Verein "Hühnerrettung NRW e.V." ist auch in Mülheim an der Ruhr vertreten
Ausgemusterte Legehennen suchen Adoptiveltern

Nicole hilft bei der Adoption von ausgemusterten Hennen in Mülheim.
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  • Nicole hilft bei der Adoption von ausgemusterten Hennen in Mülheim.
  • Foto: Hühnerrettung e.V. (4)
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Die Bilder der ausgezehrten, verletzten und benutzten Hennen, die aus Legebetrieben kommen, treiben jedem, der ein Herz für Tiere hat, das Wasser in die Augen. Legehennen, die uns Eier für das Rührei, die Torte, Weihnachtsgebäck und unendlich viele Gerichte liefern. Jede Henne schafft dieses Produktionsleben in industrieller Haltung maximal 18 Monate lang. Dann ist sie körperlich am Ende.

Die Haltungsbedingungen, der Stress, die Enge und Verletzungen haben sie körperlich ausgelaugt. Ein junger Verein am Niederrhein hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen armen Kreaturen noch ein paar schöne Monate im Grünen zu gönnen. Sie suchen Adoptiveltern für die scharrende Schar. Also "Rettet die Hühner!"

Nach wenigen Wochen in privat Haltung ist aus der zerrupften Henne eine kleine Schönheit geworden!
  • Nach wenigen Wochen in privat Haltung ist aus der zerrupften Henne eine kleine Schönheit geworden!
  • Foto: Hühnerrettung e.V. (4)
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Die Hennen werden nach ihrer Legeperiode von maximal anderthalb Jahren "ausgestallt", da die Legeleistung für die Betriebe nicht mehr rentabel ist. Zu diesem Zeitpunkt sind sie leider nur noch ein Abfallprodukt der Industrie und ihnen droht die Schlachtung. Der Verein "Hühnerrettung NRW e.V." hat es sich zur Aufgabe gemacht, so viele Tiere wie nur möglich an nette Menschen mit Garten und Grün zu vermitteln und das Leid der Hennen öffentlicher zu machen.

Nicht mehr produktiv? Dann weg damit!

Hühnerrettung NRW e.V. ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Tierschutzverein, der Anfang des Jahres gegründet wurde. Die zehn Gründungsmitglieder verteilen sich über ganz NRW. Sie sind ansässig in Essen, Mülheim an der Ruhr, Mönchengladbach, Marl, Köln und weiteren Städten. Sie übernehmen im Juli 600 Legehennen von einem Geflügel-Landwirt aus Bodenhaltung  und vermitteln diese an tierliebe Menschen, die ihnen erstmalig die Möglichkeit geben, ein artgerechtes Hühnerleben zu führen.

"Sie sahen nicht aus wie Hühner!"

Nadine Soboll, Gründungsmitglied und  Adoptivmutter einiger Hühner berichtet, wie ihre Liebe zu den Hühnern begann:

"Zu Beginn waren wir sprachlos, in welchem Zustand diese armen Geschöpfe waren. Irgendwie sahen sie so gar nicht wie die Hühner auf den Eierverpackungen aus dem Supermarkt aus. Aber gleichzeitig waren wir auch sofort schockverliebt. Zu erleben, wie diese kleinen Wesen plötzlich alles neu kennenlernen, Vertrauen zu uns Menschen aufbauen und ihr Leben endlich in vollen Zügen genießen, war und ist nach wie vor unbeschreiblich schön. Es ist verrückt, was Hühner doch für spannende, spaßige, niedliche, eigensinnige und witzige Tiere sind. Mittlerweile schaffe ich es kaum noch, im Garten ein Buch zu lesen, weil ich mich ständig dabei erwische, tiefenentspannt meine Hühner bei ihren täglichen „Geschäften“ zu beobachten".

Sie muss sich noch erholen. Und das geht meist sehr flott in guter Haltung.
  • Sie muss sich noch erholen. Und das geht meist sehr flott in guter Haltung.
  • Foto: Hühnerrettung e.V. (4)
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Geflügel-Landwirte kooperieren gerne

Der Verein kooperiert mit Geflügellandwirten, die ihre Hennen dem Verein übergeben, anstatt sie schlachten zu lassen. Der Verein übernimmt einen Teil oder auch den kompletten Bestand einer Anlage und vermittelt die Tiere an Privatpersonen (beides erfolgt kostenlos). Für den Landwirt entfallen so die Kosten für Fängerkolonnen und den Spediteur zum Schlachthof. Die Ausstallung der Tiere erfolgt unter Einhaltung aller Hygienevorschriften , wobei der Verein auf ein professionelles Vorgehen Wert legt.
Die Adoptanten sind nette Privatleute mit schönen, heimischen Gärtchen, die sich liebevoll um die ausgezehrten Lebewesen kümmern und sie endlich in ein artgerechtes und lebenswertes Hühnerleben bringen.

"Diese kleinen, abgemagerten, blassen und zum Teil fast nackten Kreaturen, verwandeln sich in kürzester Zeit in stolze und glückliche Hühner",
sagt Nadine Soboll.

Hühner entschleunigen das Leben

Mit Artgenossen auf der Wiese in freier Luft sein: Das ist ein Geschenk für die Legehennen.
  • Mit Artgenossen auf der Wiese in freier Luft sein: Das ist ein Geschenk für die Legehennen.
  • Foto: Hühnerrettung e.V. (4)
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Es gibt einige Landwirte, die gesunde, fitte Hennen samt Hühnerhaus und Absperrungen an Institutionen "verleihen". Gern gesehene Gäste sind Hühner auf den Grünflächen von Seniorenheimen, bei Familien mit unruhigen Kindern, bei demenziell erkrankten Menschen. Ein Huhn lässt sich gut beobachten beim Scharren und im Kontakt mit anderen Artgenossen. Es ist unaggressiv, man kann es anfassen und streicheln. Eltern berichten,
dass ihre unruhigen Kinder in Kontakt mit den Hühnern deutlich ruhiger werden. Es sind eben nicht „nur“ Tiere, bzw. „nur“ Hühner. Sie sind kleine Botschafterinnen, die eine Stimme haben und sie haben eine Menge zu erzählen!
Info:
In Mülheim ist die Ansprechpartnerin Nicole Urbantat für die Vermittlung und Übergabe an die Adoptanten zuständig. Ihre E-Mail Adresse für Anfragen und Informationen ist: nicole.urbantat@huehnerrettung.de.  Auf der sehr übersichtlichen Homepage des Vereins findet man alle Infos zur Haltung und Voraussetzung, Terminen und Übergaben. Auch die Kontaktpersonen aus den anderen Städten sind dort zu finden: Rettet die Hühner! (Klick)

Autor:

Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr

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