First Class - Kino wie im eigenen Wohnzimmer

Der exklusive Kinosaal in Mülheim. Foto: Nicolle Trucksess
  • Der exklusive Kinosaal in Mülheim. Foto: Nicolle Trucksess
  • hochgeladen von Sara Holz

„Einmal Burger mit Pommes“, bestellt ein Knirps in den hinteren Reihen des Kinosaals forsch. Da muss nicht nur die Bedienung lächeln. Alle Wünsche erfüllen kann das neue First Class Kino im Cinemaxx Mülheim im Rhein Ruhr Zentrum leider noch nicht.
Knapp 250.000 Euro wurden verbaut, um den Saal 2 in ein exklusives Kinovergnügen mit Beinfreiheit und Service zu verwandeln. Entstanden sind in drei Wochen Umbauzeit 142 Luxusledereinzelsitze oder Couchdoppelsitze, individuell verstellbar. Statt Schlangestehen im Foyer ist der Service inklusive; Cola und Popcorn werden zum Platz gebracht. Burger stehen zwar nicht
auf der Karte, aber zur Auswahl gehören sogar Fingerfood oder Cocktails. Statt Pappbechern gibt es Flaschen und Gläser, das Popcorn wird in Edelstahl-Schüsseln serviert. Roter Teppich und Garderobe gehören ebenso zum Rundum-Wohlgefühl.
Seit Mitte Oktober können sich die Gäste selbst von dem Komfort überzeugen und es sich im Cinemaxx fast so gemütlich machen wie im eigenen Wohnzimmer. Vor allem die größeren Sitze und der Abstand zu meist fremden Sitznachbarn empfinden viele Besucher als Plus. Auf ein Lichtsignal nimmt das Personal Getränke- und Speisewünsche auf, so dass Wartezeiten im Foyer entfallen ebenso wie das oft umständliche Balancieren der Einkäufe in Pappgeschirr quer durch die Kinoräumlichkeiten – eine beschwerliche Aufgabe vor allem für Familien mit Kindern. Statt das Getränk zwischen den Füßen abzustellen und das Essen auf dem Schoß zu halten, stehen Glastische
zum Abstellen bereit. Und dann verfüge der Saal natürlich auch noch über „sämtliche derzeit auf dem Markt verfügbare technische Neuerungen“, inklusive 3D-Vorstellungen, informiert Anja Thies, Geschäftsführerin der Managementgesellschaft Consulthies GmbH, die das Haus nunmehr im
neunten Jahr hinsichtlich Führung und Leitung betreut.
„Wir sind äußerst zufrieden mit der ersten Resonanz“, so Thies. Für die besonderen Features sei schnell ein Stammpublikum gefunden, welches sich die Filme künftig ausschließlich in diesem Saal anschauen möchte. Diese Erfahrung hatte man bereits beim Vorreiter in Essen gemacht, wo der Luxussaal seit rund fünf Jahren Kundschaft zieht. „Wir haben versucht, den ein oder anderen kleinen Planungsfehler unseres Erstlingswerkes zu unterlassen“, berichtet Meinolf Thies. Und tatsächlich sind in „Deutschlands zweitem Luxuskinosaal innerhalb eines Multiplex-Filmtheaters“ auch für den Besucher einige Unterschiede offensichtlich: Die Ledersitze sind hier statt in schwarz diesmal ganz in braun gehalten und machen einen edleren Eindruck als in Essen. Dafür ist die Beweglichkeit eingeschränkter und der Kuschelfaktor niedriger. Vielleicht muss die neue Ausstattung aber auch erst eingesessen werden. Auf die Bar innerhalb des Saals wurde verzichtet, der Service erfolgt in Mülheim quasi aus dem Verborgenen. Das schafft mehr Raum und damit mehr
Sitzplätze (142 statt 104), nimmt dem Saal aber auch ein bisschen Flair. Zuletzt liegt der Preis höher, vielleicht auch dem größeren Planungs- und Baubudgets geschuldet. Eine Karte kostet den Kinogänger den Einheitspreis von 14,50 Euro zzgl. eventueller Reservierungs- und Filmzuschläge. 3D-Vorstellungen sind noch einmal 5 Euro teurer. Ermäßigungen werden keine gegeben. Zum
Vergleich: In Essen kosten Logentickets 13/18 Euro, Parkett nur 9/14 Euro, plus möglicher Zusatzkosten. Aber auch hier sind Ermäßigungen ausgeschlossen.
Ob man sich das außergewöhnliche Kinovergnügen leisten möchte, oder man das Gesparte lieber in den Burger danach investieren mag, sei jedem selbst überlassen. Einen Test ist das neue Vergnügen aber definitiv wert, dafür sprechen die zufriedenen Gesichter der bisherigen Besucher, denen oft nur
noch der kleine Hocker fehlt, auf dem man die Füße ablegen könnte.

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