Moerser Tierheim in der Pandemie
Eine zweite Chance für Fellnasen

Gisela Grossmann und Kathrin Novotny mit Hündin Amira (2), die auf ein neues Zuhause wartet.
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  • Gisela Grossmann und Kathrin Novotny mit Hündin Amira (2), die auf ein neues Zuhause wartet.
  • Foto: Heike Cervellera
  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

COVID-19 hat uns weiterhin fest im Griff. Die sich ständig weiter entwickelnde Pandemie und die rasant steigenden Zahlen stellen auch für das Moerser Tierheim immer wieder neue Herausforderungen dar. „So richtig kommen wir nicht zur Ruhe“, erzählt Ehrenamtlerin Gisela Grossmann im Gespräch mit dem Wochen-Magazin.

Vor allem die drei sogenannten „Roten Hunde“ Kurt, Bärbel und Max, Vierbeiner, die durch Aggressionsverhalten oder sogar Beissvorfälle auffällig geworden sind, würden den Mitarbeitern große Sorge bereiten. „Die allgemeine Nachfrage nach Tieren ist stark zurück gegangen. Der Markt scheint gesättigt zu sein, für unsere Tiere ist das sehr traurig“, bedauert Kathrin Novotny, die beim Moerser Tierschutzverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Zu Beginn der Pandemie, im Frühjahr 2020, war die Nachfrage bei der Tiervermittlung noch riesig. Wir konnten uns vor Anfragen kaum retten.“ Viele Menschen hätten sich damals wegen der verstärkten Home Office Situation ein Tier angeschafft, aber keinen Plan B gehabt, was danach passieren soll. Zwar wurden von den Tieren, die aus dem Moerser Tierheim vermittelt wurden, nur wenige zurück gebracht, aber es hätte etliche Anfragen für Abgaben von fremden Tieren gegeben - allerdings aus den vielfältigsten Gründen, die nichts mit Corona zu tun hatten. „Wenn das Tier dann nicht mehr in den Alltag passt oder ein Verhalten aufweist, das nicht gewünscht ist, wird es eben einfach abgegeben“, so Kathrin Novotny nachdenklich.

Traurige Abgabefälle

Und das geschehe nicht immer behutsam. Im Oktober vergangenen Jahres hätte es zum Beispiel einen Fall am Moerser Tierheim gegeben, bei dem eine Frau einen Hund einfach über den Zaun warf. Der arme Vierbeiner leidet nun an Hüftproblemen. Erfreulicherweise sah ein Nachbar den Vorfall und meldete ihn. Der zweite Hund, der auf diese grausame Weise „entsorgt“ werden sollte, saß da noch im Auto der Frau. Immer wieder ereignen sich traurige Fälle, wie die Mitarbeiterinnen berichten.
Acht Hunde, 15 Katzen (darunter sieben Jungkatzen unter einem Jahr) und mehrere Kaninchen warten derzeit im Moerser Tierheim auf ein neues Zuhause. „Wir wünschen uns sehr, dass sie bald vermittelt werden können“, so Kathrin Novotny, die in diesem Zusammenhang auch den illegalen Welpenhandel und Hundekauf aus dem Ausland anspricht: „Diese Tiere sind oft krank, wurden der Mutter zu früh weggenommen und mussten schon viel Leid in Kauf nehmen. Zudem ist die Beschaffung von Tieren den Interessenten heute leicht gemacht. Per Smartphone kann man sich bequem vom Sofa aus einen Hund oder eine Katze bestellen, und das ohne das Tier vorher gesehen zu haben oder die nötigen Informationen zum Verkäufer zu erhalten. Alles zum Leid der Tiere. Früher war das schwieriger. Man musste ins Tierheim fahren und sich das Tier vor Ort aussuchen.“ So sei ja auch viel leichter zu schauen, ob das Tier überhaupt zu einem passe. Durch Gassigeh-Runden könne man schnell merken, ob die Chemie zwischen Zwei-und Vierbeiner stimme. Mensch und Tier müssten sich erst einmal „beschnuppern“ und dafür gäbe es im Moerser Tierheim ausreichend Zeit.

Kleines Hundehaus wurde umgebaut

Im vergangenen Jahr hat sich auf dem Gelände „Am Peschkenhof“ zudem einiges verändert. Das große Hundehaus gibt es zwar nach wie vor, aber das ehemals kleine Hundehaus wurde umgebaut und dient heute als Katzen-, Kleintierquarantäne-und Arztraum. Der Tierarzt ist regelmäßig vor Ort. Um den Tieren all das bieten zu können, ist der Verein auf regelmäßige Spenden angewiesen. Wer gerne spenden möchte, die Konten lauten: Volksbank Niederrhein: DE81 1106 7217 0920 13 und bei der Sparkasse am Niederrhein: DE93 3545 0000 1120 0059 86.
Anfragen zu den Vermittlungstieren werden unter Ruf: 02841-21202, montags bis freitags ab 14 Uhr bis 17 Uhr, und samstags von 13 bis 16 Uhr entgegen genommen. Besuche finden Corona befindet nur nach vorheriger Terminabsprache statt. Das Team des Tierheimes steht auch unter der Mailadresse pfotenpost@tierheim-moers.de für Fragen zur Verfügung. Weitere Infos gibt es unter www.tierheim-moers.de
Insbesondere die „Roten Hunde“ Kurt (Cane Corso Mix), Bärbel (Boxer-Mix) und Max (Mischlingsrüde) freuen sich über ein neues Zuhause mit erfahrenen Hundehaltern. Die zweite Chance haben sie mehr als verdient.

Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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