Coronavirus-Auswirkungen trifft auch Obdachlose – Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind verboten
Kontaktsperre: „Wir lassen niemanden alleine“

Die Notschlafstellen der Stadt und des Diakonischen Werkes sind für alle Eventualfälle bestens vorbereitet.
Fotos: PR-Fotografie Köhring/AK
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  • Die Notschlafstellen der Stadt und des Diakonischen Werkes sind für alle Eventualfälle bestens vorbereitet.
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„Natürlich ist das auch für uns eine außergewöhnliche Situation mit vielen zusätzlichen Kraftanstrengungen und Herausforderungen“, sagte Andrea Krause, Abteilungsleiterin Ambulante Gefährdetenhilfe beim Diakonischen Werk Mülheim, bereits letzte Woche im Gespräch mit der Mülheimer Woche. Schließlich habe man es bei Obdachlosen mit Menschen zu tun, die aufgrund ihrer Lebenssituation besondere Ängste und Sorgen hätten.

Die Notschlafstellen sind jetzt auch tagsüber geöffnet und dienen zum Aufenthalt und geben Rückzugsmöglichkeiten in einer angespannten Situation. Die Teestube im Diakonietreff an der Auerstraße 47-49 musste zwar aufgrund der Erlasse des Landes NRW und der Stadt geschlossen werden, die im gleichen Gebäude untergebrachte Beratungsstelle ist allerdings weiterhin gröffnet.

Die umfassenden Angebote in Sachen Beratung, Versorgung und konkreter, individueller Hilfe laufen weiter wie gewohnt. „Wir regeln für die Menschen etwa wichtige Angelegenheiten mit Behörden, gehen auch schon mal einkaufen und geben Ratschläge im Umgang mit der neuen Situation“, so Krause.

Hygiene sei in diesem Zusammenhang ganz wichtig. „Wir haben es ja mit Menschen zu tun, die zu einem großen Teil ohnehin gesundheitlich stark angegriffen sind.“ Wenn jemand eine Beratung benötigt, werden erst einmal die Hände gewaschen und desinfiziert. Nicht zuletzt diene das auch zum Schutz der Mitarbeiter, die ohnehin zurzeit einer extremen Mehrbelastung ausgesetzt seien. Die Abteilungsleiterin und gelernte Sozialarbeiterin kann sich aber auf ihr Team verlassen.

Betreuung geht weiter

„Selbst wenn sich die Lage verschlimmert, geht die Betreuung weiter, denn wir gehören zu den Schlüsselpersonen, die auch im Fall einer Ausgangssperre nach wie vor ihre Arbeit erledigen können“, berichtet sie. Das sei mit der Stadt bereits abgeklärt. Die dann erforderlichen Passierscheine würden sofort ausgestellt.

Falls es zu einer Ausgangssperre oder zu einer jetzt vom Bund und den Ländern festgelegten Kontaktsperre kommt, ist auch die Stadt bestens vorbereitet. „Unsere Notschlafstellen verfügen über ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten rund um die Uhr“, erläutert Stadtsprecher Volker Wiebels. Die Stadt geht davon aus, dass die Betroffenen durch Sozalarbeiter und Hilfsorganisationen entsprechend informiert sind oder noch werden.

Kontaktsperre wird überprüft

Die Kontaktsperre, die ab Montag bundesweit gilt, besagt unter anderem, dass sich nur zwei Personen zugleich „draußen“ gemeinsam aufhalten dürfen. Das gilt selbstredend auch für Mülheim. Gegebenenfalls werde die Polizei tätig, falls sich Nichtsesshafte trotz Sperre im Freien aufhalten würden. Ihnen werde dann das unverzügliche Aufsuchen einer Notunterkunft angeraten. Falls die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichten, könne die Stadt, so Wiebels, „schnell reagieren und dann leerstehende Flüchtlingsunterkünfte nutzen.“ Schon jetzt sind im Gegensatz zum „Normalfall“ die sonst nur für die Nachruhe geöffneten Notschlafstellen wie beim Diakonischen Werk auch tagsüber geöffnet.

Die Notschlafstellen der Stadt und des Diakonischen Werkes sind für alle Eventualfälle bestens vorbereitet.
Fotos: PR-Fotografie Köhring/AK
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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