16-jähriger App-Entwickler zu Gast bei Apple in San Francisco

Gymnasiast Lennart Fischer hat immer wieder neue Ideen zur Entwicklung nützlicher Apps und Programme.
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  • Foto: Heike Cervellera
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Wo: Adolphinum, Wilhelm-Schroeder-Straße 4, 47441 Moers auf Karte anzeigen

Lennart Fischer hat da mal was ausgetüfelt. Was ganz Feines. Etwas, dass es, zumindest in dieser Form, noch nie in der Grafenstadt gab. Eine eigene Handy-App, die „Mein Moers“ heißt.

Sie wollen wissen, wo welche Veranstaltungen stattfinden, an welcher Tankstelle der Sprit aktuell am günstigsten ist und wann der gelbe Sack wieder rausgestellt werden muss? Kein Problem. All diese Informationen ruft die kostenlose Moers-App blitzschnell ab und zeigt sie bequem auf Ihrem Handy an, um den Alltag zu erleichtern.
Lennart Fischer ist 16 Jahre alt und besucht die elfte Klasse des Gymnasiums Adolfinum. Das Programmieren macht ihm riesigen Spaß. Vor drei Jahren fing der Oberstufenschüler an, sich fürs Softwareentwickeln zu interessieren. „Ich lieh mir zunächst Bücher aus, um mich übers Programmieren zu informieren. Doch dann merkte ich, dass Bücher diesbezüglich nie auf dem aktuellen Stand sein können, da sich die Branche einfach rasend schnell weiterentwickelt. Also legte ich die Bücher zur Seite. Als dann 2015 der „Hackday“ im Moerser Rathaus stattfand, war ich mit meinem Vater dabei. Ich habe dort viele Programmierer getroffen und tolle Gespräche geführt, so dass ich mich daraufhin ausdauernd dem Programmieren widmen wollte“, erzählt Lennart, zu dessen Hobbys auch Gitarre- und Querflöte- sowie Tischtennisspielen gehören.

Programmiersprachen lernen

Zunächst ging es für den 16-Jährigen darum, die Programmiersprachen zu lernen. Mit Swift, einer neuen Programmiersprache von Apple, die Lennart bei einem Online-Kurs der Stanford University erlernte, entwickelte der junge Moerser bereits kleinere Apps. Zum Beispiel einen einfachen Taschenrechner. „Ich war durch schnelle Erfolgserlebnisse mit der Sprache Swift sehr motiviert, mich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Das Feedback von so vielen Menschen jeden Tag ist unglaublich toll.“
Seit Juni 2016 ist Lennart auch Mitglied und Organisator der lokalen Gemeinschaft „Code for Niederrhein“, einer Gruppe von interessierten Menschen, die sich regelmäßig im „Hacker space“ im Moerser VHS-Gebäude trifft und austauscht.
Die mittlerweile sehr bekannte und beliebte Moers-App ist allerdings nicht das Einzige, was Lennart geschaffen hat. Zum Moers Festival entwickelte er dazu die passende App, die während der Festivaltage mehr als 1000 Nutzer verzeichnete. Verfolgt werden konnten dabei die einzelnen Auftritte der Künstler mit Ort und Uhrzeit.
Die App „Mein Moers“ basiert auch auf den „Offenen Daten“, die die Stadt zur Verfügung stellt und für jedermann im Internet zugängig sind. Lennart erklärt: „Man muss sich das so vorstellen: Die Grunddaten, zum Beispiel für den Eventkalender, der Müllentsorgung oder der Parkplatzsituation, sind einsehbar und ich arbeite sie auf, indem ich die Daten weiter verarbeite und in der App zugänglich mache.“ Außerdem sind bei „Mein Moers“ virtuelle Stadtrundgänge im 360 Grad Panorama zu sehen, die von der Firma telepano bereit gestellt werden. In Zukunft wird es neben den Geschäften, die schon in der App verzeichnet sind, auch die Möglichkeit für alle Nutzer geben, weitere Einträge hinzuzufügen und somit die digitale Stadtkarte zu erweitern.

Die Kraft der Musik 

Die großen Erfolge Lennarts können sich bereits sehen lassen. Erst vor kurzem sprach er vor großem Publikum bei der Open Government Konferenz in Köln über seine Entwicklungen. Im Sommer dieses Jahres stand für den Moerser ein ganz persönliches Highlight an: Der Besuch beim Apple-Hauptsitz in San Francisco beziehungsweise die Teilnahme am „Apple Scholarship 2018“. Weltweit konnten dort Bewerbungen virtueller Natur eingereicht werden, und nur 350 Entwickler durften in die USA reisen, 25 waren aus Deutschland dabei.
Lennart schickte ein faszinierendes, selbst gebasteltes Programm ein, dass sich auf das Thema Musik bezieht: Was Musik für eine Kraft hat und wie unterschiedlich sie in den verschiedenen Teilen der Erde gehört und empfunden wird. In dem Programm spielt eine Weltkugel die „Hauptrolle“, die per Mausklick auf die einzelnen Länder oder Kontinente, die dafür typische Musik einspielt. „Der Besuch bei Apple bedeutet mir sehr viel. Das war schon ein sehr besonderes Erlebnis“, schmunzelt der sympathische Teenager. Tja, und den Leuten bei Apple dürfte die Einsendung ja wohl auch mehr als gefallen haben.
Lennarts größter Wunsch ist es, die Moers-App weiter voran zu treiben. Momentan kann sie nur auf iOS Apple-Geräten installiert werden, in Kürze aber auch auf Smartphones mit dem Betriebssystem Android. „Ich arbeite auf Hochtouren daran. Das Projekt ist in Arbeit“, so Lennart, der 2020 sein Abitur machen wird. Was er später mal werden möchte oder nach der Schule vor hat? Das weiß er noch nicht. Aber eines steht fest: Softwareentwickler kommt dem Zukunftstraum schon ganz nah.
Nadine Scholtheis

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