Kulturhalle von Schließung bedroht

Die Kulturhalle im Herzen von Vluyn: Renommierter Ort für Kleinkunst-Veranstaltungen. Das Kultur-Café bleibt vorerst geöffnet. Foto-Montage: Friedhelm Heinze
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Herber Schlag für die Stadt Neukirchen-Vluyn: Wegen Mängel beim Brandschutz muss der große Saal der Kulturhalle geschlossen werden. Von der Schließung ebenso betroffen ist das Museum nebst dazugehörigem Archiv im Obergeschoss beziehungsweise im Keller.

„Das ist ein herber Schlag für unsere Stadt, da gibt es nichts zu beschönigen“, so Bürgermeister Harald Lenßen. Die neuesten Entwicklungen sind Folge einer Brandschau des Gebäudes, die vor knapp zwei Wochen stattgefunden hat.
Schock für die Organisatoren der zahlreichen Kulturveranstaltungen: Kurzfristig wurde entschieden, dass der ausverkaufte Auftritt von Kabarettistin Mirja Boes trotzdem stattfinden sollte - allerdings nur erheblichen „Kompensationsmaßnahmen“, etwa einer starken Präsenz der Feuerwehrkräfte. Von da an war klar: Hier stimmt etwas nicht.
Als Dauerlösung eignen sich diese Maßnahmen aus behördlicher Sicht überdies nicht. „Ich habe in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt und mögliche Alternativen abgewogen, inwieweit und in welcher Form wir den Betrieb aufrechterhalten können. Das zentrale Problem ist, dass wir im Gebäude auf relativ kleinem Raum verschiedene Nutzungen haben, die sich beispielsweise im Hinblick auf Rettungswege behindern“, erklärt Harald Lenßen.
Für das Kultur-Café (KuCa) hat Lenßen eine etwas bessere Nachricht: Es kann vorerst geöffnet bleiben. Dies allerdings auch nur, weil alle anderen Nutzungen eingestellt werden. „Diese vorübergehende Lösung mindert unsere Enttäuschung über die Schließung des Saals und des Museums nicht, allerdings hat sich das KuCa in den letzten Monaten derart positiv entwickelt, dass es wichtig für das Vluyner Zentrum ist. Umso schmerzlicher ist jetzt schon die absehbare Schließung bei Beginn von Sanierungsarbeiten“, ergänzt Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens.

Keine Veranstaltungen mehr im großen Saal

Wie es mit dem Museum weitergeht und ob die vielen Exponate an einem anderem Ort eingelagert werden müssen, alle diese Themen müssen nun mit dem Museumsverein, dessen Vorsitzender der Bürgermeister ist, kurzfristig erörtert werden.
Drastische Veränderungen gibt es logischerweise beim Kulturprogramm, dessen meiste Veranstaltungen im großen Saal stattfinden. „Es sind von Seiten der städtischen Kultur bis Mai noch zwei Veranstaltungen in der Kulturhalle geplant. Dann gehen wir in die Sommerpause. Für die zwei Vorstellungen der aktuellen Spielzeit müssen wir nach Alternativen suchen. Wie und ob es mit dem Kulturprogramm in der nächsten Spielzeit weitergeht, wissen wir noch nicht“, so Dezernent Jörg Geulmann, dessen Aufgabe es zugleich ist, nun möglicherweise entstehende Kosten für Umbauarbeiten im städtischen Haushalt einzuplanen.
Fakt ist, dass vorerst keinerlei Veranstaltungen im großen Saal mehr stattfinden werden. Angedacht ist jetzt der Sport- und Freizeitpark Klingerhuf als Alternative, zumindest für den Auftritt von Wilfried Schmickler im April.

Thema Brandschutz am 20. März in Sitzung des Stadtrates

Die Kulturhalle wird auch Tagesordnungspunkt der anstehenden Sitzung des Stadtrates am heutigen Mittwoch, 20. März. Mit Blick auf die Finanzen wird es sicher um die Frage gehen, welche Perspektive die Kulturhalle hat und ob sie künftig noch von allen „Mitstreitern“ (Museum, Gastronomie) genutzt werden soll - also ob es eine sogenannte „große Lösung“ geben wird oder eine kleine.
Das Thema Brandschutz beschäftigt die Verwaltung seit Jahren bei allen städtischen Gebäuden, bislang vorrangig bei den Kindergärten und Schulen. 2008 fand die letzte turnusmäßige Brandschau in der Kulturhalle statt. „Warum die Kenntnisse aus dieser Untersuchung danach nicht abgearbeitet wurden, wissen wir nicht“, sagt Hans-Willi Pergens. Einiges sei zwar in Angriff genommen worden, doch diese Maßnahmen hätten die jetzige Teilschließung nicht verhindern können.
Die partielle Schließung der Kulturhalle ist auch für Michael Erb, Geschäftsführer des KuCa, eine Katastrophe. Etwa 80 Prozent seines Umsatzes macht der Betreiber dank der Halle - durch Karnevalsveranstaltungen, Hochzeiten, Abi-Bälle und so weiter - und hat nun Angst, dass Gäste dauerhaft abwandern. Er will nun Schadensersatz fordern. „Da hängen auch meine Mitarbeiter dran“, sagt er. „Nur mit Kaffee und Kuchen kann ich den Laden nicht halten.“ Er ruft alle Sympathisanten auf, zur Ratssitzung am heutigen Mittwoch um 17 Uhr in den großen Sitzungssaal des Rathauses zu kommen: „Am liebsten wäre mir aber eine einvernehmliche Lösung.“

Infos zur Kulturhalle:

Die Kulturhalle wurde im Jahre 1939 erbaut. Im Jahre 1987 erfolgte eine komplette Renovierung sowie Erweiterung um eine Seitenbühne sowie ein Foyer. Das ortsgeschichtliche Museum bezog im Jahre 1989 die oberen Geschosse des Gebäudekomplexes.

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