Warum musste Hovawart Jackson sterben?
Fall des erstochenen Hundes erschüttert Mülheim

Der treue Leonberger-Rüde Quintus ist Juliane und Wolfgang Peters nach dem brutalen Angriff im Uhlenhorster Wald geblieben.
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  • Der treue Leonberger-Rüde Quintus ist Juliane und Wolfgang Peters nach dem brutalen Angriff im Uhlenhorster Wald geblieben.
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Den 9. Januar würde das Mülheimer Ehepaar Peters am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. Am hellichten Tag wurde ihrem Hund, dem Hovawart Jackson, auf bestialische Art und Weise das Leben genommen. Der Tod des erstochenen Hundes im Uhlenhorster Wald beschäftigt die Polizei auch knappe sechs Wochen später noch immer. Wie konnte es dazu kommen, dass der Täter mehrfach auf den kleinen Racker einstach und ihn so qualvoll verenden ließ? Bei der Polizei gab der Mann damals an, aus Notwehr gehandelt zu haben, doch in der Zwischenzeit haben sich weitere Hundehalter gemeldet, die sich und ihre Hunde von dem Mann bedroht gefühlt haben.

Dabei begann der Tag wie jeder andere auch. Juliane Peters machte sich mit den beiden Hunden, dem Leonberger-Rüden Quintus und dem Hovawart Jackson, zum täglichen Spaziergang auf den Weg in den Uhlenhorster Wald. Ehemann Wolfgang Peters blieb zuhause und ahnte von dem, was sich nur kurze Zeit später in unmittelbarer Nähe des gemeinsamen Wohnhaus zutragen sollte, nichts. Denn nur 45 Minuten später war Jackson tot - bestialisch von einem Mann aus der Nachbarschaft mit einem Messerstich in die Lunge getötet. "Meine Frau rief mich an. Ich bin sofort los gerannt und war keine fünf Minuten später dort."

Wolfgang Peters sah seinen Hund nur noch tot am Boden liegen

Helfen konnte Wolfgang Peters seinem geliebten Hund nicht mehr. Jackson war bereits tot. "Es war furchtbar, ihn da liegen zu sehen." Bei der Polizei gab der Mann aus der Nachbarschaft später an, aus Notwehr gehandelt zu haben und behauptete, von dem Hund der Peters angegriffen worden zu sein. Für das Ehepaar Peters ein Schlag ins Gesicht. Nur wenn ihm Vorsatz nachgewiesen werden kann, drohen dem Täter eine Geld- oder gar eine Haftstrafe. So ist es in Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes definiert. Doch genau an diesen Vorsatz glauben die Peters. Sie gehen davon aus, dass der Mann gezielt mit seinem Fahrrad umher fährt und wahllos Hundebesitzer und ihre Besitzer angreift. "Meiner Frau hat er außerdem Pfefferspray ins Gesicht gesprüht", so Peters.

Polizei Mülheim ermittelt weiter

Daher erstatteten die beiden bei der Polizei Anzeige. "Es ist richtig, dass wir gegen den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung ermitteln", bestätigt Polizeisprecher Christoph Wickhorst auf Anfrage der Mülheimer Woche.
Dass das Ehepaar Peters mit ihrer Vermutung, der Mann habe im Vorsatz gehandelt, Recht haben könnte, zeigen jetzt weitere Betroffene, die sich in der Redaktion der Mülheimer Woche gemeldet haben.

Hundehalter sind eingeschüchtert

"Ich gehe in dem Waldstück häufig mit meinem Schäferhund spazieren und bin dem Mann auch schon begegnet", erzählt Corinna Brauer. Eines Tages habe der Mann sie und ihren Hund mit dem Fahrrad überholt und anschließend zur Rede gestellt. "Er sagte mir, dass ich meinen Hund nicht im Griff hätte und kündigte an, es mir zu zeigen. Danach versuchte er meinen Hund zu provozieren, was ihm aber nicht gelang", beschreibt Brauer die unheimliche Begegnung mit dem Mann, der auch ihr persönlich sehr "nah" gekommen sein soll. Bei folgenden Begegnungen suchte sie schnell das Weite.

Zeugin kommt Schutzanzug komisch vor

Brauer war auch am besagten 9. Januar mit ihrem Hund im Uhlenhorster Wald spazieren und traf dort auf Juliane Peters mit dem erstochenen Jackson. "Ich wollte an dem Tag eigentlich mit meinem Hund im Wald trainieren und erkannte den Mann sofort wieder", erinnert sich Brauer. Als erste Zeugin, die an dem Tatort eintraf, fiel ihr sofort der blau wattierte Schutzanzug vom Hund des Mannes auf. "Das war kein Anzug gegen Kälte, sondern einer gegen Bisse", ist sich Brauer sicher und unterstreicht die Vermutung des Vorsatzes damit. "Er wollte natürlich nicht, dass seinem Hund etwas passiert." Was Brauer und Wolfgang Peters unabhängig voneinander beschreiben: Die Masche des Mannes ist offenbar immer gleich. Er radelt mit seinem Fahrrad im Bereich des Uhlenhorster Waldes mit seinem Hovawart umher und wirft Frauen oder älteren Menschen mit großen Hunden vor, dass sie ihre Hunde nicht im Griff hätten.

Zweiter Hund überlebte den Angriff verletzt

So war es auch bei Juliane Peters. "Anschließend provozierte er unsere Hunde und legte sich zwischen sie auf den Boden. Dann stach er zu, bis Jackson tot war", erzählt Wolfgang Peters traurig und rührt dabei nachdenklich in seinem Kaffee. Der Leonberger-Rüde Quintus überlebte den Angriff verletzt.
"Ich weiß nicht, wie solche Menschen ticken. Beim Spazieren bin ich jetzt noch achtsamer", sagt Brauer. Um weitere Zeugen zu mobilisieren, sich bei der Polizei zu melden, hing Wolfgang Peters Plakate in dem Waldstück auf. "Die hat er aber einfach wieder abgerissen", hat Peters beobachtet.

Hund mit 15 Messerstichen angegriffen

Bereits im Dezember soll der Mann den Rhodesian Ridgeback einer Frau angegriffen und ihn mit 15 Messerstichen schwer verletzt haben. Wie durch ein Wunder überlebte der Hund den Angriff damals. Die Frau erstattete bis heute keine Anzeige. Andere dagegen schon.
"Bei uns ist aber noch eine weitere Anzeige eingegangen", bestätigt Polizeisprecher Christoph Wickhorst. "Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist jetzt Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Vernehmungen laufen." Mittlerweile wird der Fall mit einem eigenen Aktenzeichen geführt. Das geht aus einem Schreiben des Anwalts der Peters hervor, das der Redaktion vorliegt.
Im Endeffekt hofft das Ehepaar nur auf eine gerechte Strafe für den Mann, der ihnen ihren geliebten Jackson genommen hat.

Polizei sucht nach weiteren Zeugen

Wer im Bereich des Parkplatzes Ganghoferweg im Mülheimer Stadtteil Uhlenhorst und dem angrenzenden Uhlenhorster Wald ähnliche Begegnungen gemacht hat oder von dem Mann möglicherweise sogar angegriffen wurde, soll sich bei der Polizei unter Tel. 0201/8290 melden.

Der treue Leonberger-Rüde Quintus ist Juliane und Wolfgang Peters nach dem brutalen Angriff im Uhlenhorster Wald geblieben.
Für den kleinen Racker kam jede Hilfe zu spät. Der fast sechsjährige Hovawart Jackson ist qualvoll erstochen worden.
Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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