Musikschule zieht um

Peter Ansorge (l.) und Bärbel Frensch-Endreß sitzen in der Musikschule schon auf gepackten Kartons.
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Lange hat Bärbel Frensch-Endreß auf dieses
Schreiben gewartet. Umso größer die Freude, als sie es Schwarz auf Weiß hatte: In der kommenden Woche zieht die städtische Musikschule von der Innenstadt aus zum stadtnahen Hingberg. In der Von-Graefe-Straße steht das neue Domizil, das Haus der Stadtgeschichte, besser bekannt als alte Augenklinik.

Das Gebäude ist im Besitz der Leonard-Stinnes-Stiftung, die auch den Umbau zum Haus der Stadtgeschichte finanziert. Als solches wird es ab dem Sommer nicht nur die Musikschule, sondern auch das Stadtarchiv beherbergen.
Monatelange Vorbereitungszeit liegt hinter der Musikschulleiterin und ihrem Team. Karneval wurde nicht gefeiert, sondern die unterrichtsfreie Zeit zum Packen genutzt. Inzwischen stapeln sich 400 Kartons in einem Raum, alleine 60 davon gefüllt nur mit Noten. Mit dem Umzug sind zwei Firmen betraut. „Die eine bringt die Kartons und die Sachen der Verwaltung ins neue Gebäude, die andere übernimmt den fachgerechten Transport der empfindlichen, großen Instrumente wie Klavier“, weiß Bärbel Frensch-Endreß.

Für den Umzug muss lediglich an einem Tag, am 4. März, der Unterricht ausfallen. Am Donnerstag, 28. Februar, zieht zunächst die Verwaltung der Musikschule um. Am Freitag, 1. März, findet der Unterricht noch einmal normal am Standort Auf dem Dudel statt. Am Samstag, 2. März, werden alle Instrumente und das Zubehör für den Unterricht ins neue Haus geschafft. Am Montag, 4. März, fällt der Unterricht einen Tag aus - aber nur am neuen Standort. In den vielen Außenstellen der Musikschule findet er natürlich statt. Am Dienstag, 5. März, nimmt die Musikschule an der Von-Graefe-Straße 37 ihren Betrieb ganz normal wieder auf. Erreichbar ist sie am besten über die Hingbergstraße, von der aus man das Gebäude schon sehen kann und von der die Von-Graefe-Straße abzweigt.

Dem Haus am Wasserbahnhof trauert die Musikschulleiterin nicht wirklich hinterher. „Die Musikschule existiert seit 60 Jahren, seit 42 Jahren ist sie an der Ruhr beheimatet. „Hatten wir vor Jahren noch 1.500 Schüler, so sind es heute rund 4.500. Selbst wenn wir die Grundschüler, die im Rahmen des Jeki-Projektes Unterricht bekommen, abziehen, so verbleiben immer noch 2.500 Schüler“, zählt Frensch-Endreß auf. Mit nur rund 20 Räumen und 1.500 Quadratmetern Nutzfläche platzte die Schule aus allen Nähten. Im Haus der Stadtgeschichte stehen nun 40 Räume auf 2.500 Quadratmetern zur Verfügung - barrierefrei erreichbar. Zusätzlich können Räume gemeinsam mit dem Stadtarchiv genutzt werden, zum Beispiel Ausstellungs- oder Seminarräume.

Bis der direkte Nachbar mit einzieht, dauert es aber noch ein paar Monate. „Bevor wir mit unserem Archiv-Magazin umziehen, müssen wir in den fertiggestellten Räumen Messungen durchführen, um zu schauen, wie stabil das Raumklima ist“, erklärt Dr. Kai Rawe, Leiter des Stadtarchivs. „Das wird über mehrere Wochen durchgeführt, um verlässliche Daten zu erhalten.“ Seit Monaten sei man in der logistischen Feinplanung. Denn es muss bestimmt werden, welcher Karton in welchen Raum, auf welches Regal und an welchen Platz kommt. Bei tausenden von Kartons eine echte Fleißarbeit. Ein großer Teil des Archivmaterials lagert bereits in säurefreien Archivkartons. Ende des zweiten Quartals soll dann auch das Stadtarchiv umziehen.

Auch Dr. Rawe ist die Vorfreude anzumerken. „Am Anfang, als nur der Rohbau stand, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, wie es später aussehen wird. Jetzt sieht man schon klarer. Und im Vergleich zu der heutigen Situation ist das ein Quantensprung.“ Denn an der Aktienstraße quetscht sich das Stadtarchiv seit vielen Jahren in die ehemalige Schule an der Cleveschen Straße. Teile des Archivs mussten ausgelagert werden, die 2.600 Quadratmeter reichten nicht. Jetzt werden es rund 4.000 Quadratmeter. Auch die Bürger profitieren, denn dann gibt es auch mehr Platz für die Bildungsarbeit.

Hintergrund:

Das neue Haus der Stadtgeschichte ist die ehemalige Augenklinik an der Von-Graefe-Straße. Das Gebäude ist 112 Jahre alt und ist im Besitz der Leonard-Stinnes-Stiftung. 2010 begann die umfangreiche Sanierung des Gebäudes. Nach Fertigstellung mietet die Stadt das Gebäude an.

Zunächst sollte Fertigstellung im Herbst 2011 sein, dann in den Sommerferien 2012. Die Verzögerungen entstanden durch die alte Bausubstanz, die manche Überraschung barg, als auch durch die Insolvenz eines der beteiligten Bauunternehmen. Die Restarbeiten mussten neu ausgeschrieben werden.

Nachdem der Umbau zunächst rund 10 Millionen Euro kosten sollte, die die Stiftung übernimmt, stiegen sie bis Sommer 2012 durch die Verzögerung nach damaliger Schätzung auf rund 12,5 Millionen Euro. Zu den tatsächlichen Kosten will sich die Leonard-Stinnes-Stiftung wegen der noch nicht durchgeführten Abschlussrechnung zurzeit nicht äußern.

Peter Ansorge (l.) und Bärbel Frensch-Endreß sitzen in der Musikschule schon auf gepackten Kartons.
Das neue Haus der Stadtgeschichte.

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