Schlechte Bausubstanz und fehlende Mittel
Aus für den Mülheimer Bismarckturm?

Bismarckturm Mülheim an der Ruhr
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Das Mülheimer Baudenkmal, der Bismarckturm, wurde am 1. April 1909 eingeweiht. Seit Jahren ist das Bauwerk nun wegen fortschreitenden Verfalls der Bausubstanz geschlossen und eingezäunt.

Der Bau des Turmes wurde seinerzeit von der Fa. Rudolphi aus Mülheim ausgeführt. Es handelt sich dabei um eine Grundkonstruktion aus Eisenbetonmauerwerk. Für die Tür- und Fensterumrahmungen die Eckquader und das Gesims wurde, um diese optisch hervorzuheben, blaue Niedermendiger Basaltlava verwendet. Das gesamte Bauwerk wurde mit insgesamt 350 m² Ruhrkohlensandstein verkleidet.

Erhebliche Mängel

Genau diese Bauweise sowie das verwendete Baumaterial stellen die Restauratoren heute vor erhebliche Probleme. Fehlende Baupläne und Dokumentationen sowie verlorenes Wissen um die Konstruktion sind bedeutende Handicaps für eine gezielte Analyse und eine erfolgreiche Sanierung. Zur Erkundung der Bausubstanz wurde von der verantwortlichen Stelle, dem Immobilienservice der Stadt, ein Architekt sowie ein Statiker beauftragt. Diese haben im Rahmen einer Inaugenscheinnahme in Verbindung mit Bauteilöffnungen erhebliche Mängel festgestellt, u. a. gravierende Rost- und Mauerwerksschäden.

HRW - Beteiligung

Auch die Hochschule Ruhr West (HRW) ist an der Bestandsaufnahme beteiligt. Entstanden ist das aus Kontakten zwischen der Hochschule und der Stadt Mülheim. Es gab bereits andere Anlässe, bei denen beide Seiten gut zusammengearbeitet haben. Es handelte sich dabei um Projekte, die unter dem Begriff „Service Learning“ – lernen aus realen Problemstellungen - abgewickelt wurden. Das soll die Hochschule sowie die Studierenden auf praktischer Ebene mit der Region verbinden. Um ein solches Projekt handelt es sich auch bei der Bestandsaufnahme des Mülheimer Bismarckturms. Studierende des Studiengangs Bauingenieurwesen besichtigten mit Prof. Dr. Daniel Jun den Turm, nahmen Messungen vor und sammelten bautechnische Daten. Die statisch-baukonstruktiven Erkenntnisse sollen die Informationslage verbessern und in ein Sanierungskonzept einfließen.

Sanierung und Mittel

Wenn alle erforderlichen Daten vorliegen, erfolgt eine Prüfung hinsichtlich der notwendigen Schritte sowie der Prioritäten zur Erhaltung der Bausubstanz. Anschließend sollen ein Sanierungskonzept samt Kostenschätzung folgen. Ob die Haushaltslage sowie mögliche Fördermittel eine umfassende Instandsetzung erlauben, muss anschließend entschieden werden.

IGA 2027

Angedacht wurde das Ganze im Zusammenhang mit der Projektentwicklung zur internationalen Gartenschau (IGA), die im Jahr 2027 im Ruhrgebiet stattfinden soll. Die Entscheidung, ob der Mülheimer Bismarckturm bei der Projektentwicklung Berücksichtigung findet, steht wegen der aktuellen Problemlage noch aus.

Bismarcktürme werden weniger

Von insgesamt 240 Bismarcktürmen die erbaut wurden, sind aktuell nur noch 174 vorhanden. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die marode Bausubstanz und fehlende Mittel auf Sicht auch das Aus für das Mülheimer Exemplar bedeuten.

Autor:

Friedhelm Tillmanns aus Mülheim an der Ruhr

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