Willkommen "Zuhause"!

In einem fremden Land leben, ohne dessen Sprache zu beherrschen und ohne jegliche Ziele zu haben ist mehr als schwierig. Und trotzdem ist dies momentan der Alltag für zahlreiche Flüchtlinge deutschlandweit. Auch in Moers. Doch ein paar Menschen „packen“ es jetzt an.

Menschen eine neue Heimat zu geben, ist eine Sache. Diesen Menschen aber zu helfen, diese Heimat auch zu ihrer neuen Heimat zu machen, eine ganz Andere.

Dieses Ziel haben sich jetzt aber das sci:moers, ENNI Stadt&Service, der Rotary Club Moers, der Grafschafter Lions Club Moers und die Volksbank Niederrhein gesetzt. Gemeinsam wurde das Projekt IdAAS, Integration durch Ausbildung, Arbeit und Sprachförderung, gegründet. 16 Flüchtlinge werden sechs Monate lang sowohl an einem Deutschsprachkurs teilnehmen dürfen, als auch eine gemeinnützige Arbeitsgelegenheit bekommen.

Karl-Heinz Theußen, Geschäftsführer des sci:moers, bringt es auf den Punkt: „Als Ende der 50er / 60er Jahre die erste große Flüchtlingswelle nach Deutschland kam, hieß es ‚Wir haben Arbeitskräfte gerufen, und es sind Menschen gekommen‘, heutzutage ist es genau andersherum. Aber diese Menschen benötigen eine Aufgabe. Viele sind hochmotiviert und geraten dann aufgrund von Langeweile und keiner Beschäftigungsmöglichkeit in Probleme. Hier wollen wir gegensteuern!“

Gesagt, getan. Natürlich bedarf es bei einem solchen Projekt immer auch Sponsoren, die aber mit dem Rotary Club Moers, dem Grafschafter Lions Club Moers und der Volksbank Niederrhein gefunden wurden. In der Praxis wird es so aussehen, dass die Flüchtlinge jeweils zwei Stunden von montags bis freitags Sprachunterricht durch die Volkshochschule bekommen. Im Anschluss geht es dann für acht der 16 Flüchtlinge in die sci:Jugendwerkstätte, wo sie vier Stunden Holz und Malerarbeiten erlernen werden. Die anderen acht Flüchtlinge werden bei der ENNI Stadt&Service im Bereich der Grafschafter Rad- und Wanderwege, Pflegearbeiten durchführen.

Im Anschluss daran wird ein dreimonatiges Betriebspraktikum angeboten, damit sie ihre Erfahrungen auch praktisch in einem Unternehmen ausprobieren können. Langfristiges Ziel soll es natürlich sein, dass die 16 Flüchtlinge nächstes Jahr um diese Zeit im besten Fall einen Ausbildungsplatz bekommen und so auch langfristig Fuß in Deutschland fassen können. Damit das gelingt, müssen natürlich auch die Ämter mitziehen und die Aufnahmeverfahren zügig durchgeführt werden, so Andre Bröcking, Teamleitung für den Fachdienst Soziales bei der Stadt Moers. „Es wäre natürlich katastrophal, wenn die Flüchtlinge das Projekt erfolgreich abschließen und in den Startlöchern stehen und es dann daran hapert, dass ihr Aufnahmeverfahren noch nicht durch sind.“

Es bleibt zu hoffen, dass es erst gar nicht so weit kommt und die Stadt sich an dem guten Vorbild der Organisatoren und Sponsoren ein Vorbild nimmt. Denn dass Bedarf im Handwerksbereich da ist, kann Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein, nur bestätigen: „Es fehlen Kräfte im Handwerk und es wäre doch schön, diese ‚Lücken‘ langfristig schließen zu können. Wenn wir als gutes Beispiel voran gehen und so vielleicht auch andere Städte und Gemeinden bewegen können, ebenfalls Projekte zu starten, wäre es ein Gewinn für uns alle.“

AUFRUF!
- Im Bereich der Arbeitsbetreuung der ENNI Stadt&Service werden noch Vermittler und Übersetzer für die acht Flüchtlinge gesucht.
- Ein Facharbeiter ist vorhanden. Es werden Personen gesucht, die Englisch, Französisch oder Arabisch sprechen und übersetzen und vermitteln können.
- Der Umfang der Tätigkeit umfasst circa zehn Stunden wöchentlich.

Autor:

Sarah Dickel aus Moers

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