Kerzenkonzert und Filmpremiere zum Ende des Steinkohlebergbaus
Stimmungsvoller Abschied im Schacht IV

Die Mitglieder des Grafschafter Museums-und Geschichtsverein in Moers, des Vereins 100 Jahre Kolonie Meerbeck, Regisseur Frederik Göke und die Mitglieder des Knappenchores Rheinland würdigen das Ende des Steinkohlebergbaus mit einer feierlichen Veranstaltung der besonderen Art.
  • Die Mitglieder des Grafschafter Museums-und Geschichtsverein in Moers, des Vereins 100 Jahre Kolonie Meerbeck, Regisseur Frederik Göke und die Mitglieder des Knappenchores Rheinland würdigen das Ende des Steinkohlebergbaus mit einer feierlichen Veranstaltung der besonderen Art.
  • Foto: Heike Cervellera
  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

„Das wird ein sehr emotionaler Abend“, verspricht Frank Heinrich, Schatzmeister des Grafschafter Museums-und Geschichtsvereins in Moers. Am Freitag, 21. Dezember, laden die Mitglieder zusammen mit dem Verein 100 Jahre Kolonie Meerbeck und Filmregisseur Frederik Göke zu einer besonders feierlichen Veranstaltung in die Fördermaschinenhalle des Industriedenkmals Rheinpreußen Schacht IV, Zechenstraße 50, ein. Der Anlass: am 21. Dezember endet die Ära des deutschen Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet.

Dann schließt als letzte Zeche auch Prosper-Haniel in Bottrop. „Wir haben uns überlegt, wie man das gebührend feiern kann. Eine 200-jährige Ära geht zu Ende. Eine Ära, die auch Meerbeck und Hochstraß mitgeprägt hat,“, erklärt Frank Liebert, Vorsitzender des Vereins 100 Jahre Kolonie Meerbeck. „Ich freue mich, diesen Tag noch einmal gebührend ausklingen zu lassen und feierlich begehen zu können.“
Um den Steinkohlebergbau und die Arbeit des Bergmannes entsprechend zu würdigen, wird es am 21. Dezember in der Fördermaschinenhalle ab 19 Uhr ein stimmungsvolles Konzert des Knappenchores Rheinland bei Kerzenschein geben. Eine Erinnerungsveranstaltung, die die Wertschätzung des Bergmannes deutlich machen soll. Im Anschluss wird die Premiere des Dokumentarfilms „Was wird bleiben?“ von Frederik Göke gezeigt, den er zusammen mit Kameramann André Turcan anlässlich der diesjährigen Extra-Schicht gedreht hat. „Der Bergbau bedeutete mehr als einen Arbeitsplatz. Er gab den Menschen Hoffnung in der Nachkriegszeit. Daraus entstand ein großes Gemeinschaftsgefühl, das wir im Film besonders verdeutlichen wollten“, so Göke.

Kameradschaft

Der Teaser des Films zeigt klar: die Kameradschaft unter den Bergleuten war bemerkenswert, was zählte war das „Wir“ und nicht das „Ich“. In der rund 40-minütigen Vorführung kommen vier Bergleute aus der Region zu Wort, deren Erinnerungen zum Teil noch die Zeit während des zweiten Weltkrieges mit einschließen, aber größtenteils über die Nachkriegszeit erzählen. „Vier Menschen, vier Einzelschicksale. Jeder erklärt, was der Bergbau für ihn bedeutete. Interessant ist es, den Bergbau auch einmal aus der Perspektive eine Frau darzustellen“, erklärt Göke weiter. Johann Bongers, Jörg Filges, Helmut Ey und Monika Klömpken lassen die Zuschauer an ihrer ganz eigenen Geschichte teilhaben. Klömpken war in der Markscheiderei, der vermessungstechnischen Fachabteilung des Tagebaus, tätig und aus diesem Grund häufig unter Tage. Über so viel Anerkennung und Würdigung des Bergmannsberufes freut sich auch Peter Noruschat, 1. Vorsitzender des Knappenchores, der selbst viele Jahre im Bergbau tätig war: „Das „Wir-Gefühl“ kenne ich gut. Für die Zukunft bleibt nur zu hoffen, dass die Politik all diese Werte, die den Bergbau ausgezeichnet haben, weiter konserviert. Der Strukturwandel hat gerade erst angefangen. Es geht nur mit einer starken Politik, dass diese Region lebens-und liebenswert bleibt.“
Nach der Filmvorführung wird der Knappenchor ein weiteres Mal für Gänsehautfeeling sorgen. Ab 18 Uhr ist die Fördermaschinenhalle an diesem Abend geöffnet. Es wird warme Kleidung empfohlen, insbesondere warme Schuhe, da der Schacht IV nicht beheizt wird. Zudem besteht die Möglichkeit sich bei einem Glas Glühwein aufzuwärmen. Der Eintritt ist frei.

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