ASCIBVRGIVM erwacht zu neuem Leben

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Als Dr. Herrmann Boschheidgen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Spuren des Kastells Asciburgium im Burgfeld im heutigen Moers Asberg entdeckte, war es schon eine kleine Sensation.

Im Laufe der Jahrzehnte widmeten sich immer mehr Wissenschaftler diesem Kastell und fanden immer mehr Hinterlassenschaften aus der antiken Zeit.
In den 1970er Jahren übertrug der oberste Denkmalpfleger im Rheinland, der Landeskonservator am Bonner Landesmuseum,Duisburg die Ausgrabungen im damaligen eigenständigen Moers und Rheinhausen. Beide Städte hatten keine eigene Bodendenkmalpflege – als Rheinhausen dann 1975 nach Duisburg eingemeindet wurde, lag der südliche Teil der Ausgrabungen in Duisburg.

Der damals junge Archäologe Dr. Tilmann Bechert übernahm Anfang der 1970er Jahre den Forschungsauftrag für den Kastellbereich in und um Moers-Asberg. Er fand heraus, dass dort fünf unterschiedlich angelegte Kastelle zeitlich aufeinander folgten.

Nun endlich präsentiert das Kultur- und Stadthistorische Museum in Duisburg alle Erkenntnisse und Grabungsergebnisse der vergangenen mehr als 40 Jahre in einer Sonderausstellung, die ab dem 15.09.2013 der Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Bis 2014 werden in der Ausstellung das Leben im Kastell Asciburgium, die Funde aus den archäologischen Grabungen und in vielen Aktionen und Vorträgen weitere Informationen zur antiken Geschichte am Niederrhein zu bestaunen und zu erleben sein.

Zeitgleich stellt das Schlossmuseum Moers in seiner neu eröffneten Ausstellung ein 16 teiliges fast unversehrtes römisches Glasservice aus Gräbern des römischen Römerfeldes aus.

Seit 2011 widmet sich sogar ein Verein in Moers der antiken Geschichte und dem Leben in Kastell und Lagerdorf ASCIBURGIUM – der gleichnamige Verein „Castra-Asciburgium e.V.“

Leider ist es den Stadtvätern von Moers und Duisburg, aber auch den Museen, der Bodendenkmalpflege beider Städte und den involvierten Wissenschaftlern, nicht gelungen, gemeinsam „an einem Strang“ zu ziehen und sich gemeinsam um die faszinierende Geschichte an der antiken Stadtgrenze von Moers und Duisburg zu bemühen und grenzübergreifend den Menschen der Region in gemeinsamen Projekten einen Einblick in die römische Geschichte zu geben.

Die Zeichen stehen allerdings gut, das Wiedererwachen des Kastells ASCIBVRGIVM nicht schon vor dem Aufstehen in einen 100 jährigen Dornröschenschlaf fallen zu lassen.

Autor:

Thomas Maas aus Duisburg

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