Gesamtschule Saarn leistet seit über einem Jahrzehnt professionelle Musicalarbeit
Aida zwischen Liebe und Leidenschaft

Unzählige Proben, viel Leidenschaft und Herzblut, vor allem aber Können zeichnet die Musicalarbeit an der Gesamtschule Saarn aus. Jetzt steht die Premiere von Aida vor der Tür.    Foto: PR-Fotografie Köhring
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  • Unzählige Proben, viel Leidenschaft und Herzblut, vor allem aber Können zeichnet die Musicalarbeit an der Gesamtschule Saarn aus. Jetzt steht die Premiere von Aida vor der Tür. Foto: PR-Fotografie Köhring
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Die Legende von der versklavten nubischen Prinzessin Aida ist so alt wie die Sphinx und die Pyramiden. Das tragische Schicksal einer unsterblichen Liebe wurde aber erst durch die gleichnamige Oper von Guiseppe Verdi bekannt. Jetzt bringen die Musicalklassen der Gesamtschule Saarn den Stoff auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Der Endspurt hat begonnen. Am Freitag, 8. Februar, steigt im Forum der Gesamtschule die bereits restlos ausverkaufte Premiere. Grundlage ist das Aida-Musical von Elton John und Tim Rice, das in Saarn mit eigenen Arrangements, neuem Bühnenbild und eigenwilligen Interpretationen das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Ein Mammutprojekt, das Schüler und Lehrer, Eltern und Helfer monatelang gleichermaßen in Atem und Bewegeung hielt und hält.

Nüchterne Zahlen und Fakten bilden den Kontrast zum leidenschaftlichen Engagement der Beteiligten. Wenn sich erstmalig und hoch offiziell der Aida-Vorhang öffnet, liegen ein Jahr und zehn Monate Vorbereitungszeit hinter den 76 beteiligten Schülerinnen und Schülern. 120 Kostüme wurden besogt oder angefertigt, 21 Probenachmittage und zwei Probetage während der Schulzeit standen an, ergänzt von elf Wochenendproben.

Leidenschaft statt Routine

Zwei Generalproben inklusive einer Sonderaufführung wurden gemeistert. Hinzu kamen 380 Überstunden außerhalb der Unterrichtszeit für Planung, Kostümbeschaffung, zusätzliche Proben, Einstellung der Licht- und Tontechnik, Bühnenbau, Requisitenbeschaffung, Recherche, Einkäufe, Programmhefterstellung vieles mehr. Hört sich stressig an, machte aber allen Riesenspaß.

Da steckt keine Routine hinter, da spürt man die Leidenschaft, das Theaterfieber und das Engagemnt, von dem die Mülheimer Woche beim Besuch einer Probe reichlich zu spüren bekam. Lockerheit paarte sich mit Ernst und Konzentration. „Nervös, aufgeregt?“, fraht der Berichterstatter eine Schülerin. Bevor es zu einer Antwort kommt, sprudelt es aus den Lehrern und Projektveratwortlichen Sebastian Klein und Stephanie von der Marwitz spontan hervor: „Ja, natürlich.“ Laut lachende Schüler blicken zu den Pädagogen. Entspannung macht sich breit. Man ist halt ein Team, eine durch die Liebe zur Musk fast verschworene Schüler-Lehrer-Gemeinschaft.

Zahlreiche Auszeichnungen

Die Begriffe Amateurtheater oder Laienschauspieler sind völlig fehl am Platz. Kreative Professionalität zeichnet die Musicalarbeit an der GS Saarn aus. Seit nunmehr zwölf Jahren zeigt die Schule ihr Muscalprofil. Weit über 200 Schülerinnen und Schüler waren in diesen Jahren an den Musicalprojekten beteiligt und errangen in dieser Zeit zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den RWW-Schulkulturpreis. „Jetzt verabdschiedet sich mit der Inszenierung von Aida wieder eine ganze Musicalgeneration von diesem tollen Projekt, auf das die gesamte Schulgemeinde stolz ist“, sagt Schulleiterin Dr. Claudia Büllesbach im Probengespräch. Klingt fast wehmütig, hat aber auch einen erwartungsvollen Blick in die Zukunft, denn die Musicalarbeit an der Schule geht weiter. Das garantieren schon Sebastian Klein und Stephanie vonm der Marwitz, die schon deutliche Mitmach-Signale von den neuen Schülerinnen und Schülern erhalten haben.

Klein, der neben Musik auch Geschichte unterrichtet, ist ein Vollblutmusiker. In verschiedenen Bands war und ist er zuhause, hat stets die musikalische leitung der Projekte inne und führt akribisch Regie. Kollegin von der Marwaitz, Mit-Regisseurin und verantwortlich für Choreografie, Bühnen- und Kulissenbau, führt bei den Proben stets einen Spickzettel mit. „Sehen Sie, die Mikrofióne sind nicht richtig festgeklebt.“ Nein, wir haben es nicht gesehen. Es kommt halt auf die Feinheiten an.

Der Funke der Begeisterung

Beide Lehrer sind seit Jahren für die professionelle Musicalarbeit an der Gesamtschule Saarn verantwortlich, stecken ganz viel Herzblut in die Arbeit und lassen die Liebe zum Detail und den Funken der Begeisterung auf ihre Schülerinnen und Schüler überspringen.

„Statt des Handys haben wir halt öfter das Textbuch in der Hand“, berichten Hillary Fritsch, Joshua Kastner und Xenia Hillebrand, die Aida, Radames und Anneris verkörpern. Ihre Mühen werden sich gelohnt haben. Die große Liebe zwischen dem Hauptmann Radames und Aida ist grenzenlos und überdauert Jahrtausende, so dass die Legende noch heute auf allen Bühnen der Welt die Menschen bewegt. In Saarm geht die Liebens- und Leidengeschichte durch die Musicalklassen 7d, 9d, 10d sowie Schüler des 13. Jahrgangs jetzt an den Start.

INFO

Die Premiere am 8. Februar ist ausverkauft. Die weiteren Aufführungen im Forum der Gesamtschule Saarn finden am 9., 22. und 23. Februar, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 10. und 24. Februar um 15 Uhr statt. Karten kann man online unter www.gesaarn.de bestellen.

Eine gute Nachricht am Rande teilte uns Schulleiterin Claudia Büllesbach mit. Im Rahmen des Neu- und Umbaus der Schule zeichnet sich in Gesprächen mit dem städtischen Immobilienservice ab, „dass wir in absehbarer Zeit eine neue Aula bekommen, die den Charakter eines großen, professionellen Theatersaals hat.“

Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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