Ferienprogramm im Musenhof - Kinder haben viel Spaß beim spinnen, tauschen und färben
Mittelalter spielerisch erleben

Gräfin Paulina (Mitte) mit anderen Stadtbewohnern. Der Tauschhandel macht den Kleinen besonders großen Spaß. | Foto: Heike Cervellera
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  • Gräfin Paulina (Mitte) mit anderen Stadtbewohnern. Der Tauschhandel macht den Kleinen besonders großen Spaß.
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Die kleine Gräfin Paulina (6) ist voll in ihrem Element. Beim Kinderferienprogramm im Musenhof wurde sie heute zum Stadtoberhaupt ernannt.
„Ich bewache die Stadtkasse und passe auf alles auf“, schwärmt die Kleine. In der mittelalterlichen Spiel-und Lernstadt „Grafschafter Musenhof“, geht es bereits seit drei Wochen hoch her. Nach der ersten Woche, wo es um die Themen „Feuer und Wasser“ ging, in der zweiten um „Holz und Stein“, stehen jetzt „Schuhwerk und Kleidung“ auf dem Programm. Nach einer kurzen Einleitung ist das mittelalterliche Treiben ein Selbstläufer, die Kinder starten mit viel Elan in den Tag.
„Die Kleinen haben großen Spaß“, berichten Museumsleitern Diana Finkele und Patrick Bohndörfer, Kulturpädagoge des Musenhofes.
Spinner, Seiler & Reeper, Weber, Färber und Schuhmacher sind nun gefragt. Die Kinder können dabei unter anderem selbst einen langen Faden herstellen, den sie am Webrahmen verarbeiten können, drehen ein Tau oder stellen eine eigene lange Stoffbahn her. Diese oder auch ein eigenes Kleidungsstück können die Mini-Handwerker selbst einfärben. Julia (8) war schon in den vergangenen Jahren beim Ferienprogramm im Musenhof dabei und ist nach wie vor begeistert. Heute „spinnt“ die Kleine zusammen mit Doro Jungschlaeger. Die Ehrenamtlerin arbeitet gerne mit den Kindern zusammen: „Viele sind so fleißig dabei, die Ergebnisse sind sehr schön.“

Sophie (9): "Verkaufen mag ich besonders gerne"

Die Kinder können in den Themenwochen nicht nur in die Rolle der Handwerker schlüpfen, sondern sich auch in mittelalterlicher Gewandung verkleiden. Können, müssen aber nicht. Sophie (9) trägt in diesem Jahr kein „Kostüm“. „Es gefällt mir auch so super gut. Man kann hier so viel machen und das Leben von früher gut darstellen. Verkaufen mag ich besonders gerne“, sagt die Schülerin und strahlt dabei. Auch viele andere kleine Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind vom Tauschhandel begeistert. In der ersten Woche konnten die Kleinen sogar selbst Münzen, die „Moerser Möhrchen“, herstellen.
Diebe oder andere Schurken müssen entweder für kurze Zeit in den Kerker des Stadtturms oder an den verstellbaren Sitzpranger, der sich im Zentrum der mittelalterlichen Stadt befindet - natürlich nur spielerisch. „Damals mussten Menschen dort einen Tag lang sitzen und die Beschimpfungen der anderen Stadtbewohner ertragen. Dieser stand in Moers um 1300 und 1400 auf dem Altmarkt“, erzählt Diana Finkele. Der Sitzpranger war für kleinere Vergehen gedacht. Die oder der Verurteilte wurde so öffentlich zur Schau gestellt. „Ich saß in den letzten Wochen auch schon öfter dort“, schmunzelt Patrick Bohndörfer. Die Kinder hatten wohl Spaß dabei, den Kulturpädagogen zu fesseln.
Jede Woche des Ferienprogramms endet mit einem eigenen Abschluss. Das große Schlossfest mit Theaterfest zum Tag des offenen Denkmals findet unter Coronaauflagen am 12. September von 11 bis 19 Uhr im Museum im Schloss statt.

Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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