Baugelände kein Abenteuerspielplatz: Erst gefährliche Bodenberge - nun ungesicherte Baustellen

Erst als ein Kamerateam der WDR-Lokalzeit Duisburg aufschlug, wurde die Verschüttungsgefahr gebannt.
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Als der Troß einer Ortsbegehung zur Verkehrsberuhigung im Wohnumfeld Meerbeck-Ost/Hochstraß von der Taubenstrasse in das Neubaugebiet trat, dachte Nachbar Bernd laut: "Hier beginnt der rechtsfreie Raum!" Die langsam wachsende Planetensiedlung steht auf dem Grund der Evonik-Wohnen und wird erst nach Fertigstellung in die Obrigkeit der Stadt Moers übergehen. Dieses wird noch lange dauern ... (siehe "Keine Fertigstellung zum Vertragsende 2012 - städtische Reaktion zum "Vertragsbruch" " vom 23.6.10)

Bis dahin scheint hier jeder nach Wild-West-Manier sein Unwesen zu treiben, ein Eldorado für rücksichtslose Brummi-Gauchos, rasende Asphalt-Cowboys, Siedler-Tracks, die ihren Müll in der Prärie entsorgen. B-Plan brachial gegen berechtigte Anwohnereinwände durchgesetzt, Genehmigungen am Fließband herausgechmissen, über Mißstände dezent nach dem Motto "wenn es nicht auffällt" hinweggeschaut ... Kontrolle scheint hier ein Fremdwort zu sein.

Ja, nicht auffallen, jahrelang eine erfolgreiche Methode ... bis die Anwohnerinitiative im gesamten Wohnbereich zwischen Bismarck-, Römer- und Westerbruchstr. in Eigenleistung fast 1700 Fragebögen verteilte. Zwar gab es leider nur knappe 6 Prozent Rückmeldungen zu akuten Problemen, da viele Anwohner immer noch durch die jahrzehntelang erprobte "Bürger-nicht-ernstnehm-Taktik" geschockt sind. Aber es gab viele erfreuliche und konstruktive Vorschläge, einen sogar den die Sprecher der Anwohnerinitiative wegen "Gefahr in Verzug" sofort aufgreifen mußten: Nachbar Gerhard wies auf die überdimensionierten Bodenberge am Rande des Neubaugebietes hin. Tags zuvor haben Bagger Erde geschaufelt und Überhänge stehen lassen. Nach den sehr trockenen Tagen mit viel Wind haben sich Errosionen im Erdreich gebildet, hätten jederzeit die Erdmassen abstürzen können. Angesichts der Tatsache, dass hier immer wieder Kinder beim Spielen beobachtet wurden, stellte dieses eine absolute Gefahr da. 3 der 4 Mails an verantwortliche Mitarbeiter des Bauträgers blieben unbeantwortet; der 4. bat um die Streichung aus dem Verteiler, da er für den Bereich nicht zuständig wäre. Diese Haltung war nicht duldbar und wirkt grob fahrlässig. Zumal 2008 beim gleichen Bauträger in Walsum ein 6-jähriger Junge verschüttet wurde.

Erst nach dem Einschalten der WDR-Lokalzeit Duisburg und des Tiefbauamtes wurde medienwirksam einer von 2 Bodenbergen flacher gezogen und umzäunt. Nach viel Telefon- und Mailkorrespondenz war auch endlich nach über 3 1/2 Wochen der 2. Bodenberg vollständig umzäunt.

Man scheint immer noch nicht die entsprechenden Lehren gezogen zu haben, denn nun sind die Baustellen der freiverkauften Grundstücke ungesichert. Vor etwa 6 Wochen meldete Nachbarin Gudrun dieses bei der Verwaltung und seit weiteren 3 Wochen tobt der Mailverkehr zwischen Anwohnerinitiative und Tiefbauamt: Man habe die Eigner angemahnt die Baugruben und Rohbauten vollständig zu sichern, aber getan hat sich noch nichts.

Zur Erteilung von Genehmigungen gehört mit Sicherheit auch die Kontrollfunktion zu den Aufgaben ... hier kommen wir wieder zum Anfangspunkt der Story: Halt Wilder Westen, wo die Anwohner wie Hilfs-Sheriffe von Meerbeck gezwungen sind, dem Unrecht ein Ende setzen zu müssen.

Unserer Kinder Willen.

Autor:

Christian Voigt aus Moers

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