100 Kilometer in fünf Tagen

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20 Frauen machten sich, organisiert vom DJK Sportverband Diözesanverband Münster, auf den Weg entlang des Niederrheins.

„Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft. Im Menschen lebt eine Sehnsucht, die Ihn hinaustreibt“, sagte bereits Augustinus. Diese Sehnsucht trieb auch 20 verschiedene Frauen am Samstag in Emmerich-Elten zusammen. Vor ihnen lagen 100 Kilometer entlang des Niederrheins.

Viel haben die 20 Frauen zwischen 38 und 78 Jahren auf ihrem Weg gesehen. Es ging von Emmerich über Kleve nach Kalkar und von dort über Xanten und Rheinberg nach Moers. Eine Strecke, die manche an ihre körperlichen Grenzen brachte, aber vor allem bei den meisten die innerlichen Grenzen aufbrach. „Ich bin froh, dass wir die ganze Zeit draußen in der Natur gelaufen sind, so konnte man die kommenden Gedanken positiv umwandeln“, berichtet eine der Teilnehmerinnen in der Abschlussrunde. Viele der Pilgerinnen ringen mit ihrer Fassung, die letzten Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Äußerlich über Blasen und geschundene Füße genauso wie innerlich.

An jedem Morgen gab es einen Impuls, der die Frauen den Tag über begleitete: „Während morgens dazu ein Vers aus der Bibel vorgelesen wurde, wurde nachmittags über die Auslegung heute diskutiert“, berichtet Gisela Bienk, Vorsitzende des DJK Sportverband Diözesanverband Münster, die für die Verpflegung der Frauen zuständig war. Gemeinsam mit Daniela Otto, Referentin für Kirche und Sport DJK Diözesanverband Köln und Lisa Keilmann, geistliche Beirätin DJK Diözesanverband Essen, begleitete Bienk die 20 Frauen auf dem Weg, der für viele wesentlich mehr zu sein gewesen scheint, als die puren 100 Kilometer.

Zum Abschluss der Pilgerreise finden sich die Frauen in der Stadtkirche in Moers ein. Eine multifunktionale Kirche, in der auch Veranstaltungen jeglicher Couleur abgehalten werden. Ein Ort, der für Offenheit steht. Genauso wie die Frauen, die sich anfangs auf ein Abenteuer eingelassen haben, dessen Ausklang sie nicht kannten. „Ich habe meine äußeren Grenzen kennengelernt und bin jetzt auch in der Lage zu sagen: ‚Bis hier hin und nicht weiter‘“, berichtet eine Teilnehmerin. Es waren Stunden voller Gespräche, aber auch Erlebnisse. So konnte die Gruppe zum Beispiel am Dienstagabend um 21 Uhr noch eine Führung durch den Xantener Dom machen: „Das wurde extra für uns organisiert, sodass wir auch ganz alleine dort waren. Eine unglaublich schöne Erfahrung“, erzählt Bienk.

Moers mit seiner Stadtkirche ist die letzte Station auf der Pilgerreise gewesen, aber der Weg wird in den meisten wohl noch lange nachhallen, wie eine Teilnehmerin bestätigt: „Meine äußeren Grenzen habe ich erreicht, aber mit meinen inneren werde ich mich jetzt im Nachklang auseinander setzen.“

Alle Fotos: Heike Cervellera

Autor:

Sarah Dickel aus Moers

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