Baudenkmal "Villa Schmitz-Scholl" in der Ruhrstraße 3 - ART RUHR ZEITGENOSSEN
Räume für den Geist - in der Ruhrstr. 3 in der Kunststadt Mülheim

Salvatore Filia aus Sardinien in der Galerie an der Ruhr in Mülheims Ruhrstr. 3 vor seinen Werken
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  • Salvatore Filia aus Sardinien in der Galerie an der Ruhr in Mülheims Ruhrstr. 3 vor seinen Werken
  • Foto: Ulrich Bangert
  • hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Ausstellung "Räume für den Geist" / "Spazi per lo Spirito" in der Galerie an der Ruhr

Die Kunstgalerie in der Ruhrstr. 3 beginnt das Jahr 2015 bunt und ausdrucksstark im Kunstgebiet Rhein - Ruhr

"Es ist nachgewiesen, dass der Mensch etwa 80% seiner Informationen über die Augen aufnimmt. In meinen Gemälden sind die Räume durch mathematische Divisionen und die tonale Balance der Farben neu definiert, deren Zusammenwirken verschiedene chromatische Wahrnehmungen schafft", sagt Salvatore Filia aus Sardinien, der am 4. Januar 2015 um 15:00 Uhr an der Vernissage teilnimmt.

Der Sardische Künstler Salvatore Filia kommt aus der Stadt Carbonia, die als Bergwerksregion auch Partnerstadt von Oberhausen ist.
Salvatore Filia stellt im Januar 2015 seine Werke in der GALERIE AN DER RUHR in der Kunststadt Mülheim bis zum 24. Januar 2015 aus.

Der Eintritt ist wie immer frei. Die 7 Künstlerateliers sind ebenfalls geöffnet.

Einzelheiten zur Kunstausstellung "Räume für den Geist" in der Ruhrstr. 3 hier:

Einladungsflyer zur Ausstellung zum Download hier:

Über die Galerie an der Ruhr / RUHR GALLERY MÜLHEIM mehr Info hier:

Die Galerie an der Ruhr / RUHR GALLERY MUELHEIM ist eine private, nicht-kommerzielle Institution zur Förderung der zeitgenössischen Kunst.

Mitten in der Kunstmeile der Kult.City Mülheim an der Ruhr.

In der Kunststadt Mülheim an der Ruhr wurde jetzt das „KuMuMü Kunstmuseum Mülheim an der Ruhrstraße 3“ eröffnet.

Über die Wurzeln des heutigen Kulturortes Ruhrstraße 3 – „Baudenkmal Villa Schmitz-Scholl“

Schon weit vor 1840 wurde die freistehende Villa in der Ruhrstraße 3 mit Nebengebäuden als Kolonialwaren-Großhandlung und Wohnhaus von Johann Wilhelm Meininghaus, der im Hinterhof zudem eine Seifensiederei und eine Tabakfabrik betrieb, genutzt.

Meininghaus war der Lehrherr von Wilhelm Schmitz, der dort mit 15 Jahren seine Lehre begann. Als später Meininghaus die Gebäude gegen Grundstücke am Niederrhein mit Ludwig Lindgens tauschte wurde dieser neuer Eigentümer. Lindgens freundete sich mit Wilhelm Schmitz an und verkaufte ihm 1964 die Villa. Schmitz heiratete Luise Scholl, der neue Familienname lautete seither Schmitz-Scholl.
Im Zuge der Gründung der Kolonialwarenhandlung Wilhem Schmitz-Scholl wurde die Villa überformt und mehrfach erweitert und bildet das historische Stammhaus der Tengelmann-Gründerfamilie – heute genannt Villa Schmitz-Scholl in der Ruhrstraße 3.

Der Glasfabrikant Carl Nedelmann erwarb die Villa Schmitz-Scholl

Der in Mülheim 1867 geborene Schöngeist Carl Nedelmann hatte viele Pläne.
Als Sohn einer wohlhabenden und für damalige Verhältnisse sehr gut vernetzen Familie konnte er in die Glashüttendynastie der Familien Itzenblitz und Schafhorst einheiraten – zuletzt war er Alleininhaber der Glashütte in Styrum (danach Mannesmann Röhrenwerk) Familienmitglieder, die in Italien Handel betrieben, luden den jungen Carl Nedelmann nach Florenz ein, wo er auch den Jugendstil kennen und schätzen lernte.
Seinen Traum, selbst als Baumeister tätig zu werden unterstützte der Architekt Ernst Niebel.
Carl Nedelmann, dem am Muhrenkamp Nr. 6 sein erstes Haus bald zu klein wurde, erwarb das exklusive Grundstück in der Ruhranlage direkt neben dem 1842 erbauten Stammhaus der Mülheimer Casinogesellschaft, in deren Vorstand er viele Jahre erfolgreich wirkte.

Carl Nedelmann erbaute dort in den Ruhranlagen eine imposante Villa mit einem Pagodenturm nach chinesischem Vorbild. Er beauftragte Stukkateure aus Italien, die dort einmalige Fassaden mit Blumen und Reptilien für ihn gestalteten. Das gesamte Anwesen wurde durch eine imposante Mauer umgrenzt. Auch die Villa Schmitz-Scholl wurde in den Gesamtkomplex mit eingezogen. Heute steht nur noch der Gebäudekomplex an der Ruhrstr. 3 / Delle Nr. 54-56 – Restmauern der „Villa Nedelmann“ und die „Villa Schmitz-Scholl“ . 

Alte Stallungen des Mülheimer Leinpfades – heute Künstlerateliers

Carl Nedelmann ließ sich aus den ehemaligen Stallungen für die Pferde des Mülheimer Leinpfades um 1890 ein Atelierhaus erbauen. Hier waren verschiedene Mülheimer Künstler und Schildermaler aktiv. Auch baute Nedelmann später die Villa Schmitz-Scholl erneut um.

Seine eigenen Bauvorhaben waren dem umtriebigen Carl Nedelmann jedoch nicht genug – er wirkte mit an der Gründung der ersten Mülheimer Sportvereine, gründete den ersten Tennisverein, MTV Kahlenberg und brachte sich auch in die Realisierung des Klönne-Stifts in der Friedrichstr. 64 in Mülheim ein.
Nachdem sich Carl Nedelmann bereits seit 1904 als Gemeinderat in Styrum engagiert hatte, wählte man ihn nach der Eingemeindung Styrums in die Stadtverordnetensammlung der Stadt Mülheim. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs arbeitete er unentgeltlich in verschiedenen Bereichen der Kriegsversorgung. Zu seinem Verantwortungsbereich zählten die Kriegsküche, die Nähstube, die Goldankaufstelle sowie ab 1916 die Bezugscheinstelle mit angegliederter Altkleiderstelle. In Anerkennung dieses Engagements wurde Carl Nedelmann 1917 zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Mülheim ernannt. Dieses Ehrenamt sollte er bis 1930 innehaben.

Carl Nedelmann war u. a. auch Mitglied der Mülheimer Bürgergesellschaft „Mausefalle“ nachweisbar von 1928 bis 1947, dort als „Baas“ (Vorsitzender) nachzuweisen von 1939 bis 1947. Auch im Vorstand der Mülheimer Bürgergesellschaft „Gesellschaft Casino“ wirkte Carl Nedelmann viele Jahre. In den Kriegswirren war er notgedrungen auch in der NSDAP eingesetzt.

Nach der Zerstörung der Villa Nedelmann durch die Bombardierung der Stadt Mülheim im Jahr 1943 zog Carl Nedelmann in eine große Villa am Kassenberg Nr. 78, wo er 1947 beim Überqueren der Bundesstraße B1 überfahren wurde und darauf starb. Viele seiner Pläne für ein liebenswertes Mülheim konnten von ihm nicht mehr verwirklicht werden.

Das Anwesen in der Ruhrstr. 1 bis 3 erwarb später der Ruhr-Reeder Jakob Haferkamp, der auf der Suche nach Investoren mit den Gründern der Gesellschaft für Stromwirtschaft zusammenkam. Auf dem Gelände entstand 1955 ein Verwaltungsbau im Bauhausstil für die damals größte Energieeinkaufsgenossenschaft Deutschlands, der heute ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Die Villa Schmitz-Scholl wurde von dieser Gesellschaft gehegt und gepflegt und 2012 an Kunstliebhaber aus Mülheim verkauft, die nun dort das „KuMuMü Kunstmuseum Mülheim an der Ruhrstraße 3“ mit der „Galerie an der Ruhr / Ruhr Gallery“ eingerichtet haben – dazu einen weitläufigen Ateliertrakt für Mülheimer Kunstschaffende und den Sitz des Mülheimer Kunstvereins KKRR. In den Atelierräumen, wo einst u.a. der Mülheimer Bildhauer Ernst Rasche seine ersten Arbeiten schuf, wirkt heute der Maler Manfred Dahmen. Er hat 2014 dort kurzerhand das „Amt für weiterbildende Fantasie“ eingerichtet – 2 Kristall-Lüster haben die alten Deckenlampen aus der Rasche-Ära ersetzt, an den Wänden hängen jetzt goldene Spiegel. Aber das Mystische dieses Kunstortes ist wie vor 200 Jahren erhalten geblieben – wenn die Wasserfälle der Ruhr herüberrauschen und das tropische Vogelgezwitscher der Ruhranlage eine unvergleichliche Atmosphäre schafft, die die Fantasie anregt. Weitere Kunstschaffende wirken seit 2012 in den verwinkelten Atelierräumen, die sich um den Ausstellungsbereich der alten Villa gruppieren – der lauschige Galeriehof lädt ein Skulpturen zu bestaunen oder einfach nur zum entspannen in einer freundlichen offenen Atmosphäre.

Autor:

Alexander Ivo Franz aus Mülheim an der Ruhr

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