Protest-Mahnmal gegen die CO-Pipeline von Bayer in Monheim aufgestellt

„Diese Pipeline darf nie in Betrieb gehen!“ Landrat Thomas Hendele  (2.v.r.) sprach stellvertretend aus, was auch die Bürgermeister aus Ratingen (Harald Birkenkamp), Monheim am Rhein (Daniel Zimmermann), Hilden (Rudi Joseph), Langenfeld (Frank Schneider) und Erkrath (Edeltraud van Veenroy) mit ihrer Anwesenheit bei der Aufstellung des Pipeline-Mahnmals noch einmal deutlich untermauern wollten.
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  • „Diese Pipeline darf nie in Betrieb gehen!“ Landrat Thomas Hendele (2.v.r.) sprach stellvertretend aus, was auch die Bürgermeister aus Ratingen (Harald Birkenkamp), Monheim am Rhein (Daniel Zimmermann), Hilden (Rudi Joseph), Langenfeld (Frank Schneider) und Erkrath (Edeltraud van Veenroy) mit ihrer Anwesenheit bei der Aufstellung des Pipeline-Mahnmals noch einmal deutlich untermauern wollten.
  • hochgeladen von Thomas Spekowius

Am kommenden Montag beginnt im Düsseldorf die nächste Runde im juristischen Tauziehen um die Inbetriebnahme der CO-Pipeline. Wenige Tage zuvor, an diesem Donnerstag, wurde jetzt das jüngste Zeichen des Protests gegen die Gasröhre enthüllt.

Eine imposante Rohr-Skulptur mit Original-Pipeline-Durchmesser steht nun in direkter Nähe zum Monheimer Industriedenkmal mit der grünen E-Lok, die einst viele Jahre lang Ölfässer von und zur Shell-Raffinerie mitten durch die Gänselieselstadt zog. Sie soll fortan daran erinnern, dass man in Monheim zwar Industrie und auch Kultur durchaus zu schätzen weiß – aber eben nicht um jeden Preis, und nicht ohne die Menschen und ihre Sorgen mit und ernst zu nehmen. – „CO in diese Pipeline gehört verboten, drum machen wir hier einen Knoten“ lautet denn auch das passende Motto für das von Pipeline-Gegner Erwin Schumacher in vielen Monaten vorangetriebene Projekt. Und der blickte bei der Enthüllung seines maßgefertigten Kunstwerks gleich schon wieder in die Zukunft. „Wenn denn die Gerichte das Bayer-Projekt irgendwann endgültig beerdigt haben, kommt die Rohrzuleitung weg, und wir lassen einfach nur noch den Knoten stehen.“ Dann könnte aus dem jetzigen Protest-Mahnmal vielleicht tatsächlich noch ein echtes Industriedenkmal werden.

Dafür, dass es soweit kommt, wird ab Montag in Düsseldorf wieder der Monheimer Landwirt Heinz-Josef Muhr kämpfen, unterstütz von Landrat Thomas Hendele und mit allen Bürgermeistern der Pipeline-Städte im Rücken. Auch sie waren am Donnerstag geschlossen zur Aufstellung des riesigen Knotens gekommen, oder hatten ihre ranghöchsten Vertreter geschickt, weil sie, wie Hildens Horst Thiele, gerade im Ausland weilten.

Heinz-Josef Muhr bedankte sich bei den aktiven Pipeline Gegnern noch einmal ausdrücklich für die große Unterstützung: „Sie sorgen heute wieder für den emotionalen Teil. Ich habe als enteigneter Grundstückseigentümer die Chance, für den juristischen Teil zu sorgen. Das ist auch nicht immer einfach. Aber ich gehe diesen Schritt stellvertretend für alle betroffenen Menschen gerne.“ Und der Monheimer Landwirt geht ihn aus voller Überzeugung, ohne dabei auch nur ein Blatt vor den Mund zu nehmen. So bezeichnete er den früheren Regierungspräsidenten Jürgen Büssow mit Blick auf dessen Bauaufsicht bei den immer wieder von höchst peinlichen Pannen durchzogenen Pipelinearbeiten als „fast schon kriminell“ und urteilte in Richtung des Weltkonzerns Bayer: „Ich habe Angst vor diesen Menschen. Wenn schon beim Bau so wenig Rücksicht auf die Bürger genommen wird, wie soll das erst im Falle einer Inbetriebnahme aussehen?“

Landrat Thomas Hendele betonte denn auch nochmal stellvertretend für den Kreis und alle Bürgermeister mit Blick auf die am Montag beginnende Gerichtsverhandlung: „Unsere Argumente dort sind sehr, sehr gut. Wir sind davon überzeugt, dass das Rohleitungsgesetz verfassungswidrig ist.“ Und auf diesem Gesetz beruhen die Quasi-Enteignungen von Grundstücken für den Pipelinebau. Ein Allgemeinwohl, sei hier nicht erkennbar unterstrich Hendele einmal mehr und forderte unmissverständlich: „Diese Pipeline darf nie in Betrieb gehen.“

Den Bürgerinitiativen gegen die CO-Röhre dankte der Landrat erneut für ihr Engagement. „Sie haben mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz dafür gesorgt, dass unsere Stimme im Land nie untergegangen ist.“ Der Hildener Protest-Koordinator Dieter Donner spielte den Ball gekonnt zurück und forderte den Landrat auf, nach dem stets eisigen Schweigen des längst abgewählten Ministerpräsidenten Rüttgers sei es inzwischen höchste Zeit, bei Landesmutter Hannelore Kraft noch einmal einen politischen Vorstoß zu wagen. Denn auch hier fehlt bislang jedes klare Wort.

Die jüngste Monheimer Botschaft ist hingegen unmissverständlich. Das Ergebnis ungezählter Zeichnungs-, Schweiß-, Flex- und Lackierstunden steht. Landrat Thomas Hendele: „Und es sieht viel besser aus als die echte Pipeline.“

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