Schulbuchmangel: Schüler protestieren mit Erfolg - die Stadt springt für das Land ein

Schüler des Gymnasiums Rheinkamp machen auf  massiven Schulbuch-Mangel aufmerksam. Foto: Heinze
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Moers. An den Moerser Gymnasien fehlen bereits im laufenden Schuljahr wichtige Schulbücher, die von der Stadt Moers als zuständigem Schulträger bisher nicht finanziert werden.
Besonders drastisch wird sich der Schulbuchmangel im kommenden Schuljahr verschärfen. Denn sowohl die jetzigen Neuntklässler als auch die Zehntklässler werden im Rahmen des G8/G9- Doppeljahrgangs in dieselbe Jahrgangsstufe gehen. „Die doppelte Anzahl von Schulbüchern wird also benötigt. Oder bekommt dann nur jeder Zweite ein Buch?“, fragen sich die Betroffenen.
Schulpflegschaft, Schülervertretung und die Schulkonferenz des Gymnasiums Rheinkamp haben die Stadt Moers als zuständigen Schulträger in Gesprächen und durch Anträge wiederholt aufgefordert, die Finanzierung der fehlenden Schulbücher sicherzustellen. „Seit Oktober 2009 befinden sich die Gremien mit der Stadt Moers in einem kritischen Dialog. Bisher leider ohne Erfolg“, so die Schulpflegschaft.
Die Zeit drängt. Deshalb haben Schulpflegschaft und Schülerverwaltung des GREM eine Unterschriftenaktion durchgeführt, um ihrer Forderung nochmals Nachdruck zu verleihen. Rund 2000 Bürger unterstützten bereits die Aktion für mehr Schulbücher durch ihre Unterschrift. Eltern und Schüler des Gymnasiums Rheinkamp demonstrierten jetzt im Rathaus vor der jüngsten Schulausschusssitzung. Vor Beginn der Sitzung überreichte eine Delegation der Schule, bestehend aus Schülern und Eltern, die Unterschriftenlisten der Vorsitzenden des Schulausschusses, Heidelinde Heller. Anschließend „bombardierten“ besorgte Eltern die Ausschussmitglieder mit kritischen Fragen und baten eindringlich um schnelle Hilfe.
„Zum Wohle nicht nur unserer Schülerschaft können wir hoffen, dass die Stadt Moers trotz schwieriger Finanzlage ihrer Verpflichtung nachkommt und nicht bei den Schulbüchern mit dem Sparen beginnt. Eine gute Ausbildung der Moerser Jugend sollte es der Stadt Wert sein“, so die Schulpflegschaft.

Am Donnerstag, 1. Juli, dann die Wende: Die Schulbücher für die „G8" sind laut Stadt Moers gesichert. Sie springe für das Land ein und stellt die notwendigen Mittel für die zusätzlichen Schulbücher bereit. Sie werden mit Schuljahresbeginn für den doppelten Oberstufenjahrgang an den Gymnasien in Zusammenhang mit der Verkürzung von neun auf acht Jahre („G8“) benötigt. Ansonsten wäre ein ordnungsgemäßer Schulbetrieb nicht möglich. Nachdem das Land eine Kostenbeteiligung mit Hinweis auf die Notwendigkeit einer vorausschauenden Bedarfsplanung seitens der Gymnasien abgelehnt hatte, streckt die Stadt das Geld nun vor, so der Beschluss im Rahmen der Haushaltsberatungen des Rates. Damit ist jetzt gesichert, dass die Schulbücher rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres zur Verfügung stehen. Die Stadt Moers will nun gegen das Land Klage erheben, unterstützt vom Städte- und Gemeindebund. Auch bei den Leitern der Moerser Gymnasien rief das Schreiben des Ministeriums Unverständnis hervor. Sie sind aktiv beteiligt und werden den Zusatzbedarf stichhaltig und gerichtsfest darstellen.

Autor:

Monika Meurs aus Moers

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