16 Punkte im Gault Millau
Kulinarische Konstanz im Restaurant Kurlbaum

Michael Kurlbaum (Mitte) arbeitet mit einem eingespielten Team um den langjährigen Küchenchef Detlev Hufschmidt (l.) zusammen. Foto: Michael Köster
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Michael Kurlbaum ist der Inbegriff der Konstanz am Niederrhein. Während andere Kollegen der gehobenen Gastronomie längst den Rücken gekehrt haben, betreibt er seit 32 Jahren das gleichnamige Restaurant an der Burgstraße in Moers, und seit nahezu einem Jahrzehnt werden er und sein Team vom renommierten Restaurantführer Gault Millau mit 16 von 20 möglichen Punkten belohnt.

"Wir freuen uns darüber. Das ist eine Bestätigung unserer Leistung über einen langen Zeitraum", sagt Michael Kurlbaum, setzt sich aber zugleich kritisch mit dem Bewertungssystem der Restaurantführer auseinander: "Der Tester kommt einmal im Jahr und hat dadurch nur einen Minimalausschnitt."
Mit besagten 16 Punkten bewegt sich das "Kurlbaum" absolut auf Sterneniveau, doch die begehrte Auszeichnung des Guide Michelin ist für den 66-jährigen kein Thema. "Der Michelin hat eine andere Erwartungshaltung als der Gault Millau. Ein Stern ist mit extremem Aufwand verbunden, den wir gar nicht leisten können. Dann brächte ich die doppelte Küchenmannschaft und einen Sommelier", erklärt Michael Kurlbaum, der mit kleiner Mannschaft eine europäische Frischeküche anbietet. Auf der monatlich wechselnden Karte erscheinen mediterrane Köstlichkeiten wie Carpaccio vom Thunfisch oder Rücken vom Iberico-Schwein, zugleich aber auch Traditionsgerichte wie Gänsekeule.

Zwei Häuser

Vom Ansatz her hat sich nicht viel geändert, seit der diplomierte Sozialwissenschaftler 1986 sein eigenes Restaurant eröffnete, nachdem er zuvor in Düsseldorf in Cafés gejobbt hatte. Innenarchitektin Clara Saal gelang es damals, zwei Häuser gekonnt miteinander zu verbinden und eine Aufteilung zu schaffen, die noch heute eine Wohlfühl-Atmosphäre schafft. Im Erdgeschoss befinden sich Theke und Bistro, in der ersten Etage das schnieke Abendrestaurant, das aber nicht zu edel daher kommt. "Wir wollten nie eine Elite bedienen, sondern vernünftiges Essen machen", sagt der Patron, der seit 29 Jahren mit seinem Küchenchef Detlev Hufschmidt ein Gespann bildet. "Die Gastronomie ist hochattraktiv, wenn man die Voraussetzungen dafür bietet", meint Michael Kurlbaum, dem die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter sehr am Herzen liegt. Zwischen Küchenchef und Azubi macht er da keinen Unterschied.
Im Gegensatz dazu beklagt er ein wenig die fehlende Anerkennung. "Wir haben die höchste Bewertung weit und breit. Eine Gastronomie prägt doch auch das Image einer Stadt", äußert sich Michael Kurlbaum, der vielen Stammgäste begrüßen kann und über Aktionen wie die "Abendwahl" an jedem ersten und letzten Mittwoch versucht, ein jüngeres Publikum zu rekrutieren.

Michael Kurlbaum (Mitte) arbeitet mit einem eingespielten Team um den langjährigen Küchenchef Detlev Hufschmidt (l.) zusammen. Foto: Michael Köster
Michael Kurlbaum

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