RAt und Hilfe durch Verbraucherzentrale Mülheim Ruhr
Bilanz: Im Corona-Jahr stark gefragt

Christiane Lersch ist die Leiterin der Verbraucherzentrale Mülheim an der Ruhr.
  • Christiane Lersch ist die Leiterin der Verbraucherzentrale Mülheim an der Ruhr.
  • Foto: Pr-Foto Köhring (Archiv)
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Viele Mülheimer suchten den Rat und Hilfe der Verbraucherzentrale Vermeintliche schufafreie Sofortkredite, die sich als kostenpflichtige Prepaid-Karten erweisen. Online-Bestellungen, die wochenlang unterwegs sind oder gar nicht eintreffen. Und nicht zuletzt einschüchternd auftretende Inkassobüros, die Verbraucher unter Druck setzen.

Bei rund 4700 Anliegen war die Verbraucherzentrale in Mülheim im vergangenen Jahr verlässliche Ansprechpartnerin, um Verbraucherrechte durchzusetzen oder unberechtigten Forderungen einen Riegel vorzuschieben. „Auch wenn wir wegen der Pandemie einige Wochen lang keine persönliche Beratung anbieten konnten, waren und sind wir per Telefon und E-Mail stets mit Ratsuchenden in Kontakt“, sagte Christiane Lersch, Leiterin der Beratungsstelle Mülheim, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2020.

Erfolgreich für Ansprüche von Verbraucher eingesetzt

Vor allem Auskünfte rund um Verbraucherrechte im Lockdown sowie angesichts von Öffnungen unter Auflagen waren im vergangenen Jahr stark gefragt. „Corona hat den Verbraucheralltag erheblich verändert. Der Onlinehandel hatte Hochkonjunktur und rief auch unseriöse Anbieter auf den Plan. Service und rasche Unterstützung für verunsicherte und übervorteilte Menschen standen deshalb für uns im Vordergrund.“ Von laufend aktualisierten Informationen rund um Verbraucherthemen mit Corona-Bezug auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW sowie einer zentralen Hotline profitierten auch die Mülheimer. „Für Menschen mit Sprachbarrieren und digital weniger affine Personen bleibt ein persönlicher Austausch aber unverzichtbar. Das gilt auch bei komplexen Rechtsproblemen oder sensiblen Finanzfragen”, erklärt Lersch.
Bei rund 1760 Rechtsberatungen und -vertretungen haben sich die Verbraucherschützer 2020 zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche von Ratsuchenden eingesetzt. 37 Prozent der rechtlichen Hilfestellungen erfolgte aufgrund von niedrigen Einkommen entgeltfrei (Sozialklausel). „Dank Ihres Einsatzes habe ich das Geld für eine Kreuzfahrt zurückbekommen", so bedankte sich ein 56-jähriger Mülheimer.
Angesichts von Reisewarnungen, Quarantäne- und Testpflichten, Absagen und Umbuchungen rangierten Anfragen rund ums Thema Reisen in der Statistik der Beratungsstelle ganz oben. Oft beklagten Betroffene schleppende oder verweigerte Rückzahlungen von Veranstaltern bei Stornierungen sowie das Vertrösten mit Gutscheinen. „Besonders verärgerte die Menschen, wenn Anbieter auf ihre Anfragen gar nicht oder erst nach Wochen reagierten“, berichtete die Beratungsstellenleiterin.

Unseriösen Notdiensten das Handwerk legen

Weit überzogene Forderungen von Schlüsseldiensten, Rohreinigungs- und Schädlingsbekämpfungs-Notdiensten sind ein Dauerärgernis. Anlässlich des Weltverbrauchertags klärte die Beratungsstelle auf, wie sich Ärger und Abzocke vermeiden lassen und Rechnungen im Lot bleiben. Praktische Tipps von der Anbietersuche bis zur Notfallkarte sowie Hinweise zum Check von Rechnungsposten rundeten das Infopaket ab.
Ob gefälschte Internetseiten, Fakeshops, Phishing-Mails oder irreführende Werbung zu Sofortkrediten: „Immer wieder suchten Verbraucher unseren Rat, die auf unseriöse Angebote oder gezielte Betrugsmaschen im Internet hereingefallen waren und dann mit untergeschobenen Verträgen oder mangelhaften Warenlieferungen zu kämpfen hatten“, erläuterte Beratungsstellenleiterin Lersch. Dass auf ihre Kosten eingekauft oder auf ihre Namen Verträge abgeschlossen worden waren, erfuhren die Betroffenen oftmals erst, wenn sie Rechnungen erhielten, unbekannte Abbuchungen feststellten oder sogar ruppige Inkassoschreiben im Briefkasten landeten.

Ärger um verspätete Lieferungen: Internet

Aufgrund von Beschwerden besonders in den Blick genommen hat die Verbraucherzentrale aktuell verspätete Lieferungen im Online-Handel. So berichteten Ratsuchende aus Mülheim von verspätet oder gar nicht gelieferten Bestellungen von kurzfristig benötigter Hardware, Möbeln Kleidung. „Was viele nicht wissen: Online-Shops müssen eine konkrete Lieferfrist angeben und diese auch einhalten. Nachträgliche Veränderungen der Lieferfrist aufgrund von Produktions- oder Lieferschwierigkeiten des Händlers müssen Kunden nicht akzeptieren“,
erklärt Christiane Lersch. Christiane Lersch, Leiterin der Mülheimer Verbraucherzentrale, freut sich, wieder persönliche Termine anbieten zu können. Archiv-Foto: PR-Foto Köhring/SC

Autor:

Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr

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