Insolvenz wurde abgewendet

Petoschu (2.v.l.) stellte Georch und Georgine den Reglern zur Verfügung. Nun haben sie einen Platz gefunden. Das Regler-Team sieht optimistisch in die Zukunft nach und mit Corona.
  • Petoschu (2.v.l.) stellte Georch und Georgine den Reglern zur Verfügung. Nun haben sie einen Platz gefunden. Das Regler-Team sieht optimistisch in die Zukunft nach und mit Corona.
  • Foto: PR-Foto Köhring/AK
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Bis zum Jahresende ist Finanzierung gesichert, doch es darf noch gespendet werden. Die Regler-Produktion die in Eigenregie, ehrenamtlich und ohne städtische Mittel, die Freilichtbühne an der Dimbeck betreibt, geriet in den letzten Wochen durch die Pandemie in finanzielle Schräglage: Insolvenz drohte. Hans-Uwe Koch von den Reglern wurde schnell aktiv und bat die Bürger Ende März um finanzielle Unterstützung.

Von Heike Marie Westhofen

Seine Bitte wurde bereits von über 800 Bürgern erhört, fleißig wurde in den Regler-Hut gespendet. Normalerweise lassen die Veranstalter bei ihren über 50 kulturellen und musikalischen Veranstaltungen in der Saison den Hut für die Künstler herumgehen. Doch in diesen schweren Zeiten für Kulturschaffende brauchen sie selbst Geld, um zu überleben.
"Wir freuen uns über die Maßen, dass durch kleine und größere Spenden die Insolvenz bereits jetzt abgewendet ist. Das ist für uns als Ehrenamtler eine wichtige Bestätigung, wie sehr die Mülheimer unsere Angebote schätzen -und sie erhalten wollen!", freut sich Hans-Uwe Koch.
Abgewendet ist die Finanzkrise erst einmal bis Ende des Jahres. Doch im Oktober ruhen die Konzerte und Veranstaltungen außerhalb der Corona-Zeit. "Wir müssen also davon ausgehen, dass wir bis zum Mai 2021 überleben müssen, bevor die nächste Saison starten kann. Darum sind wir weiter für jeden Euro in unseren Hut dankbar," sagt Koch.

Fixkosten senken

Momentan wird an jeder finanziellen Stellschraube der Fixkosten gedreht, wo es möglich ist: Senkung des gebuchten Stromtarifs, Senkung der hohen Versicherungsgebühren für Ausrüstung und Technik, Künstlerversicherungen. "Wir sind in guten Gesprächen mit den Geschäftspartnern und hoffen, dass wir Fixkosten verringern können", so Koch.
Gehälter werden nicht gezahlt, da ehrenamtlich gearbeitet wird. Aber Einnahmen durch die Gastronomie während der Veranstaltungen entfallen natürlich komplett. Die Verträge laufen jedoch weiter. Ein Antrag auf Corona-Soforthilfe NRW wurde bereits Ende März in Düsseldorf gestellt.
Unterstützt werden die Reglers auch vom T-Shirt-Shop 4330 Mülheim. Dort gibt es T-Shirts mit dem Aufdruck "Unterstützer Freilichtbühne". Zehn Prozent jedes Verkaufserlöses geht an die Produktion.

Georch und Georgine : Ganz schön schräg

Auch aus der Vogelwelt kam bunte Unterstützung angeflattert: Der bekannte Mülheimer Künstler Peter-T. Schulz (Petoschu) überließ den Reglern schon vor Jahren sein von ihm gestaltetes Storchen-Stelen-Paar Georch und Georgine, die bis zum Jahr 2012 in den Mendener Ruhrauen den Aussichtsturm bewachten. Dort mussten sie weichen. Nach langem Dämmerschlaf bei den Reglern wurden die beiden schrägen, großen Vögel nun poppig-bunt lackiert, für ewig montiert und flankieren nun den Eingang zur Freilichtbühne. Sanft lächelnd verneigen sie sich vor den Mülheimern, die hoffentlich bald wieder durch diesen Eingang an einem der tollen Rock- oder Folk- und Jazz-Konzerte oder zum Kurkonzert am Sonntag gehen werden.

"Danke, ihr Mülheimer!"

"Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass meine sonst so geraden Störche hier in Schräglage stehen", sagt Petoschu, und "Aber je länger ich sie ansehe, desto mehr gefällt mir die Idee mit Verneigung vor dem Publikum". Wahrscheinlich sagen sie "Danke, ihr Mülheimer!".
Danke ist auf jeden Fall das Wort, das Hans-Uwe Koch momentan so gerne zu den Bürgern sagt und der großen Wertschätzung, die ihm und seinem Team der Regler-Produktion durch viele Spenden gezeigt wird.

Spendenkonto:
Sparkasse Mülheim an der Ruhr, IBAN: DE 92 3625 0000 0175 0558 94
Verwendungszweck „Spende Regler Produktion e.V.“
Auch ein PayPal-Konto ist eingerichtet, erreichbar über www.reglerproduktion.de. Petoschu (2.v.l) freut sich mit dem Reglerteam über seine schrägen Vögel am Eingang der Freilichtbühne.

Autor:

Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr

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