Kommentar: Corona-Krisenstab verschärft Maskentragen
Maske tragen bis Hausnummer 13

Gesichtsmaske, Skulptur von Pussy Riot hergestellt.
  • Gesichtsmaske, Skulptur von Pussy Riot hergestellt.
  • Foto: Lokalkompass
  • hochgeladen von Heike Marie Westhofen

Zuerst dachte ich ja der Corona-Krisenstab möchte einen kleinen Schabernack mit uns Bürgern treiben, weil wir alle gerade so wenig zu lachen haben. Doch als ich die Nachricht über die sofortige Maskenpflicht in den Straßen las, wurde mir klar: Die Krisenlenker meinen das wirklich ernst! Und zwar freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr ...

Maskenpflicht unter freiem Himmel wegen steigender Corona-Fälle, z. Bsp. in der Duisburger Straße 187 bis zur Karlsruher Straße oder auch Paul-Kosmalla-Straße von Kreisverkehr bis Hausnummer 13,  ... und mindestens 50 weiteren Straßen in ganz Mülheim (wer soll die auswendig lernen?). Gleich mehrere Probleme zieht diese neue Verfügungsverschärfung nach sich:

  • Bußgeld für maskenlose Gesichter? Wer soll das kontrollieren? Wer soll kassieren? Wer soll die Kontrolleure bezahlen?
  • Eine Empfehlung aus der Pädagogik trifft für diesen Fall zu:
    „Drohe niemals mit Konsequenzen, die Du nicht einhalten kannst!“

  • Zweites Problem: Begründung der Maßnahme. So haben wir doch alle gelernt, dass Ansteckungsgefahr mit 1,5 Meter Abstand im Freien und im Vorbeigehen ziemlich ausgeschlossen ist. Ebenso ist das Einkaufen im Supermarkt (geschlossener Raum!)  (RKI-Bulletin No 38 über Ansteckungswege) oder auch das Spazierengehen in frischer Luft mit mehreren Menschen - ungefährlich.

Fast zwei Drittel der untersuchten Ausbrüche führt das RKI in seinem Bulletin auf „Wohnstätten“ zurück − wovon ein Großteil private Haushalte sind. Masseninfektionen gab es vor allem in Alten- und Pflegeheimen.

  • Wann herrscht in unseren Einkaufsstraßen drangvolle Enge, die zu Infektionen führen könnte? Davon träumt der Mülheimer Handel seit Jahren.

Gebote, Verordnungen und Aktionismus führen zur Bockigkeit der Bürger und nicht zur Selbstverantwortung. Doch genau die ist gefragt seit Monaten und sie lässt immer mehr nach.

Man dürfe keine Entwarnung geben, sagte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer:

„aber man kann den Menschen nicht in einer Tour Angst machen“.

Er befürchte einen Abstumpfungsprozess, sodass einige Menschen Warnungen nicht mehr ernst nehmen könnten.

Angst  war noch nie ein guter Berater, denn Panik und Angst hindert das Hirn daran sachliche Argumente emotionslos zu betrachten, Schlussfolgerungen zu ziehen und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen. Scheint so, als sei die Ausweitung der Maskenpflicht eine Angstreaktion des Corona-Krisenstabes. Kein Wunder, dass die Panik auch dort um sich greift. Selbst Angela Merkel hat Angst: Vor Kontrollverlust.

Der Krisenstab rund um Stadtdirektor Steinfort hat bisher beste Arbeit geleistet und bis an die Grenzen der Erschöpfung gearbeitet. Doch diese Entscheidung trägt nicht zur Selbstverantwortung der Bürger bei, sondern zur Abwehr und zum Unverständnis der Maßnahme.

Autor:

Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr

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