Hexenjagd 2.0

Ein mutmaßlicher Taschendiebstahl. Irgendwann. Der Versuch dessen wurde festgehalten. Oder vereitelt. Auf Video. Und im Internet veröffentlicht. Weiter geteilt. Und sinnlos, wie auch unreflektiert, weiter verbreitet. Das Ergebnis: über 340.000 Mal geteilt, 2,3 Millionen Mal angeklickt - und ein unsäglicher Schwall von Kommentaren war die Folge. Unabhängig von der Tat; dass die Meinungsäußerungen so derbe ins Unermessliche gingen - das entbehrt jedweder Menschlichkeit. Mehr noch, diejenigen, die sich äußerten, schienen jenseits von Gut und Böse. Dergleichen erlebt man selten. Mutmaßlich. Die Protagonisten, die als Übeltäter aufgetan wurden, wurden aufs Übelste beschimpft, verunglimpft - und sogar verfolgt. Unter anderem, dank eines Beitrages auch in der größten, wenn auch inoffiziellen, Moerser Facebook-Gruppe. Abgenickt von einem Herrn, dessen Name hier nichts zur Sache tut. Mutmaßlich.
Es mutet an wie eine Hexenjagd. Erschreckend. Da werden Namen und Adressen gepostet, gar Flugblätter erstellt und Leute verurteilt; einfach nur, weil man es kann. Ich fühle mich in ein längst vergangenes Jahrhundert zurückversetzt.

Autor:

Monika Meurs aus Moers

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