KKV-Gesprächskreis "Christen treffen Muslime" besichtigt DITIB-Zentralmoschee in Köln

Die Monheimer Gruppe vor der Gebetsnische - Mihrāb – in der Kölner Moschee
  • Die Monheimer Gruppe vor der Gebetsnische - Mihrāb – in der Kölner Moschee
  • hochgeladen von Bernd-M. Wehner

Ein Erlebnis der besonderen Art war der kürzliche Besuch der DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld durch die Mitglieder des Monheimer KKV-Gesprächskreises „Christen treffen Muslime“. Dieses außergewöhnliche Gotteshaus, das von den Architekten Gottfried und Paul Böhm geplant wurde, trägt auch den Charakter eines Kulturzentrums. Es bietet neben den täglichen Gebeten auch Platz für sehr unterschiedliche soziale Räume und verschiedenste religiöse und soziale Dienstleistungen. Auch wenn die Moschee bisher noch nicht offiziell eröffnet worden ist, so konnte doch der Gebetssaal bereits im Juni 2017 der muslimischen Gemeinde zur Nutzung übergeben werden.

DITIB bietet seit 1984 als Hauptsitz des größten muslimischen Dachverbands auf dem Gelände in Köln-Ehrenfeld vielfältige Dienste für die in ihr organisierten muslimischen Glaubensgemeinschaften an. Bis zum Abriss 2009 war die DITIB auf einem alten Fabrikgelände beheimatet. Schon innerhalb des alten Gebäudes war eine Moschee integriert, jedoch von außen als solche nicht erkennbar. Dieser provisorisch ungenutzte und baufällige Gebäudekomplex bot der Vielzahl religiöser, sozialer und kultureller Arbeiten und Veranstaltungen nicht mehr genügend Platz und machte damit einen Neubau erforderlich. Darüber hinaus war die Hinterhofmoschee durch den Bauzustand, aber auch durch die gegebene Baustruktur, wenig einladend.

Beeindruckt war die Monheimer Gruppe von dem neuen Gebäudekomplex, der durch das Zusammenspiel von Beton, Glas und Holz faszinierte. Er wird geprägt von einer 36,5 m hohen transparenten Kuppel, die von zwei filigranen, 55 Meter hohen Minaretten, eingefasst ist. Durch das Zusammenspiel von geschwungenen Betonschalen und großzügigen Glasfronten erhält der Bau seinen modernen und einladenden Charakter, Die großzügigen Freitreppen sorgen dafür, dass er sich allen Besuchern öffnet. So werden Schwellen- und Kontaktängste abgebaut und der einladende Charakter von Bau und Gemeinde gleichermaßen betont. Mehr über die Moschee findet man unter: http://www.zentralmoschee-koeln.de/.

„Mit dem Neubau ist zum einen ein zeitgemäßes und funktionales Gemeindezentrum entstanden, zum anderen aber auch ein würdiges, repräsentatives Gotteshaus“, so Erdogan Akpolat, Dialogbeauftragter der DITIB-Gemeinde in Monheim, der zusammen mit Mohamed Adib den Moscheebesuch organisiert hatte. Die Grundsteinlegung erfolgte Ende 2009, das Richtfest fand im Februar 2011 statt. „In den Bau flossen weder direkt noch indirekt Mittel von der EU, von Bund, Land oder Kommune“, erläuterte die junge Muslima, die die Besucher durch die Moschee führte. Die DITIB habe die Baukosten in Höhe von über 30 Mio. Euro ausschließlich über Eigenmittel und Spenden finanziert.

"Aufeinander zugehen, miteinander leben"
„Im Hinblick auf den geplanten Neubau der DITIB-Moschee in Monheim, der auch von den Mitgliedern des Gesprächskreises unterstützt wird“, so deren Sprecher Bernd-M. Wehner, „passt auch das Motto der Kölner Moschee ‚Aufeinander zugehen, miteinander leben’ gut auf die bisherige Zusammenarbeit der DITIB-Gemeinde in Monheim mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.“

Die DITIB ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein, der sich nach eigenen Angaben ausdrücklich „zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt, die Gleichberechtigung der Geschlechter anerkennt sowie jegliche Formen von Gewalt und Grausamkeit, die die Selbstbestimmung der Betroffenen missachtet und Menschenrechte verletzt, entschieden ablehnt“.

Der KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ wurde im Juni 2005 gegründet. Er trifft sich seitdem mit den türkischsprachigen Muslimen in Monheim. Darüber hinaus nehmen seit längerer Zeit auch evangelische Christen und seit kurzem auch Mitglieder der marokkanischen Moscheegemeinde an den vierteljährlich stattfindenden Gesprächen teil.
Ziel des Gesprächskreises ist es, im gemeinsamen Dialog zwischen Christen und Muslimen einander besser kennenzulernen, gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse zu beseitigen, um so im gegenseitigen Respekt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Glauben des Anderen festzustellen.

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