Seit 20 Jahren locken weihnachtliche Stände in die Altstadt Mülheims
Ein Adventsmarkt mit Flair

In der Altstadt sind rund 20 Hütten aufgebaut. 
Foto: PR-Köhring Veranstalter 
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Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt Am Freitag, 29. November, öffnet auch der Adventsmarkt in der Altstadt rund um den Kirchenhügel. Dieses Jahr feiert er sein 20-jähriges Bestehen. Der Markt hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich.

In seinen Anfängen stand er noch in Konkurrenz zu dem Weihnachtsmarkt auf der Schloßstraße. Davon kann schon lange keine Rede mehr sein. Durch beachtliches bürgerschaftliches Engagement und dem "heimeligen" Altstadt-Ambiente hat er es geschafft, bei vielen Mülheimern zu einem fixen Anlaufpunkt in der Adventszeit zu werden.

Das, was den Adventsmarkt von den meisten anderen Weihnachtsmärkten unterscheidet: Er wird von Bürgern für Bürger gemacht. Ein guter Teil der Stände wird an soziale oder gemeinnützige Einrichtungen vergeben. Den anderen Teil machen Künstler und Handwerker aus. "Wir legen große Wert auf Qualität, Billigware kommt uns nicht in die Stände", macht Rolf Schulze von Veranstalter Pro Altstadt deutlich. Sehr viele der Buden sind daher mit Ehrenamtlichen besetzt, deshalb öffnet der Markt dienstags bis freitags von 16 bis 20 Uhr, am Wochenende von 14 bis 20 Uhr.
Zu den Gründungsmitgliedern gehört auch Margret Neumann, Pressesprecherin des Mülheimer Inner Wheel Clubs. "Sie hat es damals durchgesetzt, dass die gemeinnützigen Einrichtungen Hütten und Strom gestellt bekommen", erinnert sich Rolf Schulze. Denn Margret Neumann schaffte es, dass die sonst üblichen Gebühren für den Alkoholausschank deutlich geringer sind als normal.

"Das war uns von Anfang an wichtig, damit soziale Einrichtungen die Chance haben, an dem Adventsmarkt teilzunehmen", betont Neumann. Die Inner Wheel-Damen haben seitdem das exklusive Recht auf Raclette-Verkauf auf dem Adventsmarkt: "Das gibt es nur bei uns." Die Mitglieder des Clubs stehen ehrenamtlich auf dem Adventsmarkt in der Mülheimer Altstadt, um durch den Verkauf von Schweizer Spezialitäten wie Schweizer Raclette, Schweizer Kirschwasser, Beerenglühwein und selbstgemachter Marmelade viele soziale Projekte in Mülheim zu finanzieren. So hat seit vielen Jahren die Finanzierung des Nachhilfelehrers im Raphaelhaus dazu beigetragen, dass jedes Kind seinen Schulabschluss geschafft hat. Von dem Erlös dieses Marktes sowie weiterer Basare und Benefiz-Einladungen werden unter anderem das Frauenhaus und Ginko unterstützt und die Finanzierung des Schulfrühstücks.

Ehrenamtliche Helfer

"Wir sind immer nur an drei Tagen vor Ort, weil wir das sonst personell nicht stemmen können", erklärt Margret Neumann. Jeweils mit vier Frauen sind gleichzeitig hinter der Theke, insgesamt 30 Mitglieder stellen das Adventsmarkt-Team. Andere Mitglieder, die nicht mithelfen können, unterstützen mit Sachspenden.

Die Vorbereitung für den Markt sind schon in vollem Gange. Wie in jedem Jahr wird der Verein Pro Altstadt dabei von drei Mülheimer Abiturjahrgängen unterstützt: Diesmal von der Gustav-Heinemann-Schule, dem Karl-Ziegler-Gymnasium und dem Gymnasium Broich. Mit dabei ist auch der Verein "Aufwind" von der evangelischen freien Gemeinde in der Auerstraße, der sich um Suchtabhängige kümmert und zahlenmäßig die meisten Helfer stellt.

Morgens um 8 Uhr trifft man sich am Lager der Hütten, dann müssen alle Einzelteile in die LKW geladen, in der Altstadt wieder ausgeladen und an die entsprechenden Standorte gebracht werden. Dort werden die Hütten abends, ja sogar noch nachts zusammengeschraubt. Das übernimmt der ehemalige Abi-Jahrgang der Karl-Ziegler-Schule von 2011. "Die Mitarbeit der Schüler schafft für diese auch einen besonderen Bezug zum Adventsmarkt", freut sich Schulze über die ehrenamtliche Hilfe. Auch beim Tannenbaum-Abladen packen die Schüler mit an und stellen den Engel für den Nikolaus. Alle drei Schulen erhalten natürlich einen Stand und Strom, um für ihre Abi-Feiern Leckereien und Gebasteltes zu verkaufen.

Neben sozialen Einrichtungen unterstützt Pro Altstadt auch Mülheimer Gründer. So erhält auch Jörn Gedig, der sich kürzlich mit seinem Geschäft "4330 Mülheim" in der Wallstraße selbstständig gemacht hat, einen Stand. Die Geschäftsidee hatte ihre Ursprünge übrigens auf dem Altstadt-Markt, an dem Gedig als Anwohner vor zwei Jahren mit bedruckten 4330-Shirts teilnahm.

Auch in diesem Jahr sind die Anwohner auch Teil des Marktes. So öffnen manche ihre Hinterhöfe, bieten dort Ausschank oder Musik an - teils nur am Wochenende, der eine oder andere auch in der Woche. Der Wunschmann, der im Engelskostüm von seinem Wohnzimmerfenster aus die Weihnachtswünsche der Besucher aufschreibt, laminiert und aufhängt, fehlt ebenso wenig wie der Nikolaus, den in diesem Jahr Siggi Glienke gibt. Jeden Tag sitzt er von 16 bis 18 Uhr in der Nikolaushütte neben der Diakonie am Hagdorn, schreibt Wunschzettel und verschenkt gespendete Plüschtiere. An jedem Tag des Marktes wird um 17 Uhr ein Adventsfenster eines Anwohners geöffnet, dann ziehen die Kinder singend zu dem Haus. Um 19 Uhr werden ebenfalls täglich auf dem ganzen Adventsmarkt mit großen Wunderkerzen dem Frieden in der Welt gedacht.

Tannenbäume aus dem Sauerland

300 Tannenbäume schmücken auch dieses Jahr den Adventsmarkt. 200 von ihnen können am Ende des Marktes gegen eine Mindestspende von 10 Euro erworben werden. Wie funktioniert es? Alle Edeltannen tragen Nummern. Wer sich für eine Tanne interessiert, kann sich am Glühweinstand von Pro Altstadt in eine Liste eintragen und seinen Tannenbaum einen Tag nach Ende des Marktes, am 16. Dezember, auf dem Vorplatz der Petrikirche abholen.Apropos Petrikirche: Aus Anlass des 200. Todestages von Gerhard Tersteegen findet am 7. und 8. Dezember rund um die Petrikirche ein mittelalterlicher Tersteegen-Markt statt. Mehr dazu gibt es in einer unseren nächsten Ausgaben.

Seit 20 Jahren wird der Adventsmarkt vom Verein Pro Altstadt organisiert, und hier federführend von Rolf Schulze und Ehefrau Annette. Das wird sich ab dem nächsten Jahr ändern. Aus persönlichen Gründen, will Schulze die Verantwortung auf weitere Mitglieder verteilen. Aber auch er wird dem Orga-Team weiter erhalten bleiben.

In der Altstadt sind rund 20 Hütten aufgebaut. 
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Seit 20 Jahren schon verkaufen die Damen des Inner Wheel Clubs Schweizer Spezialitäten in der Altstadt.
Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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