Musikfestival belebt die Kneipenszene

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Es war schon spät am Samstagabend als der Himmel über Monheim sich endgültig verfinsterte und erste Regentropfen aus den Wolken fielen. Und es war ungefähr die gleiche Zeit, als sich die Miene von Livezeiten-Macher Thomas Engels auch ohne Mondschein immer weiter aufhellte. Denn mit den ersten Konzertkassen für den Bändchenverkauf liefen auch immer mehr positive Meldungen in der Schaltzentrale von „Altstadt live!“ ein, wie voll es an diesem Abend in den Monheimer Kneipen und den beiden Satelliten „Sojus“ und „Libero“ tatsächlich gewesen ist.

Schon deutlich vorher hatten sowohl der „Spielmann“ als auch der Biergarten „Zur Altstadt“ zwischenzeitlich die Türen schließen müssen, weil mehr Menschen einfach nicht mehr vor die beiden Bühnen gepasst hätten. „An einigen Spielstätten sind wir tatsächlich bereits an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen“, stellte Thomas Engels in der Nachbetrachtung hochufrieden fest, um gleich hinzuzufügen. „Das spricht ja nur dafür, beim nächsten Mal noch mehr attraktive Bands an attraktiven Spielorten zu platzieren.“ Das hört sich glatt so an, als würde es „Altstadt live!“ auch im nächsten Jahr wieder geben. Und Engels bestätigt denn auch gleich: „Ja, ganz klar, so wie es jetzt aussieht, werden wir auch 2012 wieder an den Start gehen.“ Eine geglückte Geburt also. Aber aufregend war es dann doch. Engels: „Ein paar Tage bevor es los ging hatten wir gerade einmal 125 Bändchen verkauft, und ich habe schon gen Himmel gefleht: Bitte lass das nicht wahr werden…“ Es wurde nicht wahr.

Am Ende waren es rund 1400 Menschen, die mit dem blauen Band der Sympathie zwischen Schelmenturm und „Sojus“ bestens aufgelegt umherpendelten. Damit wurde nahezu die Zuschauerzahl des letzten Honky Tonk Festivals vor zwei Jahren erreicht. Tatsächlich genug, um von einer erfolgreichen Geburtsstunde zu sprechen. Und nicht nur die Altstadtwirte zeigten sich glücklich. Im „Sojus Sieben“ spielte das Berlin Boom Orchestra vor über 200 begeisterten Zuhörern bis in den Sonntag hinein. Und Wolfgang Kunz, Wirt der FC-Vereinsgaststätte „Libero“ im Rheinstadion, konnte teilweise rund um sein von den „Dos Hombres“ großartig mit Acoustic-Gitarrensound beschalltes Fußballer-Lokal mehr Zuhörer zählen, als in seinen ebenfalls prall gefüllten Schankraum hineinpassten. Kunz: „Ich war mir sicher, dass das hier klappt. So weit weg bin ich von der Altstadt hier ja gar nicht.“
Und die Altstadt ist möglicherweise tatsächlich gar nicht so weit weg vom nächsten Live-Spektakel. Veranstalter Thomas Engels: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir nächstes Jahr wie bei den Honky Tonks vielleicht auch wieder in den Frühling gehen werden. Dann gehen wir den Sommerferien aus dem Weg, die uns, weil sie diesmal aber auch sehr spät lagen, den Vorverkauf etwas erschwert haben.“

Schwer war es aber diesmal schon, zum Abschlusskonzert noch in die Festhalle Bormacher zu kommen. Als dort die vom Wochen-Anzeiger mit präsentierten „Sticky Fingers“ alte und neue Rolling Stones Klassiker auspackten, war der Festsaal tatsächlich so voll, dass manch einer wohl schon glaubte, es sei bereits wieder Karneval. Auch hier wurde dann ebenso friedlich bis in den Sonntag hinein gefeiert. So schwungvoll und doch friedlich, wie es zuvor auch im Schelmenturm, im „Pfannenhof“ und im „Zollhof“ zugegangen war.

Monheim am Rhein empfing an diesem Abend übrigens musikalische Gäste, die richtig weite Reisen auf sich genommen hatten, um hier zu spielen, etwa aus Berlin, Hannover oder Hamburg. Thomas Engels: „Wir wollen eben schon echte Qualität bieten“. Und dass an diesem Samstagabend Preis und Leistung stimmten, darin waren sich eigentlich alle 1400 Besitzer des blauen Festivalbändchens einig.

Hauptsponsor des „Altstadt-Live“-Spektakels waren ja die Monheimer Energie- und Gasversorger der MEGA. Sie sicherten letztlich den attraktiven Eintrittspreis zu diesem so sympathischen Musikspektakel und sorgten damit am Ende für positive Energie, die deutlich über die Monheimer Stadtgrenzen hinaus strahlen dürfte. Eine Strahlkraft, die 2012 sogar noch mehr Besucher anziehen könnte. Dann, wenn vielleicht auch tatsächlich die eigentlich schon für dieses Mal geplante Außenbühne vor dem Schelmenturm stehen wird. Doch mit Blick auf den wackeligen Himmel, ließ Thomas Engels das „Kuersche-Power-Duo“ lieber in der Festhalle zur Festival-Eröffnung aufspielen. Schade, wo es doch erst weit nach 22 Uhr zu regnen begann. Engels: „Das muss ich mir jetzt bestimmt noch tagelang anhören.“ Doch auch wenn er hier ganz knapp daneben lag. Ansonsten traf „Altstadt live 2011“ offenbar voll ins Herz der Monheimer und seiner vielen Altstadtgäste an diesem Abend.

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