Tinas rasende Moonlight-Metal-Sonate - quasi senza fantasia

Wieviele von den 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt hören Beethoven? Man weiß es nicht. Regelmäßige Konzertbesucher werden global jedenfalls nicht im Milliardenbereich zu finden sein. 30 Millionen sahen jedenfalls das Beethoven-Video mit Tina S.:

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Ich habe das für ein Fake gehalten und halte es eigentlich immer noch dafür: Tina und ihr „Presto agitato“ aus der Mondschein-Sonate. Der reinste Wahnsinn! Die Französin Tina Setkic ist 1999 geboren. Bei dem Video ist sie gerade mal 17.

Wer von Beethoven nie etwas gehört hat, ist genauso sprachlos wie der Beethovenkenner. Weil letzterer bei dem Heavy-Mettal-Sound überhaupt nicht an Beethoven denkt und nur die Virtuosität der jungen Dame bewundert, deren Blicke ziemlich gleichgültig herumschweifen, während ihre Finger auf dem Griffbrett herumfliegen wie ein wildgewordener Wespenschwarm.

Was ist das? Und wozu? Fragt sich der zufällige youtube-Besucher. Hat er sich den Titel gemerkt und eine entsprechende Aufnahme aus dem Klassikbereich gefunden, beginnt das Erwachen in Beethoven und seiner Cis-moll-Klaviersonate quasi una fantasia

Glenn Goulds presto agitatoLink wirkt wie eine Auflösung des roboterhaften Metal-Klanggewitters der Tina S., ihres reinen Virtuosentums, bei dem leider der musikalische Sinn völlig auf der Strecke bleibt. Es sei denn der, erstmal zu staunen – ja, man ist verblüfft - und sich dann aber das Original dieses "Parforcerittes durch die Mondnacht" mal anzuhören. Dabei ist durchaus nicht alles Gould was dabei glänzt.

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