„Keine Rechte vorbehalten“ – Monheimer-Piraten verteilen kostenfreie Liederbücher

Mitglieder der Piratenpartei Monheim werden mit der Aktion „Kinder wollen singen“ in den kommenden Wochen kostenfrei Liederbücher des Musikpiraten e.V. an Kindertagesstätten und Kindergärten in Monheim verteilen. Eine in Deutschland wohl einmalige Aktion, mit der Kinderbetreuungseinrichtungen vor den Fallstricken des manchmal komplizierten Urheberrechts geschützt werden sollen.

„Wir helfen dem Musikpiraten e.V. aus Überzeugung, die Einrichtungen zu beliefern, ganz ohne Verpflichtung – über ein Ständchen der Kinder freuen wir uns jedoch sicherlich.“, erklärt Volker John, Pirat in Monheim. „Die Musikpiraten haben es innerhalb von vier kurzen Monaten geschafft, diese Bücher rein spendenfinanziert zu erstellen, jetzt übernehmen wir die Verteilung. Manchmal muss man einfach nur mal handeln und nicht reden! Das Liederbuch kann zwar auch auf der Seite der Musikpiraten e.V. runter geladen werden, aber ein echtes Buch in der Hand zu halten ist oftmals praktischer."

Die Musikpiraten e.V. haben in mühevoller Kleinarbeit knapp fünfzig Lieder in einem Liederbuch zusammengetragen, dieses unter eine freie Lizenz gestellt und sich die sogenannte »Gemeinfreiheit« von der VG Musikedition bestätigen lassen.
Für den recht aufwendigen Druck konnten die Musikpiraten außerdem innerhalb weniger Wochen über 50.000,- Euro an Spendengeldern sammeln. Damit wurde das Ziel erreicht, jede Kinderbetreuungseinrichtung in Deutschland mit mindestens einem Liederbuch versorgen zu können. Fleißige Helfer, darunter auch die lokalen Organisation den Piratenpartei, übernehmen nun in den nächsten Wochen die Verteilung vor Ort an die bundesweit 50.299 Kindertagesstätten und Kindergärten.

Die GEMA war bereits zum Martinsfest und zu Weihnachtszeit im letzten Jahr im Auftrag der VG Musikedition an viele Kinderbetreuungseinrichtungen herangetreten. Für die Möglichkeit, Notenblätter von altbekannten Kinderliedern zu kopieren, verlangte sie neben einer pauschalen Gebühr außerdem eine genaue Auflistung der kopierten Lieder inklusive Komponist, Verleger und Anzahl der Kopien.
Ein immenser Verwaltungsaufwand, rechtlich wohl einwandfrei, da das deutsche Urheberrecht gerade in Bezug auf das Kopieren von Notensätzen sehr strikt ist. Moralisch jedoch mehr als fragwürdig, gerade bei traditionellem Liedgut, bei dem das Urheberrecht sich nur noch auf das Neusetzen der Noten beruft.

http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/Kinderlieder

Autor:

Volker John aus Monheim am Rhein

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