Das Experiment: Moerserin Ruth Braun wagt spannende Zeitreise ins Ungewisse
„War früher wirklich alles besser?“

Ruth Braun aus Moers wagte die Reise ins Ungewisse - eine Reise, die durch drei Jahrzehnte ging.
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  • Ruth Braun aus Moers wagte die Reise ins Ungewisse - eine Reise, die durch drei Jahrzehnte ging.
  • Foto: Heike Cervellera
  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

Wie war das eigentlich früher so in den 1940er, 1960er und 1980er Jahren? Vieles war anders – das ist klar. Aber war „die gute alte Zeit“ auch wirklich gut? Ruth Braun, Marc Keiterling und Renate Barthold-Becker wagten das Retro-Experiment.

Die drei schlüpften für eine Woche in andere Rollen und begaben sich für die WDR-Sendung „1949, 1969 und 1989 – was war früher besser?“ als Vertreter der drei Schicksalsjahre auf eine spannende Zeitreise. Mit Sack und Pack ging's quer durch Deutschland los. Köln, Düsseldorf, Leipzig und Vogelsdorf waren unter anderem die Reiseziele. Ruth Braun (30) aus Moers bewarb sich beim WDR, als sie von der Ausschreibung hörte: „Für mich war klar, dass ich dabei sein wollte. Und das hat dann auch relativ zügig geklappt. Das Experiment war definitiv eine Reise ins Ungewisse. Spannend, wir wussten nie, was uns jeden Tag erwartet. Man fühlte sich wie ein Rockstar, der fast jeden Morgen woanders aufwacht. So dass man sich fragen konnte „Wo bin ich jetzt eigentlich?““ Jeden Tag übergab Spielleiter Benjamin Braun den dreien neue Aufgaben, die sie ohne fremde Hilfe lösen mussten. Und diese hatten es in sich. Unsere drei Hauptdarsteller versuchten sich als „Trümmerfrauen“ der Nachkriegszeit. „Super anstrengend“, findet Ruth Braun, die die Kleidung, die Musik und die Möbel der 1950er und 1960er Jahre liebt. Als Inhaberin von „Seconrella“, einem Geschäft für exklusive Vintage-und Secondhand-Mode an der Kirchstraße 28, war die sympathische 30-Jährige natürlich wie für das Experiment gemacht. Aber nicht nur die Trümmerbeseitigung prägten die Jahre nach Kriegsende. Auch der Hunger war ein beherrschendes Thema. „Zum Abendessen gab's Anisbrot mit Butter und Zucker. Das schmeckte scheusslich und satt wurde man davon nicht“, so Ruth Braun nachdenklich.

Turbulente Zeiten...

1969 war das Land bereits acht Jahre durch eine Mauer gespalten. Eine turbulente Zeit! „Die gespielten Zollkontrollen haben mir am besten gefallen. Schmuggeln war natürlich verboten. In meinem Auto hatte jedoch jemand Schallplatten versteckt. Da musste ich mich erstmal erklären und schauen, wie ich aus der Nummer wieder raus komme“, lacht Ruth Braun. Das alles gehörte natürlich zum Spiel, ebenso wie die weitere Challenge 270 Kilometer zu trampen.
1989 reisten Ruth, Marc und Renate im Trabbi durch die ehemalige DDR. „Gefühlt sitzt man wie in einem Plastikauto“, scherzt die Seconrella-Inhaberin. „Und dann mit 90 km/h durch die Gegend.“
Gut gefallen hat ihr das Experiment. „Ich würde immer wieder mitmachen, es hat mir großen Spaß gemacht. Und: Früher war natürlich nicht alles besser. Vor allem die Rolle der Frau war in den 50er Jahren nicht gerade rosig. Für viele Dinge brauchte man die Zustimmung des Ehemannes. Was ich an der alten Zeit vor allem liebe, ist die Nostalgie, die dahinter steckt. Alles war langlebiger und mit mehr Tiefgang. Kleidung und Möbel wurden besser gepflegt. Es war eben keine „Wegwerfgesellschaft“. Zudem habe ich auch durch das Experiment viel an geschichtlichem Wissen dazu gelernt.“
Marc Keiterling (49), also Baujahr 1969, aus Oberhausen ist ebenfalls begeistert vom Experiment, an dem er bereits 2018 teilnahm. „Es war eine tolle Reise durch drei Jahrzehnte.“ Und das Fazit des Gebietsredakteurs der Westdeutschen Verlags- und Werbegesellschaft: „Früher war nicht alles besser, aber einiges schon. Heute können wir zwischen einer analogen und digitalen Welt entscheiden. Das konnte man damals nicht, man hatte keine Wahl. Die analoge Technik ist jedoch mehr mein Ding. Und ich bin ein Freund der 1960er und 1970er Jahre, denn ich liebe die Musik, die Autos und die Mode aus dieser Zeit. Jederzeit würde ich beim Experiment wieder mitmachen.“

Ruth Braun aus Moers wagte die Reise ins Ungewisse - eine Reise, die durch drei Jahrzehnte ging.
Mit Sack und Pack ging's quer durch Deutschland los. Eine spannende Reise für alle Teilnehmer.
Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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