Acht Inszenierungen vom Theater an der Ruhr Online
Theater im Wohnzimmer

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Freunde der Theaterkultur sitzen seit Monaten nicht mehr im Publikum, sondern zu Hause vor dem Bildschirm. Nur so ist es möglich, dass Inszenierungen gesehen und erlebt werden können. Der Link zu allen Videos findet sich unter www.twitch.tv/theateranderruhr.

Auch das Theater an der Ruhr hat auf Video-Inszenierungen und neue Formate umgeschaltet und versucht, seinem Publikum mit verschiedenen Online-Formaten - kostenfrei zum Streamen auf dem Sofa - die kulturlose Zeit zu erleichtern.

Viel Theater im Januar

Der Januar beginnt mit dem Anagoor-Festival, einem italienischen Künstlerkollektiv, das bereits mehrfach im Theater an der Ruhr zu Gast war und sein Publikum begeisterte und überzeugte. Das Künstlerkollektiv Anagoor ist durch seine furiose Version der "Orestie" in Mülheim bekannt und wurde unter anderem mit dem Silbernen Löwen der Biennale von Venedig ausgezeichnet.
Am Samstag, 16. Januar, 19.30 Uhr, gibt es einen Vorgeschmack auf die neue Inszenierung „Der Römische Komplex- Appunti per una Germania". Der Regisseur Simone Derai hat mit seinem Team ein Onlineformat zu „Der Römische Komplex- Appunti per una Germania" entwickelt, das inhaltlich und ästhetisch das Stück Germania. Römischer Komplex, umkreist. Es wird eine poetische Befragung über Grenzziehungen, deren Überschreitung und ein Plädoyer für das Eigene im Fremden und für das Fremde im Eigenen.
Eigentlich sollte an diesem Abend die Uraufführung live im Theater an der Ruhr gespielt werden. Nun gibt es einen Vorgeschmack auf die hoffentlich bald kommende live-Premiere.

Festival mit Anagoor Künstlerkollektiv

Einen Tag später, Sonntag, 17. Januar, 19.30 Uhr, folgt eine Aufzeichnung von Anagoor mit dem Stück: L.i., Lingua Imperii. Gezeigt wird ein Probenmitschnitt der Aufführung aus dem Jahr 2012. Sie wurde von der italienischen und internationalen Kritik als Meilenstein der neueren deutschen Theatergeschichte gefeiert. Die Inszenzierung erzählt von Sprache und Macht, über die Menschenjagd und von der Tragödie des Holocaust. Doch dienen die drei Themen eher als Klammer für eine Collage von akustischen, visuellen und sprachlichen Fragmenten, in denen es um den Mythos der verletzten oder verlorenen Unschuld geht.
Ein Video-Konzert Mitschnitt von Mephistopheles eine Grand Tour (Anagoor), zeigt am Donnerstag, 21. Januar, 19.30 Uhr, die filmischen Bilderwelten, die Regisseur Derai mit Giulio Favotto in den Jahren 2012 bis 2020 für Die Theaterprojekte des Kollektivs entwickelt haben. Es ist eine sinfonische Reise durch die Welt der Tränen und die dunklen Bereiche des Kosmos: Mensch und Natur. Mensch und Eros, Verhältnis zu Zeit und Technik. Eine Weltvision.
Am Freitag, 22. Januar, 19.30 Uhr, wird Sokrates, der Überlebende/ Wie die Blätter von Anagoor im Stream gezeigt. Ein Mitschnitt einer Probe des Stückes, das im Januar 2020 Premiere im Theater an der Ruhr feierte. Erzählt wird in berührenden Bildern, performativen Choreografien und außergewöhnlichen Filmsequenzen von einem um seine Integrität ringenden Geschichts- und Philosophielehrer, der an den Bedingungen des Bildungssystem und an seinem hohen, an der Antike angelehnten, pädagogischen Anspruch zu scheitern droht.

Aufzeichnungen vom WDR

Der Zyklop- Euripides (1982) wird am Samstag, 23. Januar, 19.30 Uhr, als Aufzeichnung des WDR gezeigt. Damals führte Roberto Ciulli in Köln die Regie.
Ebenfalls vom WDR aufgezeichnet, Regie von Ciulli, wurde 1985 das Stück Kasimir und Karoline- Ödön von Horváth. Gezeigt wird es am Freitag, 29. Januar , 19.30 Uhr. Horváth skizziert eine Welt in Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929, in der die Mentalität der handelnden Personen den aufkommenden Nationalsozialismus erahnen lassen. Und er tut dies mit der ihm eigenen wunderbar verwickelten Sprache, mit der er alle seine von ihm sogenannten Volksstücke schrieb. Durch sie gewinnen sie ihre Komik.
Am Samstag, 30. Januar, 19.30 Uhr, kommt die Inszenierung "König Ubu # Am Königsweg" in die Wohnzimmer. Ein Probenmitschnitt der Philipp Preuss Inszenierung, die sich auf Elfriede Jelineks Text "Am Königsweg" und auf Alfred Jarrys "Anschlag auf das Theater" bezieht. Top aktuell werden hier der politische Aufstieg und schließlich der Fall Donald Trumps behandelt.
Der letzte Video-Stream findet dann am Sonntag, 31., Januar, 19.30 statt: Ein Diskurs und ein Konzert zum Thema Ökostrom für die Sahelzone mit dem Titel "Ralph Hammerthalers Zeit für Zukunft#9, mit Aida und Torsten Schreiber (Africa GreenTec)
In der als gefährlich geltenden Sahelzone versuchen Torsten Schreiber und seine aus Mali stammende Frau Aida, Zukunft vor Ort zu gestalten, durch solare Kraftwerke, aber auch durch Infrastruktur wie Trinkwasseraufbereitung oder Biogas-Herde (GreenTec). Als soziale Unternehmer investieren sie die Gewinne ihrer Firma wieder in Afrika.

Das italienische Künstlerkollektiv Anagoor in dem Stück "Sokrates der Überlebende". 
Foto (Archiv): Giulio Favotti
Autor:

Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr

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