Sanierung des denkmalgeschützten Woolworth-Warenhauses auf der Schlossstraße
Mit Phantasie auf Mülheims Broadway

Die Fassade des fast fertigen Woolworth-Gebäudes.
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  • Die Fassade des fast fertigen Woolworth-Gebäudes.
  • Foto: PR-Foto Köhring
  • hochgeladen von Heike Marie Westhofen

Die Sanierung des Woolworth- Warenhauses geht langsamer voran als geplant: Mit der „Phantasie auf Mülheims Broadway“ wurde im Jahr 1927 eine erste Skizze des geplanten Woolworth-Warenhauses angekündigt und veröffentlicht. Der bereits damals deutschlandweit bekannte Architekt, Prof. Emil Fahrenkamp, gestaltete das Warenhaus, das der Moderne zugeordnet wurde.

Ein echtes Architektur-Schätzchen ist die Immobilie auch nach 90 Jahren. Das denkmalgeschützte Objekt ist für den Projektleiter, Architekt Ralph Linge-Boom, und den Investor Christian Schweckhorst eine große Herausforderung. Nach eineinhalbjährigem Rückbau und der Entkernung wurde in den vergangenen Tagen die Fassade von ihrer Verhüllung befreit und gibt den Blick auf sie frei.

"So ein Altbau hält immer einige Überraschungen bereit!"
Ralph Linge-Boom, Architekt und Projektleiter des Umbaus

Sonderanfertigung kosten Zeit

Ernüchternd ist erst einmal der Anblick: Es fehlen noch die markanten über zwei Ecken verkröpften Fensterbänder, die auf Grund der langen Lieferzeit erst ab Mitte März montiert werden können. Es geht jedoch nun endlich an den Neuausbau im Innern des Hauses. Die ursprünglich geplante Fertigstellung Ende 2018 verschiebt sich wahrscheinlich noch bis in den September.
„So ein altes Gebäude hält manche Überraschung für den Bauherrn und den Architekt bereit“, sagt der Projektleiter Ralph Linge-Boom und erzählt von unerwarteten Funden und Problemen mit der Statik, die nachgerüstet werden müsse, da die vorhandenen Decken nicht mehr den heutigen Baunormen entsprechen.

Innovativer Brandschutz

Auch der Brandschutz ist nicht einfach umzusetzen: „Der Brandschutz darf die Statik nicht durch Gewicht belasten und wir mussten weltweit innovative Produkte suchen. Schließlich sind wir in den USA fündig geworden.
Dort haben wir gefunden was wir brauchen: einen leichten und sicheren Brandschutz, der auch den Deutschen Baunormen entspricht und uns begeistert.“ Dieser Brandschutz, wird auf den Beton gesprüht und dehnt sich bei Feuerkontakt aufgrund einer chemischen Reaktion sofort zu einem Schaumpanzer aus.
Weitere Hindernisse, um Termine einzuhalten sind Lieferzeiten, die Monate dauern können. „Ohne Aufzug funktioniert dieses Haus nicht. Alles wird behindertengerecht und barrierefrei gebaut. Allein der Aufzug hat eine Lieferzeit von 120 Tagen“. Auch die Natursteine für die der original Steinbruch ausfindig gemacht wurde, hatten mehrere Monate Lieferzeit.

Zeitfallen und Geduld

So gibt es Zeitfallen und Wartezeiten, die eine Menge Geduld des Bauherrn verlangen. Ein weiteres Problem ist die Vermarktung der Gewerbeflächen. Bundesweit wurde Akquise bei potenziellen Mietern betrieben. Doch auf deren Listen stehen andere Städte hoch im Kurs.
"Mülheim rangiert auf deren Expansionslisten auf einem Platz kurz vor Dessau", sagt Linge-Boom, und das macht die Vermarktung der Flächen nicht einfacher. Es ist etwas erstaunlich, dass ein Investor, der in dem unteren Teil der Schlossstraße nahezu 2000 Quadratmeter gewerbliche Flächen vermieten will, nicht geahnt haben könnte, dass das in dieser Stadt schwierig sein würde.
Nun hat sich der Bauherr zusätzlich einen überregionalen Makler ins Boot geholt, der für die Gewerbeflächen Mieter sucht. Kaufangebote für die Penthouse-Wohnungen im 4. und 5. Obergeschoss gab es bereits mehrfach. Aber verkaufen möchte der Bauherr diese nicht.

Ärztepraxen und Büros

So bietet es sich an, in den repräsentativen Geschossen Ärztepraxen oder Büros zu schaffen. In der letzten Zeit gibt es einige ernstzunehmende Interessenten. „Wir sind optimistisch“, meint Linge-Boom.
Denn: "Dieses Architektur-Schätzchen wird nach Fertigstellung der denkmalgerechten Sanierung ein herausragendes Beispiel für zeitgenössische Warenhausarchitektur der 20er Jahre sein. Mit offenen, hohen und lichterfüllten Räumen und einem erstklassigen Ambiente", ist sich Ralph Linge-Boom sicher und man glaubt es ihm. Interessenten sind also willkommen und können sich bei www.the-o.house gerne melden.

Die Fassade des fast fertigen Woolworth-Gebäudes.

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