Grünes Licht für die Bahn

Hier soll der großzügig angelegte Bahnhofsvorplatz entstehen. An der Stelle, wo der mit Plastikfolie bedeckte Erdhügel in der Mitte liegt, wird künftig das Bahnhofsgebäude bzw. die Haltestation „City“ stehen. Rechts müssen ein paar Bäume gefällt werden, um die Schienenstrecke durchgängig zu machen. Zur Orientierung: links im Bild befindet sich der Rohbau des neuen Kinos.
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  • Hier soll der großzügig angelegte Bahnhofsvorplatz entstehen. An der Stelle, wo der mit Plastikfolie bedeckte Erdhügel in der Mitte liegt, wird künftig das Bahnhofsgebäude bzw. die Haltestation „City“ stehen. Rechts müssen ein paar Bäume gefällt werden, um die Schienenstrecke durchgängig zu machen. Zur Orientierung: links im Bild befindet sich der Rohbau des neuen Kinos.
  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

Kamp-Lintfort. „Nächster Halt Kamp-Lintfort City!“ So oder ähnlich könnte sich die Durchsage in der neuen Niederrheinbahn anhören, die bereits zur Landesgartenschau 2020 fahren soll. Zumindest teilweise, denn das letzte Stück Schienenstrecke im neuen Zechenpark, eine rund 1,3 Kilometer lange Strecke durch das ehemalige Bergwerk West bis in die Innenstadt, muss komplett neu hergestellt werden. Das heißt, dort müssen nicht nur die Gleise, sondern auch der Unterbau erneuert werden. Hier wird die Bahn dann wahrscheinlich erst Ende 2021 fahren.
Aber, dass die Bahn nun kommt, steht fest! Und die Stadt freut sich über den Anschluss, auf den sie fast 21 Jahre gewartet hat. Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt: „Das ist für uns ein Quantensprung. Wahrscheinlich das bedeutendste Stadtentwicklungsprojekt des Jahrhunderts.“ Bis heute ist Kamp-Lintfort im äußersten Westen des Ruhrgebiets eine der größten deutschen Städte ohne Bahnanschluss.
Der Bahnbetrieb wird letztendlich durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr finanziert. Soweit die Fahrtkosten nicht durch Fahrscheineinkünfte refinanziert werden. „Das ist aber quasi nie der Fall. Es gibt keine Strecke, wo es so läuft“, erklärt Arne Gogol, stellvertretender Leiter des Planungsamtes Kamp-Lintfort. Und fügt freudig einen bedeutenden Vorteil hinzu: „Man muss sich das so vorstellen. Heute fährt man mit dem Bus von Kamp-Lintfort nach Duisburg in rund 50 Minuten. Stau auf der A40 ist meistens vorprogrammiert. Mit der Bahn ist man von Kamp-Lintfort nach Duisburg dann unter 30 Minuten unterwegs. Ein Riesenvorteil für die Fahrgäste.“ Die Haltestationen der Niederrheinbahn werden Kamp-Lintfort City, Kamp-Lintfort Süd/Kattenstraße, Repelen, Moers-Eick, Moers, Duisburg, Oberhausen und Bottrop sein (es ist wahrscheinlich, dass zwischen Duisburg und Bottrop noch weitere Haltestellen angefahren werden). Ca. ab Höhe Repelen läuft die Strecke unter der A57 durch und parallel zur A42. Es ist also möglich, von Kamp-Lintfort ohne lästiges Umsteigen auf direktem Wege nach Bottrop zu fahren. „Gerade für viele Berufspendler und die Studenten unserer Hochschule Rhein-Waal sehr bequem“, so Gogol und Dr. Landscheidt weiter. Zwischen 5 und 23 Uhr soll der Zug im Stundentakt in Kamp-Lintfort losfahren bzw. eintreffen. Und: Die Nachfrage ist groß! Eine Fahrgastpotenzialanalyse ergab, dass rund 3000 Personen die Bahnstrecke in beide Richtungen täglich nutzen würden.
Dass es nun in Kamp-Linfort endlich einen Bahnanschluss, eventuell mit Bahnhofsgebäude oder einfach nur eine Haltestation geben wird, kommt durch die finanzielle Verteilung des „Kieler Schlüssels“ zustande. Der sogenannte „Kieler Schlüssel“ ist ein von der deutschen Verkehrsministerkonferenz beschlossener Verteilschlüssel der vom Bund an die Länder vergebenen Regionalisierungsmittel für den öffentlichen Personennahverkehr. 15,5 Millionen Euro kostet die Trassen- und Gleiserneuerung insgesamt.
Im Bereich des Bahnhofes Rheinkamp wird noch ein 270 Grad Bogen gebaut werden müssen, um die kommende Niederrheinbahn an die bereits vorhandene Strecke Xanten-Moers-Duisburg anzubinden (Übergang von Niederrheinbahn ans DB-Netz). Bezüglich der Streckenreaktivierung arbeitet die Stadt mit der R.A.T.H. GmbH als Projektpartner zusammen. Die R.A.T.H. GmbH ist eine Holding bestehend aus den regional und überregional tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Der geplante „Bahnhof“ bzw. die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes soll Ende 2019 in einem Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben werden. Nach der Laga 2020 kann dann endlich der letzte Abschnitt im Zechenpark (Friedrichstraße/Ringstraße/Friedrich-Heinrich-Allee) fertig gestellt werden. Die neue Bahnstrecke ist dann komplett.

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