgesellschaft positioniert werden.
Unterstützt von „Erinnern für die Zukunft“ und Pfarrer Reinhard Schmeer begann 1998 ein „Initiativkreis Mahnmal“ seine Arbeit. In ihm arbeiteten Vertreter aus Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Presse und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen mit dem Ziel, ein Mahnmal für den Widerstand zu errichten. Als Standort war die Freifläche vor der Volkshochschule, dem alten Landratsamt, vorgesehen – in der NS-Zeit Sitz der Machtzentrale der Nazis. Hier wurde „Schutzhaft“ verhängt, Einweisungen in Konzentrationslager oder Deportationen von Moerser Juden verfügt: ein für Überlebende lange Zeit mit Angst besetzter Ort. So sollte als Lehre und Vermächtnis das „Nie wieder!“ deutlich sichtbar gemacht werden. Der damalige Bürgermeister Rafael Hoffmann bezeichnete das Mahnmal bei der Kundgebung vor 20 Jahren, damals vor über 800 Teilnehmern, denn auch als „Wegweiser für die Zukunft“.

Zusatzinformation zur Gestaltung des Mahnmals:

Die Gestaltung des Mahnmals übernahm der Bildhauer Hans-Jürgen Vorsatz, der eine Skulpturenanlage aus drei Elementen schuf. Im Mittelpunkt der Anlage steht ein aufgebrochener Block aus hochglanzpoliertem roten Granit, der aus dem Grün des Rasens herauswächst. Dabei steht das Rot für Kraft, Energie und Ausdauer, das Grün des Rasens für den Glauben und die Hoffnung. Aus dem in sich zunächst geschlossenen Körper, nun aufgebrochen, dringt der Wille und Mut zum Widerstand aus dem inneren Kern durch. Im oberen Drittel befindet sich ein kleines weißes Haus, „Symbol für ein neues Denken, Zelle des Neubeginns, Demokratie und der Menschenrechte“, so der Künstler, Davor lädt ein Granitquader in Sitzhöhe zum Verweilen ein, denn drei Spruchbänder sind breit in den Boden eingelassen. Darauf ist zu lesen:

Den Frauen und Männern des Kreis Moerser Widerstandes
Gegen die Nationalsozuialistische Gewaltherrschaft
Lernen wir aus der Geschichte und bleiben wir wachsam

Lutz Hartmann, Bildhauer Hans-Jürgen Vorsatz, Maren und Bernhard Schmidt  sowie Thomas Ohl (von links) bei der Niederlegung des Blumengestecks.
Einweihung des Moerser Widerstandsmahnmals am 21. Oktober 2000.
Autor:

Lokalkompass Moers aus Moers

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