Herbstkonzert 2019 des Knappenchores Rheinland e.V.
Schön - wie immer

von Hansfried Münchberg

Wie schnell ein Jahr vergeht merkt man immer am 1. Samstag im November, einem festen Programmpunkt im Moerser Kulturkalender. Genauso traditionell wie die Plätze im Kulturzentrum Rheinkamp voll besetzt sind, genauso traditionell ist das jährlich zu diesem Zeitpunkt stattfindende Herbstkonzert des letzten am linken Niederrhein verbliebenen Knappenchores „Rheinland e.V.“.

Wie immer mit einem humorvollen Augenzwinkern begrüßte der erste Vorsitzende der Knappen, Peter Noruschat, die anwesenden Gäste, insbesondere die Vertreter der Moerser Politik. Ein besonders herzliches Glückauf galt auch dieses Jahr wieder den beiden Ehrenhauerinnen Erika Scholten und Elke Thalhorst, die dem Knappenchor schon seit vielen Jahren die Treue halten.
Aber auch die vielen anderen Besucher und Ehrengäste im Saal kennt man aus zahlreichen vorhergegangenen Veranstaltungen. Ein sehr treues Publikum.

Peter Noruschat stellte gleich zu Anfang die vom Grafschafter Museums und Geschichtsvereins erstellte DVD „Was wird bleiben“ (Geschichte des Bergbaus am linken Niederrhein) vor.

Der erste Programmpunkt des Abends gehört natürlich der Pflege des bergmännischen Liedgutes.
Geleitet von seinem Dirigenten Theo Dahmen besangen die Knappen das schwere, entbehrungsreiche Leben des Bergmannes, aber auch die schönen Seiten des Berufes, den einmaligen Zusammenhalt den der gefahrvolle Beruf mit sich bringt. „Der Bergmann dringt ins dunkle Tief“ wird besungen, wie man sich in die Erde sprengt um daraus nur Edles zu Tage zu fördern. Das Beschwören der Schutzpatronin, der „Barbaragruß“ darf natürlich nicht fehlen um dann zum ersten Höhepunkt zu kommen, jedesmal ein Gänsehaut-Moment, das „Glückauf – Glückauf, der Steiger kommt“, viele im Saal erheben sich von ihren Sitzen und nehmen „Haltung“ an, man sieht so ziemlich jedem Besucher an, daß er irgendwie angerührt ist. Eine echte Hymne eben, kein Wunder, daß dieses Lied vorgeschlagen wurde, Weltkulturerbe zu werden.

Als Gäste des Abends traten der singende Bergmann Rudy Cash und das Trio Daddy Longleg auf.

Reinhold Kämmerer, alias „Rudy Cash“, der letzte „singende Bergmann“, der 35 Jahre lang „Schwarzes Gold“ gefördert hat, im Schatten der Fördertürme aufgewachsen, hat als Elektrohauer 35 Jahre lang unter Tage auf Zeche „Emil Fritz“ in Altenessen und „Hugo“ in Gelsenkirchen-Buer gearbeitet. Er begann, seine Erlebnisse unter Tage in Worte und Melodien zu fassen. Letzter Wagen – letzte Schicht, oder auch „Auf Kohle gebor`n“ gehören zu seinem eindrucksvollen Repertoire.

Das Trio Daddy Longleg, ein Trio der Extraklasse, präsentierte bekannte Songs in manchmal kaum zu erkennende Interpretationen verpackt, mit neuen und verblüffenden Arrangements versehen, in Tempo und Struktur verändert. Songs aus den Bereichen Jazz, Pop, Rock und Latin dienen der Band als „Rohmaterial“ und werden in typischer Daddy Longleg Manier vorgetragen.

Im weiteren Verlauf des Abends verstärkte der befreundete Chor des MGV „Cäcilia“ Liedberg die Knappen. Gegen Ende des harmonischen Abends ging es musikalisch nach Latein-Amerika.
„Ayayayjay“, schon summen alle mit, die heimliche Hymne Mexikos, „Cielito Lindo“, das Mariachi - Lied, ein beliebtes mexikanisches Volkslied mit einer unvergesslichen Melodie und eingängigem Liedtext, welcher einfach zum Mitsingen animiert.
Und weiter geht es mit dem heimlich Mitsingen: „Guantanamera“ das Kubanische Lied, ein vertontes Gedicht, gerne interpretiert von Weltstars wie Joan Baez, Jose Feliciano, Julio Iglesias, Udo Jürgens, Trini Lopez, nun aber vom Knappenchor und seinen Gästen, gesungen und gesummt erfüllt es das Rheinkamper Kulturzentrum.

Frohgestimmt ging man nach Hause, wieder einmal ein gelungener Konzertabend. Aber, bald ist ja wieder ein Jahr vorüber....

Autor:

Hansfried Münchberg aus Moers

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