Bis 2022 sind die Kumpel noch mit dem Rückbau stillgelegter Zechen beschäftigt
Noch viel Arbeit im Berg

Die stillgelegte Zeche Zollverein ist seit Jahren ein Anlaufpunkt für Design-, Kunst- und Industriekultur-Interessierte.
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  • hochgeladen von Sibylle Brockschmidt

2018 endete die Ära der Steinkohleförderung in Deutschland – die Arbeiten im Bergbau gehen für die Thyssen Schachtbau GmbH jedoch weiter.

Im vergangenen Jahr wurde in den Medien „das Ende des Bergbaus“ häufig zum Thema. Gemeint war aber genau genommen „nur“ das Ende der Steinkohleförderung in NRW. In den alten Steinkohlezechen im Ruhrgebiet ist mit dem Jahr 2018 noch lange keine Ruhe eingekehrt.
Nach Ende der aktiven Steinkohleförderung können diese Bergwerke nicht sich selbst überlassen werden. So müssen aus einer Tiefe von teilweise über 1.000 Metern Maschinen und Geräte herausgeholt und Rohrleitungen und Kabel zurückgebaut werden, alte Hohlräume und Schächte gesichert und alles für einen Anstieg des Grubenwassers vorbereitet werden.

Die Ausführung dieser „Ewigkeitsaufgaben“ im Bergbau umfassen die zukünftigen Arbeiten des Mülheimer Traditionsunternehmens Thyssen Schachtbau.
Die Ursprünge von Thyssen Schachtbau gehen auf ein Walzwerk zur Herstellung von Bandeisen in Mülheim-Styrum im Jahre 1871 zurück. Noch heute hat das Unternehmen an der Sandstraße sowie der Friedrich-Ebert-Straße seinen Sitz. Im Steinkohlebergbau ist Thyssen Schachtbau seit über 50 Jahren auch für die RAG und deren Vorläuferunternehmen tätig gewesen.
Zahlreiche Schächte im Ruhrgebiet und unzählige Kilometer unterirdischer Strecken hat das Unternehmen dabei erstellt. Jetzt, nach Ende der Steinkohleförderung, bringt das Unternehmen sein Wissen und Können beim nötigen Rückbau und dem Verschließen der Bergwerke sowie beim Umbau der Grubenwasserhaltung ein.

Zu Zeiten des aktiven Steinkohlebergbaus wurde das Wasser, welches den teilweise über 1.000 Meter tiefen Steinkohlebergwerken zugeflossen ist, mit Pumpen von unter Tage nach über Tage gefördert und dann in die Ruhr, die Emscher, die Lippe und den Rhein eingeleitet.

Grubenwasser im Ruhrgebiet

Das Wasser war ursprünglich Niederschlagswasser, welches über einen langen Zeitraum durch viele Gesteinsschichten bis in diese Tiefen gelangt ist. Um zu verhindern, dass die Bergwerke „absaufen“, wurde stets so viel Wasser gepumpt, dass auch die tiefsten Punkte eines Bergwerkes stets trocken blieben.
Mit dem Ende des Bergbaus ist es eigentlich nicht mehr nötig, das Wasser zu pumpen. Die Bergwerke wurden bereits oder werden in den nächsten Jahren geräumt, die Schächte werden verschlossen und niemand wird sich mehr unter Tage aufhalten.

Ohne Pumpen könnte das Grubenwasser aber nach vielen Jahrzehnten so weit ansteigen, dass es sich mit dem Grundwasser vermischt. Da das Grubenwasser auf seinem langen Weg durch den Untergrund aus dem Gestein Salze und Minerale und andere Stoffe lösen kann, würden diese Stoffe auch in das Grundwasser gelangen.

Damit der Aufwand für die Reinigung des Grundwassers, aus dem ja ein Teil des Trinkwassers in Nordrhein-Westfalen gewonnen wird, nicht zu hoch wird, plant man auch zukünftig so viel Grubenwasser zu pumpen, dass es nicht weiter als bis circa 600 Meter unter der Oberfläche ansteigt. Damit hat es ausreichend Abstand zum Grundwasser und kann sich mit diesem nicht vermischen. Auch Schäden an der Oberfläche durch Hebungen des Untergrundes können so vermieden werden.
Bei diesen Umbauarbeiten unterstützt Thyssen Schachtbau mit seiner langjährigen Erfahrung die RAG. So wurden zwei Schächte des ehemaligen Bergwerkes Auguste Victoria in Marl bereits verschlossen, zwei weitere werden derzeit verfüllt. Weitere Schächte, die in den nächsten Jahren noch umgebaut werden müssen, sind zum Beispiel die Schächte 2 und 12 der Zeche Zollverein in Essen, Concordia 2 und 6 in Oberhausen, Amalie in Essen, Haus Aden in Bergkamen oder Lohberg in Dinslaken.

Die Umbauarbeiten sollen bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sein. Solange wird es also auch im Ruhrgebiet noch Arbeit für Bergleute geben. Aber auch für die Zeit danach ist Thyssen Schachtbau durch seine vielen Projekte im In- und Ausland schon jetzt gut gerüstet.

Autor:

Sibylle Brockschmidt aus Mülheim an der Ruhr

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