Männer mit Brustkrebs: "Wir sind nirgendwo am richtigen Ort"

„Egal, wohin wir uns nach der Diagnose Brustkrebs wenden, wir Männer sind mit dieser Krankheit eigentlich nie am richtigen Ort“. Diese bittere Erkenntnis stammt von Peter Jacobi, bei dem vor drei Jahren ein so genanntes Mammakarzinom diagnostiziert wurde.

Er wandte sich an die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH), die seit 30 Jahren die Interessen von Krebskranken vertritt und die nun ein Netzwerk für Männer mit Brustkrebs initiiert. „Zurzeit gibt es keine Selbsthilfeorganisationen, die sich dieser Patientengruppe annimmt“, erläutert Brigitte Overbeck-Schulte, Bundes-vorsitzende der FSH, das Projekt. „Aber gerade Männer befinden sich nach der Diagnose Brustkrebs häufig in einer psychologisch äußerst schwierigen Situation. Die Tatsache, dass sie von einer typischen Frauenkrankheit betroffen sind, die zudem die Gefahr einer genetischen Veranlagung in sich birgt und somit eventuell auch Familien-angehörige betrifft, bedeutet eine zusätzliche enorme psychische Belastung. Hier sind die Angebote der Selbsthilfe - psychosoziale Unterstützung und der Erfahrungsaustausch mit Gleichbetroffenen - sehr wichtig.“

Auf der Bundestagung der FSH, die Ende August in Magdeburg stattfand, wurden die notwendigen Strukturen entwickelt, innerhalb derer die Männer nicht nur psychosoziale Unterstützung finden, sondern vor allem auch ihre Interessen nachhaltig vertreten können. Dafür stellt die FSH ihre Erfahrungen und Infrastruktur zur Verfügung.

Mehr als 700 Mitglieder der FSH aus ganz Deutschland nehmen jährlich an dem Fachkongress der größten deutschen Krebs-Selbsthilfeorganisation teil. „Für uns ist diese Veranstaltung jedes Jahr ein Highlight“, erklärt Elisabeth Fuders, Vorsitzende der Gruppe Moers. „Die Bundestagung bietet uns nicht nur die Gelegenheit, mit Gleichbetroffenen Erfahrungen auszutauschen, sondern dient uns vor allem auch zur Fortbildung.“ Den Teilnehmern wurden viele interessante Vorträge von Experten aus Praxis und Forschung geboten. So erhalten die Mitglieder der FSH das Rüstzeug, damit sie auch in der Lage sind, die sich ständig ändernden Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens zu meistern. Denn die Selbsthilfe fängt heute mehr denn je das auf, was angesichts leerer Kassen im Medizinalltag nicht zu leisten ist – Zeit zum Zuhören, Zeit für intensive Informationsgespräche über die Möglichkeiten der Alltagsgestaltung mit der Erkrankung Krebs und die Planung des Krankheitsmanagements oder Unterstützung bei der Abwägung des Nutzens oder Nachteils einer Therapie.

Die Gruppe Moers trifft sich immer jeden 1. Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden 3. Mittwoch von 17 bis 19 Uhr im Gemeindehaus der Bonifatiuskirche Bonifatiusstraße 104, in Moers-Asberg. Kontakt: Elisabeth Fuders (02841/33460).

Autor:

Monika Meurs aus Moers

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