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Motorradunfall

Typisches Bild eines Unfalls mit Beteiligung eines Motorrades
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  • Typisches Bild eines Unfalls mit Beteiligung eines Motorrades
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Am Wochenende ereignete sich auf der Hauptstraße im Kreuzungsbereich Bahnhofstraße ein schwerer Motorradunfall. Das Motorrad kollidierte mit einem PKW, der die Vorfahrt nicht beachtet hatte. Der Motorradfahrer wurde lebensgefährlich verletzt und sofort ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Der PKW...

So oder ähnlich lauten die Meldungen und das Bild zeigt ein verunglücktes und schwer beschädigtes Motorrad. Der Bericht enthält die Schlagwörter MOTORRAD + UNFALL und schon springt die Gedankenkette an: oh wie schlimm – hoffentlich nicht viel passiert - bestimmt ein Raser!

Motorradfahrer/innen und Motorräder stehen seit jeher unter Generalverdacht zu schnell, zu unvorsichtig und zu rücksichtslos zu fahren.

FALSCH! Gemessen an der Unfallhäufigkeit sind Motorräder gerade einmal zu 5 Prozent beteiligt. Hinzu kommt, dass diese Gruppe die Unfälle zu fast fünfzig Prozent NICHT VERURSACHT, sondern die Unfallgegner. Die Verursacher geben in der Hauptsache das Übersehen des Zweirades als Grund an. Beim Rest der Fälle ist zu einem großen Teil niemand weiteres betroffen, weil es sich um selbst verschuldete Stürze o.ä. handelt.

Die Ereignisse, bei denen Motorradfahrer/innen Unfälle verschulden und weitere Verkehrsteilnehmer beteiligt sind, sind also verschwindend gering und betreffen gerade mal weniger als 2 Prozent aller registrierten Unfälle.

Bei der Berichterstattung stehen meist die besondere Schwere des Unfalls sowie die oftmals heftigen Verletzungen oder gar der Tod im Vordergrund. Ja, die Unfälle sind oft tragisch, weil so ein Vehikel nun mal keine Knautschzone hat und selbst sehr gute Sicherheitskleidung diese nicht ersetzen kann. Nur haben die Leser bei allem Empfinden für die Opfer auch häufig den bösen und rowdyhaften Raser vor Augen, was, wie oben geschildert, nur selten zutrifft.

In Anbetracht der nüchternen Zahlen ist hier weniger emotionale Vorverurteilung, sondern mehr Emanzipation angebracht.

Motorrad, Kleidung und Fahrgeräusch sind obligatorisch und keine Gründe für Vorurteile.

Übrigens, fast alle Motorradfahrer/innen fahren auch Auto, aber wesentlich weniger Auto-Fahrer/innen fahren Motorrad. Eventuell einer der Gründe, warum die o.g. Quoten so sind, wie sie sind.

Bemerkenswert, Schutzplanken an Gefahrstellen sind in der Regel für PKWs ausgelegt, verfügen also nicht über einen Unterfahrschutz für Motorradfahrer/innen. Das ist laut ADAC in sage und schreibe fünfundachtzig Prozent der Fälle so. Diese könnten jedoch oftmals schwere Verletzungen oder sogar den Tod vermeiden.

Im Gegenzug werden vor Kurven bewusst Querrillen auf die Fahrbahn aufgebracht, um Motorradfahrer/innen an einem zügigen Durchfahren zu hindern. Das ist in vielen Fällen absolut kontraproduktiv und trägt eher zur Unsicherheit als zur Unfallvermeidung bei. Gerade vor und in Kurven erfordert die Fahrphysik gleichmäßiges Heranfahren, fließendes Durchfahren und damit eine sichere Schräglage.

Die nur auf Biker ausgelegten Streckensperrungen grenzen schon an Diskriminierung und scheren kurzerhand eine große Gruppe disziplinierter Verkehrsteilnehmer mit den Rowdys über einen Kamm. Die Strecken, auf denen bekanntermaßen Autofahrer regelmäßig mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind, werden keinesfalls gesperrt. Sie werden mit festen Blitzeinrichtungen versehen, die fast jeder kennt und die dann eher, wegen spontaner Bremsungen, zur Unfallgefährdung anstatt zur Vermeidung beitragen.

Die meisten Motorradfahrer/Innen sind diszipliniert und verantwortungsbewusst. Sie sind auch (nur) Menschen und gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Mehr Toleranz, Rücksichtnahme und Gleichberechtigung sind hier angebracht.

StVO - §1 (1): Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

Wissenswertes: Motorradfahrer/innen nutzen während der Fahrt kein Handy, rauchen nicht, suchen nicht in Taschen irgendwelche Gegenstände, bespaßen nicht ihre Kinder, lassen nicht mal eben das Lenkrad los oder sind wegen sonstiger Zweitbeschäftigungen abgelenkt. Sie müssen sich vollends auf den Verkehr konzentrieren und das immer und ausschließlich und zwar zum ultimativen Selbstschutz.

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

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